Videovignetten

Die folgenden kurzen Videos („Vignetten“) sind im Rahmen meines Promotionsprojektes entstanden. Sie dürfen nach vorheriger Rücksprache gern für Forschungs- und Unterrichtszwecke genutzt werden. Näheres zum Hintergrund findet sich hier und hier.

Webseitenneustart

Es wird viel geredet über das Inkrafttreten der Datenschutzgrundverordnung der EU. In meinen Augen hat der Gesetzgeber in Deutschland sinnvolle Anpassungen zum Teil verschlafen – nutzt aber nichts, um entsprechende Änderungen komme auch ich hier nicht herum. Ich nehme die Einführung der DSGVO zum Anlass, einen großen Frühjahrsputz auf dem Blog durchzuführen – auch deshalb, weil viele Beiträge mittlerweile veraltet sind und mir die Zeit für die Anpassung an die neue Rechtslage im Einzelfall fehlt.

Wie habe ich nun die Anpassung an die neue Rechtslage durchgeführt? Orientiert habe ich mich an den unglaublich hilfreichen Vorarbeiten anderer Blogger (z.B. hier).

  • Umstellung auf HTTPS: Elmastudio stellt eine hilfreiche und für all-inkl.com wunderbar funktionierende Anleitung bereit. So läuft nun die Webseite über ein kostenloses SSL-Zertifikat von Let’s Encrypt – bei meinem Hoster all-inkl.com ist dieses Zertifikat bereits inklusive.
  • Impressum überarbeitet und auf den neusten Stand gebracht. Der Impressum-Generator von anwalt.de hat hier hilfreiche Dienste geleistet.
  • Die DGSVO erfordert eine Datenschutzerklärung für die Webseite. Eine solche Erklärung erschien mir als juristischem Laien bislang nicht notwendig – sie zwingt jedoch, über die Speicherung von Daten nachzudenken. Ich habe für die entsprechende Erklärung ebenfalls einen Generator genutzt.

Darüber hinaus wurden einige alte Beiträge gelöscht.

Das Fujitsu Stylistic R727 im Alltagstest

Über das inside.ms-Programm von Microsoft habe ich momentan die große Freude, ein – soviel sei vorweg genommen – wirklich spannendes Gerät von Fujitsu ausgiebig zu testen: Das Stylistic R727. Das Gerät tritt als direkter Konkurrent des Microsoft Surface an – und kann diesem Anspruch insgesamt durchaus gerecht werden.

Das Gerät: Fujitsu Stylistic R727

Das Stylistic R727 von Fujitsu ist ein multifunktionales Tablet, das unter Windows 10 Professional betrieben wird. Es verfügt über einen Mini-Displayport, Audioausgang und USB3-Schnittstelle sowie eine andockbare Tastatur, die gleichzeitig als Hülle dient. Verbaut ist darüber hinaus Technologie von Wacom, wodurch sich entsprechende aktive Stifte nutzen lassen. Optional erhältlich ist zudem eine Dockingstation mit weiteren Anschlussmöglichkeiten (HDMI, VGA, USB, LAN). Genauere technische Daten sowie einen technischen Testbericht (den ich inhaltlich voll teilen kann!) finden sich hier. Einen weiteren Hardwaretest auch hier. Mir geht es in diesem Beitrag vor allem um die Alltagstauglichkeit  als Arbeitsmittel für Lehrerinnen und Lehrer.

Nutzungsszenario

Ich habe das Gerät nahtlos in meinen Arbeitsalltag integriert: Es ersetzt bei mir ein schon etwas in die Jahre gekommenes ThinkPad von Lenovo – und mein Android-Tablet, auf dem ich alle möglichen Arbeiten im Schulalltag erledigt habe. Das Fujitsu Stylistic R727 hat somit mit Hilfe einer Dockingstation („Cradle“ in der Namensgebung von Fujitsu) seinen Platz auf meinem Schreibtisch und begleitet mich im Alltag in die Schule. Dort nutze ich sowohl die Tabletfunktion als auch – mit Hilfe der im Lieferumfang enthaltenen, per Magnet anschließbaren Tastatur – die Laptopfunktion des Stylistic.

Erfahrungen: Das Stylistic als Arbeitsgerät

Das Stylistic R727 stellt mein Thinkpad von seiner Rechenleistung in den Schatten und lässt für mich kaum Wünsche offen: Das Cradle tut, was es soll und bindet meine gewohnten Geräte (ein zweiter Monitor ist unbedingt empfehlenswert!) wie Drucker, Tastatur, LAN und Maus ohne nennenswerte Schwierigkeiten ein. Konstruktionsbedingt verfügt das Stylistic über zwei unten montierte Anschlüsse für das Cradle – wovon allerdings nur einer über Kontakte verfügt. Das ist beim Herausziehen aus der Docking-Station eher ungünstig – und keine ganz gelungene Lösung. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Für meine alltäglichen Anwendungen (Office, LaTeX, Vektorgrafiken, Internet, Datenbanken) hat das Stylistic bislang seinen Dienst mehr als gut getan.

Interessant für mich selbst war, ob das Stylistic mein Androidtablet ersetzen kann. Bislang habe ich auf dem Tablet meine Unterrichtsplanung in Onenote im laufenden Betrieb genutzt – und vor allem Tapucate (Sitzplan, Schülerbeobachtung). Aber auch zur Visualisierung und (drahtlosen) Präsentation kam das Tablet zum Einsatz. Das Fazit nach einer Woche lautet: Es klappt. Und das sogar besser als gedacht. Von Tapucate möchte ich mich nicht trennen. Der Androidemulator AmiduOS erfüllt hier sehr zuverlässig seinen Dienst. Der große Vorteil an Windows 10 und dem – im Vergleich zum Androidtablet – deutlich größeren Display: Unterrichtsplanung und Tapucate lassen sich direkt nebeneinander ausführen. So habe ich sogar beides im Blick.

Bleibt noch die Arbeit mit der angedockten Tastatur. Diese hält sehr zuverlässig, hat einen angenehmen Druckpunkt und ist auch von der Oberflächenbeschaffenheit her sehr angenehm. Ich nutze das Stylistic mit Tastatur sowohl in der Schule als auch zu Haus auf dem Sofa. Ersteres Einsatzszenario unterscheidet sich kaum von einem klassischen Laptop. Wichtig für mich ist hier, dass gängige Windowssoftware, insbesondere für den Physikunterricht (Cassy zur Messwerterfassung, Geogebra für  Animationen) reibungsfrei funktioniert. Was soll ich sagen: Bislang bin ich nicht auf größere Probleme gestoßen, alles läuft reibungslos. Letzteres Einsatzszenario funktioniert auch, jedoch ist mir persönlich die mitgelieferte Tastatur etwas zu dünn. So habe ich das Gefühl, dass die Tastatur sich in sich minimal verbiegt, wenn sie auf den (natürlich leicht unebenen) Oberschenkeln liegt.

Der Stift, das eigentliche Highlight

Begeistert hat mich der mitgelieferte Stift: Gerade im Vergleich zu dem bislang von mir genutzten kapazitiven Stift ist der aktive Stift mit Wacom-Technik wirklich großartig! Handschriftliche Notizen schreiben sich (beinahe) wie auf Papier, das Schreibtempo ist gut. Das entstandene Schriftbild ist mehr als in Ordnung. Ich habe den Umstieg in Bezug auf den Stift keine Sekunde bereut.

Als erstes Fazit lässt sich festhalten: Fujitsu hat mit dem Stylistic R727 ein Gerät entwickelt, dass für mich den Arbeitsalltag spürbar erleichtert. Gerade auch im Vergleich zum Surface muss sich das Stylistic nicht verstecken. Das umfangreiche Zubehör rundet den guten Eindruck ab. Allerdings: Das alles hat seinen Preis, günstig ist das Stylistic R727 nicht.

In den nächsten Wochen werde ich einige der oben nur angerissenen Punkte noch einmal genauer beleuchten – in eigenen Artikeln. Einige Impressionen auf den folgenden Bildern.

Thunderbird und OwnCloud – Kontakte synchronisieren

Ich habe ein neues Spielzeug: Ein Fujitsu Stylistic R727. Dieses Gerät ersetzt mein in die Jahre gekommenes ThinkPad aus Unitagen. Und im Zuge der Einrichtung dieses wirklich schönen Gerätes musste natürlich auch entsprechende Software neu aufgesetzt werden. Im Zuge dessen stieß ich in den letzten Tagen auf ein Üroblem: Seit nunmehr einigen Jahren bin ich zufriedener Nutzer von OwnCloud. Kalender und Kontakte sind mittlerweile hier abgelegt und nicht mehr bei Google. Auf meinem Handy klappt die Synchronisation über die Protokolle CalDAV für Kalender bzw. CardDAV für Kontakte hervorragend, die Protokolle werden nativ unterstützt.

Anders sieht das Ganze leider unter Windows aus. Hier nutze ich die hervorragende Software Thunderbird für meine tägliche digitale Komunikation. Doch leider unterstützt weder Windows, das Betriebssystem des Stylistic, noch Thunderbird von Haus aus die entsprechenden Protokolle. Auf meinem alten Thinkpad verrichtete der SoGO-Conector erfolgreich seine Arbeit und synchronisierte Kontakte zwischen OwnCloud und Thunderbird. Ein Versuch auf dem neuen Rechner scheiterte trotz diverser anderslautender Anleitungen im Internet jedoch. Leider scheint dieses Plugin nicht mehr zuverlässig mit aktuellen Neuinstallationen zu funktionieren. Nach längerem Suchen bin ich auf das Plugin Cardbook gestoßen. Hier findet man eine reich bebilderte Anleitung. Was soll ich sagen? Installiert, eingerichtet, funktioniert.

Bei Nutzung von OwnCloud findet sich der korrekte Link übrigens direkt in der App „Kontakte“. Dort einfach auf das Zahnrad klicken und den entsprechenden Link per Copy and Paste bei Cardbook als neues Adressbuch anlegen. Benutzername und Passwort entsprechen dem üblichen Passwort von OwnCloud. Die Synchronisation funktionierte so auf Anhieb, Probleme sind bislang keine aufgetreten.

Vorbereitung GDCP-Workshop: Die dokumentarische Methode

Gemeinsam mit meiner Kollegin Janne Krüger gestalte ich in diesem Jahr im Rahmen der diesjährigen Jahrestagung der GDCP in Regensburg einen Workshop zur dokumentarischen Methode. Die Zeit auf dem Workshop ist für den Gegenstand äußerst knapp – und wir sind uns unsicher, was das Vorwissen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer angeht. Daher haben wir uns für folgendes Vorgehen entschieden:

  • Zur Vorbereitung bitten wir alle Teilnehmer_innen, einen kurzen Fragebogen zu beantworten. So können wir das Vorwissen besser einschätzen und den Workshop zielgerichteter Planen.
  • Ebenfalls im Vorfeld bitten wir alle Teilnehmer_innen, sich inhaltlich auf den Workshop anhand von Literaturhinweisen vorzubereiten. Dazu unten mehr. Fragen und Anmerkungen zu den gelesenen Texten dürfen Sie und Ihr gern direkt hier in den Kommentaren hinterlassen. Eventuell entstehen so bereits im Vorfeld Diskussionen, die wir vor Ort aufgreifen können.
  • In Regensburg werden wir die Zeit nutzen, um einen kurzen Überblick über die Methode zu geben – und ggf. im Vorfeld aufgekommene Fragen zu klären. Außerdem möchten wir praktisch arbeiten – wenn möglich mit Interviewmaterial aus dem Kreis der Teilnehmer_innen (siehe Umfrage).
  • Nach Abschluss des Workshops stellen wir die Präsentation hier (passwortgeschützt) online.

Zur (inhaltlichen) Vorbereitung gibt es einen Auszug aus meiner Dissertation, der sich ausführlich mit der dokumentarischen Methode beschäftigt. Ich habe ihn, wo notwendig, gekürzt. Den Ausschnitt finden Sie und Ihr hier. Der Text steht, wie die gesamte Dissertation, unter der CC-BY-NC-ND-Lizenz und kann ggf. über meine Dissertation zitiert werden (Sander, H. (2017): Orientierungen von Jugendlichen beim Urteilen und Entscheiden in Kontexten nachhaltiger Entwicklung. Eine rekonstruktive Perspektive auf Bewertungskompetenz in der Didaktik der Naturwissenschaft. Studien zum Physik- und Chemielernen, Band 216. Berlin: Logos. S. 112-123).

Einen vergleichbaren Abschnitt findet man auch in der Dissertation von Janne, die ebenfalls unter einer CC-Lizenz vorhanden ist. Ebenfalls einen guten Einstieg bildet der Text von Arnd Nohl. Offene Fragen und Anmerkungen kommen – wie erwähnt – gern in die Kommentare.

Also, frohes Lesen. Wir freuen uns auf Regensburg!

Dissertation im Logos-Verlag erschienen

Seit einigen Wochen ist es nun endlich vollbracht: Meine Dissertation ist im Logos-Verlag in der „Gelben Reihe“ der Naturwissenschaftsdidaktik als Buch erschienen. Es ist schon ein schönes Gefühl, das eigene Buch nach über drei Jahren harter Arbeit endlich in Händen zu halten. Insbesondere der Moment, in dem die Autorenexemplare in einem riesigen, schweren Karton bei mir eingetroffen sind. Eine Entschuldigung für das schwere Tragen an dieser Stelle an den freundlichen Paketzusteller… Wer hätte das am Anfang der Promotionszeit gedacht? Ich freue mich jedenfalls wie Bolle.

Wichtig bei der Veröffentlichung war mir, dass das Buch auch Open Access verfügbar ist, also von jedem und jeder Person ohne weitere Hürde lesbar ist. Ich glaube, dass diese Art der Veröffentlichung bei aus öffentlichen Mitteln finanzierter Forschung zum Standard werden sollte. Ein kleiner Hinweis: Die Mehrkosten für eine derartige Veröffentlichung halten sich im Rahmen und bewegen sich im sehr unteren dreistelligen Bereich. Zumindest gilt dies für den Logos-Verlag.

Alles in allem dürfte die Tantieme der VG Wort im nächsten Jahr mehr als ausreichen, um das Buch zu refinanzieren – auch mit Open Access. Daher: Das Buch ist sowohl als Print-Version zu haben – und auch digital unter einer Creative Commons Lizenz. Der Download ist direkt über den Verlag möglich – oder auch über meinen Server. Beachtet die CC-BY-ND-Lizenz!

Die Print-Version trägt den treffenden – aber zugegeben sperrigen – Titel „Orientierungen von Jugendlichen beim Urteilen und Entscheiden in Kontexten nachhaltiger Entwicklung. Eine rekonstruktive Perspektive auf Bewertungskompetenz in der Didaktik der Naturwissenschaft“ und ist über den gut sortierten Buchhandel unter der ISBN 978-3-8325-4434-8 zu beziehen – oder direkt über den Verlag.

F4 geht auch anders: Audiotranskription mit easytranscript

Während meiner Promotionszeit habe ich vor allem F4 zur Transkription benutzt. Da die Universität jedoch keine aktuelle Version von F4 lizenziert hatte, habe ich mich mit einer relativ alten Version herumgeärgert. Geärgert trifft es dabei recht gut: Zwar funktionierte F4 meist zuverlässig, ab und an „verschwanden“ aber ganze Textzeilen (und waren nur noch in Word sichtbar). Mittlerweile habe ich einen neuen PC – und war für meine Staatsexamensarbeit auf der Suche nach einer Alternative.

Die Alternative zu F4: Easytranscript

Und ich kann sagen: Ich habe nach längerer Recherche im Internet eine sinnvolle Alternative zu F4 gefunden. Sie heißt easytranscript, funktioniert sehr zuverlässig und bietet einen zu F4 weitgehend identischen Funktionsumfang. Und das beste ist: easytranscript steht unter der GNU-Lizenz. Als Audioquellen liets easytranscript die gängigen Audioformate, der Output erfolgt – wie auch bei F4 – als Rich-Text-Format-Datei (.rtf). Diese lassen sich dann weiter in Word bearbeiten oder zur Analyse bspw. in MaxQDA öffnen.

Screenshot des Arbeitsfensters von easytranscript

Easytranscript führt den Benutzer intuitiv durch die Erstellung eines neuen Transkripts und bietet einen zu F4 vergleichbaren Audioplayer mit den bekannten Funktionen (Pausieren/Abspielen mit „F4“ oder einem Fußschalter, Vor- und Zurückspulen, langsames Abspielen). Abkürzungen wie z.B. die Namen von Personen lassen sich mit Hilfe von Tastaturkürzeln schnell einfügen – und lassen sich weitgehend personalisieren. Praktisch ist auch die „Stenographie-Funktion“: Hier lassen sich schnell eigene Abkürzungen erstellen, die easytranscript automatisch in die definierten Wörter umwandelt.

Kurz und gut: Easytranscript hat bei mir F4 als Transkriptionssoftware abgelöst. Welche Transkriptionssoftware benutzt ihr?

Dokumentenkamera mit Mehrwert: Smartphone und Tablet kabellos an den Beamer bringen 

Wie schafft man es, Tablet und Smartphone schnell, einfach und kostengünstig mit einem Beamer zu verbinden? Diese Frage trieb mich um, seit ich im letzten Sommer mein Referendariat begonnen habe. Zur Ausgangssituation in unserer Schule ist zu sagen, dass in den Fachräumen zwar Beamer vorhanden sind. Von HDMI – Anschlüssen oder gar kabellosen Möglichkeiten der Verbindung träume ich jedoch höchstens. Es sollte also mein Android – Tablet möglichst zuverlässig und kostengünstig mit den vorhandenen Beamern verbunden werden. Welche didaktischen Möglichkeiten das eröffnet – dazu später mehr.

Kern der Lösung, mit der ich seit einigen Wochen sehr zufrieden bin, ist Miracast. Mit diesem Übertragungsstandard lässt sich das Display eines aktuellen Android-Gerätes über ein lokales WLAN auf einen größeren Monitor duplizieren. Auf dem Beamer ist also alles zu sehen, was ich auch auf dem Tablet sehe. Leider funktioniert Miracast, oftmals im System auch unter „Display duplizieren“ zu finden, jedoch nicht mit jedem Gerät.

Auf Seiten des Beamers wird ein entsprechender Empfänger benötigt. Der Empfänger von Microsoft erledigt bei einigen Kollegen offenbar sehr zuverlässig seine Dienste, ist jedoch nicht ganz billig. Ich selbst habe hingegen ohnehin einen firetv – Stick von Amazon. Und dieser Stick kann ebenfalls als Empfänger fungieren. Ein langer Druck auf die Home – Taste der Fernbedienung bringt die entsprechende Funktion zum Vorschein.

Hat der Beamer, wie in meinem Fall, nur einen analogen VGA – Eingang, so ist zudem zwischen firetv – Stick und Beamer noch ein Analog – Digital – Wandler notwendig. Ich habe gute Erfahrungen mit diesem Modell hier gemacht. Allerdings benötigt sowohl der Stick als auch der Analog – Digital – Wandler eine Stromversorgung über Mini – USB. Diese wird, um Steckdosen zu sparen, bei mir über ein USB-Hub sichergestellt, das direkt mit einem handelsüblichen Netzteil verbunden ist.

Alles zusammen sieht etwas wirr aus, lagert aber bei mir fertig zusammengebaut auf meinem Wagen in der Sammlung (siehe Foto). Es ist im Unterrichtsalltag schnell angeschlossen und funktioniert sehr zuverlässig. Um weitere Probleme mit älteren Beamern zu vermeiden lohnt es sich, die Auflösung des Sticks zu reduzieren. Hierzu lange auf die Home-Taste der Fernbedienung des Sticks drücken und die entsprechenden Einstellungen vornehmen.

Das didaktische Potential

Wie nutze ich die neu gewonnene, kabellose Freiheit? Zum einen ganz klassisch um Videos oder Präsentationen zu zeigen. Mein Tablet ist per LTE mit dem Internet verbunden, meine Dateien für den aktuellen Unterricht liegen per Boxcryptor verschlüsselt in der Cloud. Das Vergessen von USB-Sticks oder Inkompatibilitäten der Dateien mit in der Schule vorhandener Software stellen somit kein Problem (mehr) dar. Durch das Tablet kann ich mich frei im Raum bewegen und somit den Raum flexibel nutzen.

Zum anderen – und darin liegt meines Erachtens der besondere Vorteil meines Setups – nutze ich das Tablet zum Vergleich von Schülerlösungen. Hausaufgaben können fotografiert und projiziert werden, Ergebnisse von Gruppenarbeiten ebenso. Somit entfällt Zeit zum Anschreiben an der Tafel und auch sonst stillere Schülerinnen und Schüler können gezielt zum Vorstellen ihrer (guten) Arbeitsergebnisse ermutigt werden.

Darüber hinaus sind gedankliche Irrungen und Wirrungen in den Mappen der Schüler direkt sichtbar: aus durchgestrichenen Ideen und Ansätzen kann man oft mehr lernen als aus der richtigen Lösung. Fehler können so im Unterricht produktiv genutzt werden.

Ein weiteres denkbares Einsatzszenario ist bspw. die Projektion von Experimenten. Hierzu kann ein Tablet oder ein Smartphone mit Hilfe von Stativmaterial befestigt werden. Die Kameraapp zeigt dann direkt das Livebild – was per Miracast auf den Beamer projiziert wird.

Kollegen erweitern ein ähnliches technisches Setting um ein selbstgebautes Stativ oder nutzen klappbare Lampen für eine verbesserte Beleuchtung. Denn gerade Letztere stellt zumindest bei meinem günstigen Tablet oftmals ein Problem dar und erfordert häufig das mehrfache Fotografieren. Allerdings: Auch mein Smartphone ist ebenso schnell mit dem Stick verbunden – und macht natürlich deutlich bessere Bilder als mein Tablet.

Habt auch ihr ähnliche Erfahrungen?

Stipendien, Stellen, Stolpersteine: Die Finanzierung der Promotion

Geld verdienen während der Promotion - notwendiges Übel? Andreas Hermsdorf / pixelio.de
Geld verdienen während der Promotion - notwendiges Übel? Andreas Hermsdorf / pixelio.de
Geld verdienen während der Promotion –
notwendiges Übel? Andreas Hermsdorf / pixelio.de

Ist der Entschluss zu promovieren erst einmal gefallen, stellt sich unweigerlich die Frage nach der Finanzierung. Anders gesagt: Wovon möchtet ihr die nächsten Jahre euren Lebensunterhalt bestreiten? Im Wesentlichen bieten sich hierfür drei Möglichkeiten an: Eine Anstellung als wissenschaftlicher Mitarbeiter, ein Promotionsstipendium oder die eigene Berufstätigkeit. Kleine Nebeneinnahmen lassen sich unter bestimmten Voraussetzungen mit Hilfe von Lehraufträgen, Vorträgen, Workshops sowie Sozialleistungen wie Arbeitslosengeld oder Wohngeld erzielen.

Dieser Beitrag ist Teil einer Serie zum Thema Promotion in Erziehungswissenschaften.

Rahmenbedingungen: Worauf ist bei der Suche nach einer Finanzierung zu achten?

Der Entschluss für eine der oben skizzierten Finanzierungsmöglichkeiten ist sicher eines nicht: Ein freier. Denn du bist, ist erst einmal ein Betreuer für die Promotion und eine Idee für eine Fragestellung gefunden, an verschiedene Rahmenbedingungen gebunden. Gerade am Anfang ist es in meinen Augen wichtig, diese auch offen mit dem Betreuer zu diskutieren. Es ist zum Beispiel zu klären:

  • Ist überhaupt eine Mitarbeiterstelle verfügbar? Oder gibt es in der Arbeitsgruppe des Betreuers ein Drittmittelprojekt, in dessen Rahmen möglicherweise eine Stelle verfügbar ist?
  • Ist das Thema bereits so konkret, dass eine Bewerbung auf ein Stipendium Aussicht auf Erfolg hat?
  • Wie eingebunden bist du derzeit in eine eigene Berufstätigkeit? Besteht die Chance, diese mit der Promotion möglichst sinnvoll zu verbinden?

Mitarbeiterstellen: Krankenversicherung, Lehre und Universitätsmitgliedschaft

Mit einer Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter sind einige Annehmlichkeiten verbunden: Du bist vollwertiges Mitglied der Universität (in der Statusgruppe des wissenschaftlichen Personals) und kannst als solches an der Wahl des Personalrates oder z.B. in Berufungsausschüssen teilnehmen. Zudem erhälst du, zumindest in Hamburg, einige Annehmlichkeiten: Ein eigenes Büro ist dir sicher, die Ausleihfristen in den Fachbibliotheken sind teilweise länger, du erhälst unkompliziert einen eigenen Schlüssel und eine universitäre E-Mail-Adresse. Zudem bist du, da die Einstellung in der Regel auf Basis des Tarifvertrags der Länder (TV-L) erfolgt, als normaler Arbeitnehmer sozialversichert, d.h. du entrichtest Beiträge in die gesetzliche Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung und bist über denen Arbeitgeber in der Berufsgenossenschaft abgesichert, wenn dir auf dem Weg zur Arbeit etwas passiert. Besonders in der Endphase der Promotion kann das nützlich sein: Nach Ende deiner (befristeten) Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter hast du Anspruch auf Arbeitslosengeld und kannst dieses ggf. zur Fertigstellung deiner Doktorarbeit nutzen.

Die Anstellung als wissenschaftlicher Mitarbeiter in Hamburg erfolgt entweder als sogenannte Projektstelle (a) oder auf Basis von § 28, Hamburgisches Hochschulgesetz (b):

  1. du arbeitest in einem Drittmittelprojekt. Deine Dissertation beschäftigt sich in der Regel mit einem Aspekt des Projektthemas, du bist also nicht vollständig frei in der Themenwahl. Allerdings: Du hast meist keine Lehrverpflichtung, die Bezahlung ist u. U. etwas besser und du bist in ein funktionierendes Team eingebunden, das gemeinsam an einem Thema arbeitet.
  2. jede Professur hat eine bestimmte Anzahl dieser Stellen. Die Themenwahl ist hier meist offen, ein konkretes Forschungsprojekt wird gemeinsam mit dem Betreuer entwickelt. Meist sind diese Stellen mit einer (kleinen) Lehrverpflichtung verbunden.

Die Vorteile einer Stelle, insbesondere im Hinblick auf die Sozialversicherung, solltest du keinesfalls unterschätzen. Gerade bei Promotionsstipendien gibt es hier einige Fallstricke, die es unbedingt zu beachten gilt.

Stipendien: Unabhängigkeit – und kaum soziale Sicherung

Gibt es keine passende Stelle, so sind für die meisten Promotionsstipendien ein gangbarer Weg. Im Gegensatz zu den Mitarbeiterstellen bist du hier deutlich freier – und nicht direkt Mitglied der Universität. Einzige Ausnahme: Du bist als Promotionsstudent immatrikuliert. In diesem Fall bist du (ggf. weiterhin) „normaler“ Student und als solcher z.B. für das Studierendenparlament wahlberechtigt. Allerdings sind Dinge wie Schlüssel, Ausleihfristen in Bibliotheken, eine Universitätsadresse für E-Mails und ein Büro etwas schwerer zu bekommen:

  • Schlüssel werden i.d.R. vom Betreuer für dich ausgeliehen. Ein Büro darfst du an der Uni haben und bist insofern den Mitarbeitern beinahe gleichgestellt (siehe auch die entsprechenden Hinweise der Fakultät für Erziehungswissenschaft – an anderen Fakultäten gibt es ähnliche Regelungen).
  • Viele Bibliotheken bieten auch für Doktoranden (die als solche immatrikuliert sind) entsprechend längere Ausleihfristen an. Nachfragen lohnt sich!
  • An der Uni Hamburg bekommst du eine universitäre E-Mail-Adresse mit Hilfe eines speziellen Antrags.

Das schöne am Stipendiaten-Dasein: Du bist weitestgehend unabhängig! Dein Betreuer ist dein Betreuer (und nicht gleichzeitig dein Dienstvorgesetzter), du musst keinen Urlaub einreichen und hast keine Lehrverpflichtung. Zudem kannst du dich ganz dem Thema widmen, auf das du Lust hast. Der Nachteil: Du bist nicht sozialversichert.

Als Stipendiat musst du dich i.d.R. freiwillig gesetzlich versichern. Es soll immer wieder Krankenversicherungen geben, die dich als Student krankenversichern. Hartnäckig bleiben und bei vielen Versicherungen anfragen lohnt sich hier! Andernfalls musst du dich selbst versichern, das kostet in der gesetzlichen Krankenversicherung – je nach Höhe des Stipendiums – ca. 200 € pro Monat. Die Sache sieht nur anders aus, wenn du über deine Eltern oder deinen Ehepartner familienversichert sein kannst. In diesem Fall zählt dein Stipendium nicht als Einkommen und die Versicherung ist unproblematisch. Falls sich eine Versicherung hier querstellt, lohnt ein Blick in das gemeinsame Rundschreiben der gesetzlichen Krankenversicherungen zum Gesamteinkommen. Die GEW hat zum Thema Sozialversicherung in der Promotion einen Ratgeber veröffentlicht, der deutlich weitreichendere Informationen bietet.

Bleibt die Frage: Wo und wie finde ich eigentlich ein Promotionsstipendium?

Die großen Begabtenförderungswerke

Im Grunde hat jede im Bundestag vertretene Partei eine parteinahe Stiftung, die (auch) Promotionsstipendien vergibt. Die Rahmenbedingungen und Förderhöhen sind hier sehr unterschiedlich. Für Informationen möchte ich daher auf die Webseiten der Stiftungen verweisen.

Neben den parteinahen Stiftungen gibt es entsprechende Stiftungen der großen Religionsgemeinschaften. Voraussetzung für die Förderung ist meist, dass der zukünftige Stipendiat Mitglied der jeweiligen Glaubensgemeinschaft ist:

Parteiunabhängig ist die darüber hinaus die Studienstiftung des deutschen Volkes sowie die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung und die Stiftung der deutschen Wirtschaft. Für Promotionen in Hamburg lohnt sich auch ein Antrag auf Stipendien nach Hamburgischem Gesetz zur Förderung des wissenschaftlichen und künstlerischen Nachwuchses.

Ich selbst habe mich damals bei mehreren Stiftungen beworben. In den einzelnen Bewerbungsverfahren wurde mir das nicht zum Nachteil ausgelegt. Meiner Einschätzung nach sollte man jedoch darauf achten, dass die Stiftungen untereinander „weltanschaulich kompatibel“ sind. So scheint aus meiner Perspektive eine Bewerbung bei der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Hans-Böckler-Stiftung eher unproblematisch, während eine gleichzeitige Bewerbung bei der Ebert-Stiftung und der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung möglicherweise unangenehme Fragen provoziert.

Kleinere Stiftungen

Neben den „großen“ Stiftungen gibt es eine Vielzahl kleinerer, auf einzelne Zielgruppen oder Themen fokussierte Stiftungen. Allen voran kenne ich aus eigener Anschauung die Deutsche Bundesstiftung Umwelt. Für Erziehungswissenschaftler kann auch die Gerda-Henkel-Stiftung eine gute Anlaufstelle bilden.

Darüber hinaus ist es beinahe aussichtslos, die Vielzahl kleinerer Stiftungen hier aufzuführen. Hilfreich sind hier die folgenden Quellen:

  • Die GEW bietet einen umfangreichen Überblick über verschiedene Promotionsstipendien (Leider nur noch im WebArchive zu finden). Neben den ‚klassischen‘ Förderungsmöglichkeiten der Begabtenförderungswerke finden sich hier auch etwas exotischere Stipendien, die meist auf bestimmte Zielgruppen oder Themengebiete fokussiert sind.
  • Der Stipendienlotse des BMBF bietet den wohl besten Überblick über verschiedene Stiftungen und bietet eine komfortable Suchfunktion. Nur Mut!

Arbeiten neben der Promotion

Es ist natürlich auch möglich, neben der Promotion zu arbeiten. Dies sollte jedoch vorher gut überlegt sein, da der Zeitbedarf für die Promotion selbst meist höher ausfällt, als man zu Anfang denkt. Oftmals gut mit einem Stipendium (oder auch einer Projektstelle) zu vereinbaren sind Anstellungen an der Uni selbst, bspw. in Form eines Lehrauftrages. Auch Nachhilfe oder die Arbeit in der Gastronomie werden von einigen Doktoranden gern durchgeführt, da sie zeitlich flexibel zu gestalten sind.
Berufe mit regulären Arbeitszeiten sind meiner Erfahrung nach schwieriger mit der Promotion zu vereinbaren, da es oftmals schwierig ist, sich für Tagungen oder Treffen der Arbeitsgruppe frei zu nehmen. Hier sollte man vor Beginn der Promotion genau überlegen, inwieweit es sinnvoll, möglich und notwendig ist, neben der Promotion zu arbeiten.

Weitere Finanzierungsmöglichkeiten

Unter Umständen kann es sinnvoll sein, weitere Finanzierungsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen. Gerade für Kongressreisen ist das DAAD-Programm eine sinnvolle Option und kann die Teilnahme an Tagungen im Ausland möglich machen. Ein (erfolgloser) Antrag beim DAAD ist darüber hinaus meist die Voraussetzung, um an Fördertöpfe der Uni oder Sonderförderungen der einzelnen Stiftungen zu gelangen.

Auch die FAZIT-Stiftung vergibt Reisestipendien, auf die man sich mit  einem konkreten Vorhaben bewerben kann. Zudem ist es möglich, sich dort für einen Zuschuss zu den Druckkosten der Dissertation zu bewerben – auch diese wollen schließlich am Ende der Promotionszeit finanziert werden.

Gerade wer bereits Familie hat, hat unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf Wohngeld. Dabei handelt es sich um eine Sozialleistung, die vom Einkommen der Haushaltsmitglieder abhängt. Ob (realistische) Ansprüche auf Wohngeld bestehen, kann mit verschiedenen Wohngeldrechnern im Internet überprüfen. Ein Antrag ist recht einfach möglich.

Darüber hinaus bieten viele Fachgesellschaften Förderungen für bestimmte Vorhaben, z.B. Forschungsaufenthalte im Ausland oder die Teilnahme an entsprechenden Kongressen an. Hier lohnt es sich, im Vorwege die Förderungsmöglichkeiten in seinem jeweiligen Fachgebiet zu recherchieren. Für die Naturwissenschaftsdidaktik bietet die DPG entsprechende Fördertöpfe, auch die GDCP fördert oftmals die Teilnahme von Promovierenden an ihren Tagungen. Die ESERA vergibt alljährlich einen Travel Award, mit dessen Hilfe ein kurzer Aufenthalt an einer Hochschule im europäischen Ausland möglich ist.

Ein Fazit: Was soll ich tun?

Welche Art der Finanzierung für dich sinnvoll ist, lässt sich nicht allgemeingültig beantworten. Vielmehr hängt dies von den Rahmenbedingungen (siehe oben), deiner beruflichen und familiären Situation sowie deinen persönlichen Zielen und Wünschen ab. Die soziale Absicherung ist im Allgemeinen bei Mitarbeiterstellen deutlich höher, die persönlichen Freiheiten bei Stipendien. Der Verdienst ist insgesamt vergleichbar, wobei meist durch die Notwendigkeit, eine Krankenversicherung zu finanzieren, das Nettoeinkommen bei Stipendien etwas geringer ausfällt.

Bilder für den eigenen Blog: Lizenzfreie und kostenlose Fotos

Genauere Informationen über einzelne Bilder bei Wikimedia Commons - insbesondere über die Nutzungsrechte (roter Kasten)

Wahrscheinlich kennt ihr das: schreibt einen schönen Text und gebt euch hierbei richtig Mühe. Es steckt also viel Zeit und Herzblut in eurem Text – und trotzdem wirkt er am Ende eher fad, wenig aufregend. Was fehlt sind schöne Bilder, Grafiken oder Animationen, die den Text aufpeppen. Gerade im Internet gibt es hierbei jedoch einiges zu beachten: vor allem ist wichtig, dass ihr über die entsprechenden Veröffentlichungsrechte für die von euch genutzten Bilder verfügt. Verwendet ihr einfach irgendein Foto aus dem Internet, so besteht immer die Gefahr, dass ihr durch dieses Vorgehen Urheberrechte verletzt. Dies kann sehr schnell sehr teuer werden, da sich viele Anwälte gerade auf Abmahnungen von Urheberrechtsverletzung spezialisiert haben (und umgekehrt: auch ihr als Urheber fändet es sicher nicht lustig, wenn einfach jemand eure Bilder verwendet). Flattert so eine Abmahnung ins Haus, so wird die dort geforderte Strafe sehr schnell drei bis vierstellig. Gerade für kleinere, private Blogs und Webseiten ist dies in der Regel der Todesstoß. Gleiches gilt selbstverständlich auch für Printpublikationen und – genau genommen – natürlich auch für Arbeitblätter, die man beispielsweise für seinen eigenen Unterricht in der Schule erstellt. Hier wird es zwar eher keine Abmahnungen hageln, aber auch hier hält man sich eine Menge Ärger vom Hals, wenn man von vornherein darauf achtet, nur entsprechend geeignete Fotos zu nutzen. In der Lehrerfortbildung ist dieses Thema übrigens bereits angekommen

Verschiedene Bilder, verschiedene Lizenzen

Wer im Internet auf die Suche nach Fotos in Animationen geht, stolpert über eine Vielzahl an Bildern. Die Suche beispielsweise über die Google Bildersuche liefert eine Unmenge von Ergebnissen zu fast jedem denkbaren Stichwort. Allerdings steht nur ein Bruchteil dieser Bilder unter einer Lizenz, die euch ohne weiteres die Nutzung dieses Bildes erlaubt. Ich spreche im Folgenden von „freien“ Bildern und meine damit Bilder, die ihr legal und ohne schlechtes Gewissen nutzen dürft – meist mit der Auflage der Quellennennung. Verschiedene freie Lizenzen findet ihr mit entsprechenden Erläuterungen in der Wikipedia.

Was die unterschiedlichen Rechte angeht, so gibt es viele Unterschiede. Es gibt sogenannte gemeinfreie Bilder, der Nutzungsrechte mittlerweile abgelaufen sind oder die aufgrund anderer Gesetze für jedermann zur Verfügung stehen. Diese Bilder dürfen, teilweise sogar ohne Quellenangabe, verwendet werden. Eine sehr gute Anlaufstelle für derartige Bilder stellt die Seite Wikimedia Commons dar. In diesem Projekt werden für die unterschiedlichen anderen Projekte von Wikimedia die Mediendateien – und somit auch die Bilder gesammelt. In der Regel finden sich dort alle Bilder der Wikipedia – und können unter bestimmten, dort im einzelnen aufgeführten Bedingungen, genutzt werden. Klickt man auf eine Abbildung in der Wikipedia, so gelangt man zur entsprechenden Übersichtsseite bei Wikimedia Commons, wo in der Regel auch die Rechte des Bildes vermerkt sind. Dort erhält man weitere Informationen zur Verwendung des Bildes (siehe Abbildung).

Genauere Informationen über einzelne Bilder bei Wikimedia Commons - insbesondere über die Nutzungsrechte (roter Kasten)
Genauere Informationen über einzelne Bilder bei Wikimedia Commons – insbesondere über die Nutzungsrechte (roter Kasten)

Besonders beliebt: Creative-Commons-Lizenzen

Besonders beliebt unter den „freien“ Lizenzen ist die sogenannte Creative Commons Lizenz. Diese wird von der Creative Commons (CC) Organisation in Form vorgefertigter Lizenzverträge bereitgestellt. Stellt ein Urheber seine Grafiken unter eine solche CC-Lizenz, so dürfen diese Grafiken unter bestimmten Bedingungen von Nutzern, bspw. Webseitenbetreibern, weitergenutzt werden. Diese Bedingungen, die miteinander kombiniert werden können, sind im Einzelnen:

  • Namensnennung – von welchem (by) Urheber stammt die Grafik?
  • Keine Bearbeitung der Grafiken (no derivates – ND)
  • nicht-kommerzielle Verwendung (non commercial – NC)
  • gleiche Lizenzbedingungen bei Weitergabe (share alike – SA)

Genau genommen handelt es sich also bei den Creative Commons Lizenzen um ein ganzes Bündel unterschiedlicher Lizenzen, die sich durch Kombination der oben genannten Bedingungen ergeben (3.0 bezieht sich auf die Version der von der Creative Commons Organisation bereitgestellten Lizenzen):

  • CC BY 3.0: Namensnennung, keine weiteren Einschränkungen bei der Verwendung der Bilder.
  • CC BY-ND 3.0: Namensnennung, keine Bearbeitung der Grafiken bzw. Bilder.
  • CC BY-NC 3.0: Namensnennung, nur nicht-kommerzielle Verwendung.
  • CC BY-SA 3.0:  Namensnennung, Weitergabe nur unter gleichen Bedingungen.
  • CC BY-NC-ND 3.0: Namensnennung, keine Bearbeitung der Grafiken bzw. Bilder und nur nicht-kommerzielle Verwendung.
  • CC BY-NC-SA 3.0: Namensnennung, Weitergabe nur unter gleichen Bedingungen, nur nicht-kommerzielle Verwendung.

Eine Übersicht über die Creative Commons Lizenz bietet die folgende Abbildung.

Die Creative Commons Lizenz im Überblick (von Martin Mißfeldt / Bildersuche.org / CC-BY-SA 3.0)
Die Creative Commons Lizenz im Überblick (von Martin Mißfeldt / Bildersuche.org / CC-BY-SA 3.0)

Auch im Hinblick auf Bildungsmaterialien wird die Nutzung freier Lizenzen propagiert. Die UNESCO hat hierzu eine entsprechende Broschüre entwickelt. Diese ist im Hinblick auf die Nutzung freier Grafiken und Bilder im Schulunterricht absolut lesenswert.

Anlaufstellen für freie Bilder und Grafiken

Weitere gute Anlaufstellen für freie Abbildungen sind spezialisierte Bildarchive. Eine kleine Auswahl habe ich unten verlinkt, eine deutlich umfassendere Liste mit Bildarchiven findet ihr hier. Hier finden sich gezielt zur Nutzung freigegebene Bilder. Die Bildrechte bleiben in der Regel bei den Autoren der Bilder, jedoch werden bestimmte Rechte, wie zum Beispiel die Nutzung im Internet oder in Printpublikationen, unter gewissen Bedingungen weitergegeben. In der Regel umfasst dies eine Quellenangabe unter Namensnennung des Fotos. Inwieweit die Fotos bearbeitet werden dürfen, beispielsweise die Farbe verändert oder bestimmte Dinge mit Photoshop entfernt werden dürfen, regeln die Lizenzbedingungen dort.

Eine weitere Möglichkeit, entsprechend veröffentlichungsfähige Bilder zu finden, bietet die Google Bildersuche. In der erweiterten Suche besteht hier die Möglichkeit, gezielt nach Bildern unter einer Creative Commons Lizenz zu suchen. Die Suche funktioniert soweit gut, allerdings empfehle ich jedem, bei einem gefundenen Bild im einzelnen zu prüfen, ob es beispielsweise im eigenen Blog verwendet werden darf. Auch hier ist in der Regel eine Quellenangabe unter dem Bild unverzichtbar. Ich persönliche nutze für die Suche nach freien Bildern und Grafiken – anstatt der Bildersuche von Google – gerne die folgenden Seiten:

  • Pixabay bietet eine komfortable Suche und eine Vielzahl an Grafiken und Bildern an. Diese stehen teilweise unter einer freien Lizenz wie der Creative Commons Lizenz, teilweise dürfen sie auch ganz ohne Quellenverweis genutzt werden. Beachtet die Hinweise bei den einzelnen Grafiken!
  • Pixelio ist die von mir am häufigsten genutzte Bilddatenbank. Auch hier findet ihr eine komfortable Suchfunktion, entsprechende Hinweise zur Lizenz ebenfalls bei den einzelnen Bildern.
  • Wikimedia Commons wurde oben bereits zur Genüge vorgestellt.

Der einfachste Weg: eigene Bilder verwenden.

Der einfachste Weg, Bilder und Grafiken legal im eigenen Blog, auf der eigenen Internetseite – oder für die eigene Arbeit in der Schule – zu verwenden, ist sicherlich die Nutzung eigener Bilder. Unter der Maßgabe, dass hierbei keine Persönlichkeitsrechte fremder Personen verletzt werden, ist die Verwendung derartiger Bilder völlig unproblematisch. Sie stellt demnach in der Regel – sofern irgendwie möglich – die erste Wahl dar. Viele juristische Probleme hält man sich hierdurch vom Hals.

Promotion – Ja oder Nein?

Ja oder Nein
Foto: berwis / pixelio.de

Am Beginn meiner kleinen Artikelserie zum Thema Promotion steht eine Frage, die vermutlich für die meisten von euch ebenfalls zu Beginn geklärt werden muss: möchte ich eigentlich promovieren?

Die Beantwortung dieser Frage setzt vor allem voraus, sich über die eigene Motivation für die Promotion klar zu werden – und über die Rahmenbedingungen, unter denen man das Promotionsprojekt durchführt. Sollte man später zu dem Entschluss kommen, nicht zu promovieren, so gibt es hierfür sicherlich gute Gründe – genauso wie für eine Entscheidung für die Promotion.

Die Motivation zur Promotion

Am Anfang steht meist eine eher diffuse Überlegung: Könnte das nicht etwas für mich sein? Manchmal ist der Auslöser eine Frage des Professors nach den eigenen Plänen für die Zeit nach dem Studium, manchmal das Interesse für eine bestimmte Fragestellung. Im Idealfall kommt beides Zusammen: Ein (zukünftiger) Betreuer, mit dem man sich gut versteht, der seine Doktoranden nach Kräften unterstützt und hinter ihnen steht – und das Interesse für das Thema der Dissertation. Daneben sollte man sich trotzdem darüber klar werden, ob man selbst auch alle weiteren Voraussetzungen erfüllt. Hierzu ist es hilfreich, sich selbst einige Fragen zu beantworten:

  • Warum möchte ich eigentlich Promovieren? Ist es echtes inhaltliches Interesse – oder bin ich nur „an den zwei Buchstaben“ interessiert?
  • Welche Vor- und Nachteile hat der Doktortitel für meinen späteren Beruf? Man denke hier an sowohl an finanzielle Aspekte als auch an Fragen der Reputation oder von Jobperspektiven innerhalb wie außerhalb der Wissenschaft.
  • Ist mein soziales Umfeld bereit, mich bei der Promotion zu unterstützen? Dieser Aspekt sollte nicht unterschätzt werden, da z.B. eine feste Partnerschaft eine große Stütze während der Promotionszeit sein kann – gleichzeitig aber möglicherweise auch unter der Promotion leidet (prekäre finanzielle Situation, Stress des Doktoranden etc.)
  • Bin ich in der Lage, meine Arbeitszeit  selbsttätig zu organisieren und mich zum Arbeiten zu motivieren? Die Promotion erfordert dies ohne Frage. Vieles lernt man „unterwegs“, ein wenig Talent sollte man in meinen Augen hierfür jedoch bereits mitbringen.

Als Hilfe bei der Klärung der eigenen Motivlage gibt es z.B. eine Checkliste des Promotionsratgebers.

Gute Gründe für – und gegen! – die Promotion

Es gibt meiner Ansicht nach viele gute Gründe – gerade auch dann, wenn man wie ich ein Lehramtsstudium absolviert hat – weiter wissenschaftlich zu arbeiten (näheres zu meinem eigenen Promotionsprojekt erfahrt ihr hier und hier). Ich empfinde die Promotionszeit als große Bereicherung, da ich einerseits die Möglichkeit habe, mich intensiv mit einem Thema zu befassen, das mich interessiert. Andererseits – und das ist möglicherweise ein noch wichtigerer Aspekt – kann ich immer wieder über den Tellerrand hinausschauen. Ich bekomme immer wieder mit, woran andere Doktoranden arbeiten, habe Einblick in ihr spannendes Material und Gelegenheit, mich mit ihnen auszutauschen. Dies setzt natürlich die aktive Vernetzung mit Anderen voraus. Außerdem bekomme ich im Rahmen von Tagungen, Kolloquien und Sitzungen meiner Arbeitsgruppe immer wieder neue Einblicke und Denkanstöße in aktuelle Fragestellungen der Fachdidaktik. Eine so intensive Beschäftigung war im Studium nicht denkbar und ich würde soweit gehen, dass sich durch die Promotionszeit mein Blick auf Unterricht deutlich verändert hat. Das empfinde ich – zumindest im Moment, wo ich noch nicht selbst in der Schule unterrichte – als großen Gewinn.

Allein der Wunsch nach einem Titel ist in meinen Augen kein Guter Ratgeber, sich für die Promotion zu entscheiden. Man sollte nicht unterschätzen, dass die Promotionszeit eine lange Zeit ist, mit vielen Höhen und Tiefen. Gerade in den Tiefen (Den Krisen der Promotion) gilt es immer wieder, sich selbst zu motivieren. In den meisten Fällen funktioniert dies vermutlich besser, wenn man selbst für ein Thema „brennt“, sich nicht überwinden muss, am Promotionsprojekt zu arbeiten.

Ebenfalls schwierig wird die erfolgreiche Beendigung des Promotionsprojekts vermutlich dann, wenn schlicht die Zeit für die Arbeit an der Promotion fehlt. Muss man nebenbei für seinen Lebensunterhalt, vielleicht gar den Lebensunterhalt der eigenen Familie sorgen, ist man mit Hobbies oder der Pflege eines Angehörigen zeitlich stark eingespannt, so fällt es entsprechend schwer, Zeit für die Arbeit am eigenen Projekt zu finden. All diese Rahmenbedingungen gilt es im Vorfeld einer Promotion zumindest anzudenken.

Was also tun? Hilfreich ist es, sich im Vorfeld mit Menschen zu unterhalten, die selbst promovieren, wenn möglich in einem vergleichbaren Fachbereich. Hier bietet sich die einmalige Möglichkeit, Erfahrungen aus erster Hand zu erlangen und ein Gefühl dafür zu entwickeln, ob das „etwas für mich ist“. Traut euch und sprecht jemanden an!

In jedem Fall stellt der Beginn der Promotion eine wichtige Weiche in eurem Leben – und diese Entscheidung sollte man in meinen Augen nicht überstürzen, sondern sich über die Motive klar werden. Nicht jeder muss promovieren, um später erfolgreich zu werden. Schon gar nicht ist die Promotion Voraussetzung für ein glückliches Leben (auch wenn sie natürlich, bleibt man in der Wissenschaft, einen gehörigen Beitrag zur eigenen Zufriedenheit leisten kann). Auch eine bewusste Entscheidung gegen die Promotion kann eine sehr gute Entscheidung sein!

 

Dieser Artikel ist der Anfang einer längeren Serie zum Thema Promotion. Zur Übersicht über alle geplanten (und bereits erschienenen) Artikel geht es hier.

(Beitragsbild: berwis  / pixelio.de)

Die Promotion: Peer-to-Peer-Beratung an der Fakultät für Erziehungswissenschaft

Terminkalender. Bildquelle: Andreas Hermsdorf / pixelio.de
Die Tastatur - ein unverzichtbares Hilfsmittel zum Verfassen einer Doktorarbeit (Bildquelle: Jorma Bork / pixelio.de)
Die Tastatur – ein unverzichtbares Hilfsmittel zum Verfassen einer
Doktorarbeit (Bildquelle: Jorma Bork / pixelio.de)

Seit Oktober 2014 habe ich die Peer-to-Peer-Beratung für Promovierende und Promotionsinteressierte an der Fakultät für Erziehungswissenschaft der Uni Hamburg übernommen. Das Ziel der Beratung ist es, Promovierenden und solchen die es werden wollen eine Anlaufstelle für Fragen und Probleme zu bieten – und zwar in einem informellen, vertrauten Rahmen, der Raum für intensive Gespräche und den Austausch von Erfahrungen bietet. Im Rahmen der Beratung können zum Beispiel Fragen zur Finanzierung einer Promotion, zum Schreiben eines Exposés oder  auch zum Leben als Promovierender besprochen werden.

Einerseits gibt es die Möglichkeit, mich per Mail zu erreichen (promotionsberatung.ew {at} uni-hamburg.de). Andererseits gibt es natürlich auch die Möglichkeit, mich in meiner Sprechstunde zu besuchen. Diese findet jeden 1. und 3. Dienstag im Monat jeweils von 17-18 Uhr in Raum 309 (Von-Melle-Park 8, Hamburg) statt. Alle aktuellen Termine (und ggf. Abweichungen von diesen) finden sich auf meiner persönlichen Webseite an der Uni Hamburg.

Neben diesen Kontaktmöglichkeiten möchte ich nach und nach einige wichtige Informationen zum Thema Promotion hier zusammentragen. Diese dienen mir als kleine Gedankenstütze – und hoffentlich dem einen oder anderen Hilfesuchenden als erster Rat. Ich möchte deshalb in den nächsten Wochen und Monaten in Form einer kleinen Artikelserie verschiedene Themen beleuchten, die in der Beratung immer wieder diskutiert werden. Diese Serie findet ihr hier im Blog. Die einzelnen Artikel werde ich bei Bedarf dann jeweils erweitern und überarbeiten. Eine Übersicht über die bereits erschienenen Beiträge (und einige der geplanten) findet ihr immer auf dieser Seite. Bei Interesse setzt euch daher gern ein Lesezeichen – oder ihr sucht nach Artikeln in der Kategorie Promotion.

Bisher in der Reihe „Promotion“ erschienene (und geplante) Artikel

  1. Übersicht und Einleitung
  2. Promotion in Erziehungswissenschaft – Promovieren Ja oder Nein?
  3. Stipendien, Stellen, Stolpersteine: Die Finanzierung einer Promotion.
  4. Die Themenfindung
  5. Das Exposé: Wie? Was? Für wen?
  6. Kummulative Promotion oder Monographie: Eine Grundsatzentscheidung.
  7. Was gilt es beim Promotionsverfahren an der Uni Hamburg zu beachten?
  8. Literaturverwaltung: Von Anfang an Ordnung in die Unordnung bringen mit Citavi und Co.
  9. Strukturiertes Schreiben: Office, Openoffice, LaTeX und Co.
  10. Hilfsmittel für qualitative Forschung: MaxQDA und Datenbanksysteme
  11. Stolpersteine und Probleme bei der Promotion: Wie behält man die Motiavtion?
  12. Geld verdienen nebenbei: Die VG Wort
  13. Korrekturlesen, Lektorate und die liebe Zeit: Die Dissertation schreiben
  14. Die Prüfung: Auswahl der Gutachter, Disputation, Urkunde
  15. Die Publikation: Online? Offline? Druckkosten?

(Quelle des Titelbildes: Andreas Hermsdorf  / pixelio.de)

Geschlossene Mailinglisten erstellen mit Google

Auch in Zeiten von Smartphones und Whatsapp schreiben noch immer viele Leute E-Mails. In diesem Zusammenhang sind Mailinglisten schon praktisch: Man kann eine bestimmte Gruppe an Menschen erreichen, ohne jedesmal alle Empfänger einzeln in der E-Mail zu nennen (und dann ggf. jemanden zu vergessen). Beispielsweise kann dies sehr nützlich für eine größere Arbeitsgruppe sein, die regelmäßig per E-Mail miteinander kommuniziert. Wie jedoch lässt sich eine Mailingliste schnell und einfach erstellen?

„Geschlossene Mailinglisten erstellen mit Google“ weiterlesen

Neue Webseite online: Tagungsanmeldung

Seit einigen Tagen ist eine neue von mir entwickelte Webseite online: Das Anmeldesystem für die Jahrestagung der „Gesellschaft für Fachdidaktik“ (GFD), die im Herbst an der Universität Hamburg stattfindet. Kern des Anmeldesystems ist ein Eingabeformular, dass die eingegebenen Werte überprüft und aufbereitet. Die Daten werden in einer MySQL-Datenbank gespeichert und anschließend in Filemaker (einem anderen Datenbanksystem) weiterverarbeitet. Die Anmeldung ist (derzeit) hier zu erreichen.

Neue Webseite: Chemiedidaktik an der Universität Hamburg

Die Webseiten der Physik– und Biologiedidaktik waren schon seit einiger Zeit online. Mittlerweile seit Sommer 2014 komplettiert nun auch die Webseite des (kleinen) Arbeitsbereichs der Chemiedidaktik die Webseiten der Naturwissenschaftsdidaktik an der Universität Hamburg. Technisch basiert diese Seite, wie auch die beiden anderen genannten, auf einer modifizierten WordPress-Installation. Dabei kommen verschiedene Plugins zum Einsatz. Zudem wurden einige Unterseiten mit Custom-Post-Types realisiert. Die besondere Herausforderung war hierbei die Verknüpfung verschiedener Custom-Post-Types miteinander, um beispielsweise Mitarbeiter der Arbeitsgruppe mit verschiedenen Projekten zu verknüpfen. Dies wurde über entsprechende MySQL-Abfragen realisiert.

Neben der Programmierung der Webseite habe ich das Logo für die Chemiedidaktik entwickelt. Ein wenig Inspiration kam dabei vom Vorspann der Fernsehserie Breaking Bad: Dort werden Teile der Vornamen als Elementsymbole des Periodensystems der Elemente hervorgehoben. Diese Idee habe ich bei der Entwicklung des Logos aufgegriffen.

Neue Webseite: Biologiedidaktik an der Universität Hamburg

Seit einigen Tagen ist eine neue, von mir erstellte Webseite online – und nun auch hier unter „Webdesign“ zu finden. Die Arbeitsgruppe Biologiedidaktik der Universität Hamburg erhielt dabei im Wesentlichen ein ähnliches System wie bereits die Webseite der Physikdidaktik, für die ich ebenfalls verantwortlich bin. Wer einen Blick auf die neue Seiten werfen möchte, kann dies hier tun.

Wie setzt sich die Schülerschaft einer Schule eigentlich zusammen?

Die genaue sozio-ökonomische Zusammensetzung der Schülerschaft einer bestimmten Schule ist nicht nur interessant. Sie ist auch wichtig, um auf politischer Ebene Fördermaßnahmen zu koordinieren und letztlich Gelder zu verteilen. Aber auch aus wissenschaftlicher Perspektive heraus ist die Zusammensetzung der Schülerschaft wichtig, um bspw. Stichproben für Befragungen begründet zusammenstellen zu können.

In Hamburg wird die sozio-ökonomische Zusammensetzung der Schülerschaft einer Einzelschule mit Daten der KESS-Studie ermittelt. Aus diesen Daten wird mit Hilfe statistischer Modelle jede Schule einer bestimmten, relativen „Belastungskategorie“ zugeordnet. Dies geschieht in Form einer Einzelnote (1-6). Hierbei haben Schulen der Kategorie 1 eine aus sozio-öknomischer Sicht benachteiligte Schülerschaft, Schulen der Kategorie 6 entsprechend das Gegenteil. Die Berechnung stützt sich dabei auf die Habitus-Theorie Bourdieus und bezieht weiterhin Merkmale wie den Migrationshintergrund mit ein. Genaueres zur Berechnung findet man hier.

Leicht zu finden sind Mittelwerte über ganz Hamburg oder einzelne Schularten verteilt. Diese sind, relativ offensichtlich, für die Generierung einer Stichprobe aber vergleichsweise ungeeignet. Hierzu benötige ich Werte, die auf Einzelschulebene aufgelöst sind. Möchte ich beispielsweise Schulen mit KESS-Index 1 und Schulen mit KESS-Index 6 vergleichen, muss ich die Schulauswahl entsprechend treffen. Solche auf Ebene der Einzelschule aufgelösten Zahlen sind aber nur schwer zu finden. Nach längerem Suchen bin ich nun aber tatsächlich fündig geworden und möchte meinen Fund der Allgemeinheit nicht vorenthalten. Wer also schon immer mal einen genauen Blick auf die Zusammensetzung der Hamburger Schülerschaft werfen wollte, wird hier fündig.

Warum man Physik nicht nur online lernt. Ein Kommentar zu Richard David Precht.

Heute morgen Vor einigen Tagen bin ich bei Twitter auf einen interessanten Artikel gestoßen, der mich zu einem längeren Kommentar reizt. Eine gute Gelegenheit, um meinem Blog mal wieder inhaltliches Leben einzuhauchen!

In dem bereits angekündigten Artikel geht es um die Keynote des deutschen Philosophen Richard David Precht, der ja schon oftmals mit teils provozierenden Thesen zum deutschen bildungssystem aufgefallen ist. Er kritisiert die Gliederung der Schule in Unterrichtsfächer und plädiert für stärker projektorientiertes Arbeiten, am besten fächerübergreifend. Soweit, so klar. Im Folgenden beziehe ich mich auf den Blogeintrag, nicht auf die Originalrede von Precht, die ich nicht gehört habe. Ich gehe dabei chronologisch entlang des Artikels von bildungsdoc vor.

„Dass wir den Unterricht so schematisieren als wäre die Welt ein Apothekerschrank, in dem es lauter Fächer gibt, ist dem vernetzten Denken nicht zuträglich“, kritisiert Richard David Precht das aktuelle Schulsystem. Genau das Gegenteil sei notwendig. Denn alle großen Innovationen der Menschheit seien dadurch entstanden, dass jemand erstmals Dinge miteinander in Verbindung brachte, die scheinbar nichts miteinander zu tun hätten. Projektarbeiten und individuelles Lernen empfiehlt der Philosoph deshalb ab dem sechsten Schuljahr

Trotzdem ist eine Gliederung, die ja nicht nur historisch bedingt ist, aus meiner Sicht in Maßen sinnvoll. Um Precht auf quasi eigenem Gebiet, der Philosophie,  zu kritisieren: betrachtet man die Wissenschaften selbst, so beschäftigen sich diese relativ klar mit unterschiedlichen Dingen. Während sich die Naturwissenschaften, verzeiht die kurzzeitig realistische Denkweise, mit Dingen ohne eigenen Willen beschäftigen, beschäftigt sich die Sozialwissenschaft mit sozialer, d.h. von Akteuren mit eigenem Verstand bereits konstruierter Wirklichkeit. Mit Schütz gesprochen geht es im ersten Fall also um Konstruktionen erster, im zweiten Fall um solche zweiter Ordnung. Ähnliche Überlegungen lassen sich sicherlich für geistes-, sprach- und künstlerische Wissenschaften anstellen. Diese Unterschiede im Wirklichkeitszugriff müssen sich, folgt man der These, dass sich die Fächer in der Schule zumindest auch auf die Wissenschaften beziehen, in meinen Augen in Teilen in der Schule widerspiegeln. Zudem ist, wie nicht erst seit Hattie diskutiert wird, der Lehrer wichtig für gelingendes Lernen. Und nur motivierte, für ihr Fachgebiet begeisterte Lehrer können nachhaltiges Lernen ermöglichen. Lehrer, die sich für alles begeistern, wird man aber wohl vergebens suchen. Kurzum: aus meiner Sicht ein klares Ja zu mehr fächerübergreifendem Lernen. Und auch zu Gedanken über weniger Fächer. Eine vollständige Auflösung der Fächer? Nein.

„Mathe und Physik lernt man zum Beispiel am besten am Computer – ohne störende Klassenkameraden, die nicht mehr folgen können, auf die der Lehrer aber Rücksicht nehmen muss“, so Precht. Bereits heute sei hochintelligente Lernsoftware auf dem Markt, beispielsweise entwickelt von der Khan Academy und von amerikanischen Elite-Unis wie dem MIT oder Harvard.

Und hier ist mir dann wirklich ein wenig der Kragen geplatzt. Zunächst einmal spricht sich Precht und auch der Autor des Blogs gegen reines Faktenlernen aus, zumindest implizit. Und dann soll man Physik und Mathematik lieber gleich per PC einbimsen? Als ob diese Fächer allein aus Fakten bestünden.

Besonders für die Physik gilt hier aus meiner Sicht noch immer das Diktum von Martin Wagenschein : rettet die Phänomene! Gerade in der heutigen Zeit kommt, im Lichte eines Prechts, diesen Phänomenen besondere Bedeutung zu. Diese können eben nicht digital unmittelbar erfahren und exploriert werden. Dies geht nur analog und aus meiner Sicht nur gemeinsam mit anderen Schülern. Durch die Auseinandersetzung mit Natur bilden sich hier eigene, auch soziale Kompetenzen heraus. Dies, lieber Herr Precht, ist Physik. Nicht das Auswendiglernen von Fakten.

Auch mit Blick auf die Wissenschaft Physik ist ein rein digitales Lernen undenkbar. Folgt man meiner Argumentation von oben, so sollte der schulische Physikunterricht auch das Lernen über Physik, mithin das eigene Erfahren von Physik, ermöglichen. Und die Physik ist inhärent sozial. Durch eine Vermittlung allein des Lehrbuchwissens erziehen wir in der Schule wissenschaftsgläubige Schüler, die sich nicht kritisch zu naturwissenschaftlichen Sachverhalten positionieren können. Das muss allerdings das Ziel von Schule sein.

Prechts Argument, dass schwächere Schüler die stärkeren beim Lernen behindern würden, ist auf den ersten Blick sehr plausibel. Aus der empirischen Forschung wissen wir mittlerweile aber recht gut, dass Heterogenität für alle eher positiv ist – entsprechend qualifizierte Lehrer vorausgesetzt. Zudem ist der Umgang mit eigenen und fremden Schwächen aus meiner Sicht ein wichtiges Bildungsziel – und nur in heterogenen Lerngruppen erreichbar. Zudem bestehen Naturwissenschaften ja nicht nur aus dem rein kognitiven Durchdringend von Fakten. Vielmehr zeichnet sich gerade die Physik als größtenteils experimentelle Wissenschaftdurch soziale Praxis aus. In diese soziale Praxis kann jeder Schüler seine Fähigkeiten einbringen – und sei es als Protokollant, talentierterExperimentator oder eben großer Theoretiker. Nur so ist der Erwerb eines positiven Selbstbilds und eines positiven Wissenschaftsbildes möglich.

„Wichtig ist, was junge Menschen können, wenn sie aus der Schule kommen – und vor allen Dingen, was sie langfristig aus ihrer Schulzeit mitnehmen“, betont der Buchautor. Das reine Wissen verliere an Bedeutung.

Sicher verliert reines Wissen teilweise an Bedeutung. Jedoch ist eine irgendwie geartete Kompetenz nicht ohne Wissen denkbar. Wie kann ich bspw. einen physikalischen Sachverhalt addressatengerecht kommunizieren ohne etwas, das ich kommuniziere?

Es gebe zwar elementare Kompetenzen, die jeder erlernen müsse. Schulabgänger sollten sich laut Precht beispielsweise mündlich und schriftlich so gut wie möglich ausdrücken können, Grundlagen der Mathematik beherrschen, ein historisches Bewusstsein entwickeln und über Politik und Wirtschaft informiert sein. Auch künstlerische und sportliche Fähigkeiten gelte es zu fördern.

„Wir sollten die Fähigkeiten in den MINT-Fächern grundsätzlich verbessern. Das schaffen wir aber nur, wenn dies nicht von allen Schülern erwartet wird.“

Diese Aussage Istaufkommen didaktischer Sicht ziemlicher Quark. Als Schule haben wir nicht den Auftrag, physikalische Fachexperten zu erziehen. Vielmehr geht es um die Ausbildung einer naturwissenschaftlichen Grundbildung. Diese sollte die Schüler zu einer aktiven Teilhabe an der Gesellschaft befähigen, also bspw. dazu, sich zu naturwissenschaftlichen Sachverhalten zu positionieren. Die Ausbildung von Physikern ist dann in Teilen Sache der Oberstufe und der Universität.

Eine naturwissenschaftliche Grundbildung sollte am Ende der Schulzeit jeder besitzen. Genauso wie jeder eine mathematische und sprachliche Grundbildung besitzen sollte.

Ein Manko der Schulausbildung sei derzeit die Vorbereitung junger Menschen auf eine Führungslaufbahn. „Top-Manager sind fast alle fehlausgebildet. Die meisten haben eine Elite-Uni besucht, eine Zusatzqualifikation erworben und noch dieses oder jenes Zertifikat.“ Das sei nur mit viel Fleiß zu schaffen und dabei bleibe die Zeit zur Persönlichkeitsreifung auf der Strecke. „Deswegen müssen wir die Stoffmenge dramatisch reduzieren.“
Heranwachsende sollten lernen, sich gut auszudrücken, vor allen Dingen mündlich. „Freie Vorträge halten, auf Leute wirken durch die Kunst der Rede, Leute überzeugen – das sind Dinge, die kommen in der Schule nur am Rande vor, weil sie Mündliches schlechter objektiv bewerten können als schriftliche Leistungen.“ Zudem fehle bislang im Schulstoff das Thema, wie man Entscheidungen treffe und gut mit Menschen umgehe.

Letzteres versuchen ja Fachdidaktiker zu erreichen – unterwandertem ich in meinem Promotionsprojekt. Freie Vorträge sind mittlerweile an den meisten Schulen an der Tagesordnung – allerdings ohne Fachinhalte auch kaum denkbar. Hier deutet sich erneuter innere Widerspruch in Prechts Argumentation an. Ohne Fachinhalte lassen sich weder Vorträge halten noch Entscheidungen treffen.

Insgesamt zeigen die Einlassungen von Precht große Ambitionen – jedoch ohne entsprechendes Fachwissen über Schule und Unterricht zu besitzen. Dieses Unwissen vermengt sich dann bei Precht mit einem aus meiner Sicht fragwürdigen Bildungsverständnis, das Schwätzereien höher bewertet als Allgemeinbildung.

Zudem ist die Revolution, die Precht implizit für die Schule reklamiert, nicht ohne die Lehrer zu machen. Deren Arbeit ist sicher nicht immer perfekt – welcher Beruf kann dies für sich reklamieren? Aber sie durch Schreie nach Revolutionen komplett abzuwerten, erzeugt zwar mediale Aufmerksamkeit. An der schulwirklichkeit ändert dies jedoch nichts.

Eine Zeitreise in die Vergangenheit

Eine Reise in die Vergangenheit kann durchaus lehrreich sein, mit Hilfe alter Sicherungskopien auf meiner externen Festplatte und der grandiosen Wayback-Machine sogar gleichzeitig extrem unterhaltsam. Mit diesen beiden Tools gewappnet, habe ich mich gestern und heute auf eine kleine Zeitreise in meine Vergangenheit begeben, genauer gesagt in meine Vergangenheit als Webdesigner. Das Ergebnis meines kleinen Ausfluges ist eine überarbeitete Seite zum Thema Webdesign, auf der nun eine umfangreiche Liste meiner Projekte aus den vergangenen 12 Jahren zu finden ist. Ich konnte es dabei selbst kaum glaube, wie lange ich mich bereits mit PHP und der Internetprogrammierung beschäftige. Auch wenn es zwischendurch immer wieder Phasen gibt, in denen ich mich anderen Dingen widme: Begleitet hat mich das Thema nun schon lange, lange Zeit. Eine Zeitreise in die eigene Vergangenheit: Ich kann sie jedem nur empfehlen!

Und wer möchte schaut sich meine Referenzen an, um an einem Teil meiner ganz persönlichen Zeitreise teilzuhaben.

Die dokumentarische Methode und MaxQDA: Zwei ungleiche Freunde?

Dieser Artikel ist wohl eher etwas für Spezialisten. Es geht dabei um die konkrete Durchführung Interpretation von Interviews im Rahmen der dokumentarischen Methode mit Hilfe passender Software. Oder  anders gefragt: Wie kann das ganz praktisch funktionieren? Da ich mich schon seit einiger Zeit mit dieser Frage herumschlage und weder im Internet noch in einschlägigen Fachpublikationen entsprechende Hinweise finden konte, möchte ich meine Ideen nun hier näher vorstellen. Ich hoffe, dass ich mit diesen Überlegungen einigen Menschen bei ihrer täglichen Arbeit helfen kann. Worum geht es also im Folgenden?

Das Problem

Im Rahmen meines Promotionsprojekts möchte ich Interviews mit Hilfe der dokumentarischen Methode auswerten. Auf die methodischen und methodologischen Überlegungen diesbezüglich möchte ich an dieser Stelle nicht näher eingehen. Erste Informationen sind oben verlinkt. Bei Interesse gibt es hierzu eventuell irgendwann einmal einen eigenen Beitrag. Vielmehr stellte sich mir (und auch anderen Menschen, die mit der Methode arbeiten) die Frage, wie diese möglichst effizient am Computer umsetzbar ist.

Die meisten Anwender der dokumentarischen Methode arbeiten dabei, so wie ich es mitbekomme, hauptsächlich mit Word, Kugelschreiber, Bleistift und Ausdrucken. Diese Arbeitsweise hat sicherlich gravierende Vorteile („herumkritzeln“ direkt im Transkript, Ausschneiden, Markieren, Durchstreichen, …). Allerdings passt diese nicht zu meiner persönlichen Arbeitsweise. Ich lese Fachbücher und Artikel inzwischen hauptsächlich am Monitor, sortiere meine Literatur mit Citavi, sammle Notizen nicht in einem Notizbuch sondern mit Evernote und bin ein exzessiver Nutzer von Dropbox (natürlich verschlüsselt). Kurzum: Mein Workflow verläuft eher digital. Und gerade die unglaublichen Datenmengen, die bei der dokumentarischen Interpretation entstehen sind analog bei meiner Neigung zum Chaos nur schwer zu handhaben: Schließlich entstehen selbst bei der Interpretation kurzer Interviews schon vergleichsweise große Textmengen (achtseitige Interviews führen bei mir bereits zu ca. 50-100 Seiten Interpretation. Dabei ist es zweckmäßig, die sogenannte formulierende und die reflektierende Interpretation auch auf Dateiebene strikt zu trennen. Zudem verfasse ich zu jedem Fall am Ende eine Fallbeschreibung, die wieder in einer Datei landet. Sprich: Zu jedem Probanden gibt es am Ende mindestens vier verschiedene Dateien). Kurzum: Eine digitale Alternative musste her, die wenn möglich mehr kann als Word & Co. dies mitbringen.

Anforderungen an ein Software-System zur dokumentarischen Interpretation

Was also soll so eine digitale Alternative leisten, damit sich mir ein echter Mehrwert gegenüber vielen, vielen sortierten Word-Dateien ergibt? In meinen Augen sind dies vor allem die folgenden Punkte:

  1. Eine Volltextsuche, die mir das Durchsuchen sowohl von Interviews als auch der Interpretationen und Fallbeschreibungen erlaubt. So werden inter-Fallvergleiche (die für die dokumentarische Methode ja konstitutiv sind) einfacher möglich, indem ich nach bestimmten Stichworten direkt im Interview oder ein meinen Interpretationen suche.
  2. Vermeidung von Datei-Chaos, indem die Daten in möglichst wenigen Dateien übersichtlich gespeichert werden.

Eine fertige Software gibt es dazu meines Wissens nicht, selbst eine zu entwickeln ist zwar nicht unmöglich, aber doch eher unverhältnismäßig zeitaufwändig. Und übersteigt im Zweifel dann doch meine bescheidenen Fähigkeiten als Programmierer.

MaxQDA – auch für die sequentielle Auswertung?

MaxQDA drängt sich als Software für die qualitative Auswertung auf und ist in der wissenschaftlichen Community durchaus etabliert. Jedoch ist die Software vor allem auf die kategoriale Auswertung von Daten zugeschnitten (d.h. einzelne Textsegmente des Textes werden mit Codes versehen, die Entstehungsgeschichte und Reihenfolge der Segmente spielt für die Auswertung nur eine untergeordnete Rolle). Die dokumentarische Methode arbeitet dem gegenüber aber streng sequentiell, d.h. strukturiert und interpretiert den Text streng chronologisch und versucht, die der Sequenz zu Grunde liegende Regelhaftigkeit herauszuarbeiten. Eigentlich also zwei Arbeitsweisen, die sich gegenseitig beinahe ausschließen. Jedoch lässt  sich MaxQDA in meinen Augen auch sinnvoll für die dokumentarische Methode nutzen. Wie ich dies in meinem Projekt gelöst habe (bzw. noch mitten dabei bin, es zu lösen), möchte ich nun ausführlich darstellen.

Einfügen der Daten in MaxQDA & Struktur der Daten

Die Interviews transkribiere ich mit der tollen Software F4. Mit Word lassen sich in die entstandenen Dateien leicht Zeilennummerierungen einfügen und das ganze als PDF exportieren. Das sollte natürlich auch mit OpenOffice usw. kein grundsätzliches Problem darstellen. Der Export als PDF hat den Vorteile, dass jede Zeile später eine eindeutige Nummer zugeordnet bekommt – ganz unabhängig von Schriftgröße usw. So kann man sich später bei der Interpretation leicht und eindeutig auf bestimmte Textpassagen beziehen. Die so entstandenen PDF-Dateien importiere ich dann als neue Dokumente in MaxQDA, habe also pro Fall letztlich ein Dokument.

Die weiteren für die dokumentarische Interpretation notwendigen Daten werden nun einerseits in Form von Codes und – häufiger und wichtiger – in Form von Memos direkt im Dokument gespeichert. Somit sind alle Informationen zu einem Fall direkt in einem Dokument gespeichert. Das ist schonmal ein riesiger Fortschritt und entspricht voll und ganz meinem oben gemachten zweiten Punkt. Eine Volltextsuche lässt sich in MaxQDA recht bequem realisieren: Über „Analyse -> lexikalische Suche“ ist schnell und einfach eine Volltextsuche sowohl in den Dokumenten als auch in den Memos möglich. Das entspricht meinem ersten Punkt. Auf dieser oberflächlichen Ebene erfüllt MaxQDA also alle meine oben gemachten Anforderungen an ein Software-System für die dokumentarische Auswertung von Interviews. Das konkrete Vorgehen sieht dabei so aus:

  1. Die Textsortentrennung, die vor allem im Hinblick auf die reflektierende Interpretation interessant ist, erledige ich mit Hilfe eines kurzen Code-Systems. In den PDF-Dateien lassen sich so beispielsweise Erzählungen mit Hilfe der Maus markieren und der Code „Erzählung“ lässt sich per Drag-and-Drop entsprechend zuordnen. Dies führt zu einer guten Übersicht der einzelnen Textsorten direkt im Dokument – und es lässt sich über „Visual  Tools -> Dokumentenportrait“ eine ganz hübsche Grafik ausgeben, die das Vorkommen der einzelnen Textsorten im gesamten Dokument wiedergibt. Eher eine Spielerei, aber ganz hübsch. Die folgenden Bilder (klick zum Vergrößern!) zeigen, wie die beschriebenen Dinge dann in MaxQDA aussehen.
  2. Die formulierende Interpretation erledige ich mit Hilfe von Memos. Hierzu wird einfach der entsprechende Textbereich, auf den sich die formulierende Interpretation bezieht, mit der Maus markiert. Mit der rechten Maustaste lässt sich dann ganz leicht ein Memo einfügen. Hier schreibe ich dann zu dem gewählten Abschnitt die formulierende Interpretation, also das „was“ gesagt wird. Wichtig bei der Umsetzung ist: Nutzt einen bestimmten Memo-Typ für die formulierende Interpretation. Ich habe zu diesem Zweck die Memos mit der roten Ecke gewählt. Außerdem ist der Titel jedes roten Memos systematisch aufgebaut – er beginnt mit den Zeilennummern, gefolgt von der Überschrift („Oberthema“), das ich jedem Abschnitt zugeteilt habe. Ein entsprechendes Memo könnte also so aussehen:

    Struktur eines Memos zur formulierenden Interpretation.
    Struktur eines Memos zur formulierenden Interpretation.
  3. Die reflektierende Interpretation erfolgt eigentlich völlig analog. Jedoch bekommen Memos zur reflektierenden Interpretation einen anderen Memo-Typ zugeordnet: Ich habe mich für diejenigen mit der grünen Ecke entschieden. Als Titel für solche Memos wähle ich wie oben die entsprechenden Zeilennummern, gefolgt von einer genaueren Beschreibung der Textsortenstruktur des entsprechenden Abschnitts. Diese Titelstruktur hilft mir dabei, mir die Struktur des Abschnitts selbst noch einmal zu vergegenwärtigen. Wie das ganze dann im MaxQDA-Dokument aussieht, ist oben erkennbar (dort für ein „rotes Memo“ der formulierenden Interpretation). Besonders praktisch ist in dieser Phase der Arbeit ein zweiter Monitor: Auf dem einen läuft das Hauptfenster von MaxQDA mit dem entsprechenden Transkript und einer Übersicht aller Dokumente (=Fälle), auf dem anderen Monitor wird dann jeweils ein Memo erstellt. So lassen sich, ganz im Sinne des permanenten Fallvergleichs, im Hauptfenster bei offenem Memo auch Passagen anderer Fälle anzeigen (oder Suchergebnisse). So ist es leicht möglich, zwei Fälle hinsichtlich der Bearbeitung des gleichen Themas zu vergleichen – die Herausarbeitung von Orientierungsrahmen wird so erst möglich (und deutlich erleichtert im Vergleich zur Papiervariante!).
  4. Die Fallbeschreibungen erstelle ich als Dokumentmemo. Hierzu wird das entsprechende Dokument markiert und ein Memo mit der entsprechenden Fallbeschreibung erstellt. Zweckmäßig ist es, hier erneut einen anderen Memotyp zu wählen.

Das war es eigentlich schon, die Interpretationen sind in MaxQDA alle in einer durchsuchbaren Datenbank abgelegt, den jeweiligen Textstellen zugeordnet und durchsuchbar. Wie aber kann man mit den Daten weiterarbeiten?

Weiterverarbeitung der Daten

Die Antwort ist  der Memo-Manager von MaxQDA. Dieser ist über das Menü „Memos“ erreichbar. Besonders zweckmäßig finde ich die Funktion „Memos des aktuellen Dokuments ausgeben“ – dessen Funktion selbsterklärend ist: Man erhält eine sortierte Liste aller Memos des aktuellen Falles, also letztlich die gesamte Interpretation. Diese lässt sich nun durch Klick auf die Überschriften der  Tabelle verschieden sortieren. Besonders bewährt hat sich dabei bei mir die Sortierung nach Memotyp. So ist die gesamte formulierende bzw. reflektierende Interpretation chronologisch hintereinander aufgelistet. Formulierende und reflektierende Interpretation lassen sich durch Sortierung nach dem Memotitel direkt vergleichen (Erinnerung: Wir haben die Namen ja mit den jeweiligen Zeilennummern begonnen…).

Export der Memos in eine Word-Datei
Export der Memos in eine Word-Datei

Besonders erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang die Export-Funktion von MaxQDA: Durch einen Klick auf Exportieren können alle angezeigten Memos in ein Word-Dokument exportiert werden. Bei dieser Art des Exports bleiben alle Formatierungen des Memos (Fett- oder Kursivschreibung beispielsweise) vollständig erhalten. Ich nutze die exportierten Dateien, um mir kurz einen Gesamteindruck eines Falles zu verschaffen und daraufhin die Fallbeschreibung zu formulieren. Danach kann die exportierte Datei natürlich wieder gelöscht werden. Die Daten sind ja in MaxQDA gespeichert… Die weiteren Exportmöglichkeiten kann ich für die dokumentarische Methode nicht direkt empfehlen, da alle Formatierungen verloren gehen. Die Interpretationen werden dadurch dann deutlich unübersichtlicher.

Ich hoffe, mit diesem kleinen Einblick in meinen Workflow, Interessierten eine kurze Anregung gegeben zu haben, wie die dokumentarische Methode mit Hilfe der Software MaxQDA umsetzbar ist. Über Kommentare und Erfahrungen freue ich mich, das Kommentarfeld steht offen. Vielleicht ist dieses Vorgehen ja auch mit anderen QDA-Softwarepaketen möglich…?

MaxQDA ist eine eingetragene Marke der Verbi GmbH und steht in keinem Zusammenhang mit hsander.net.