Die Physik der Schoulcloud

Axel Krommer äußert sich in seinem Blogbeitrag kritisch über die sogenannte Schoulcloud – und demonstriert seine Kritikpunkte (die ich im Wesentlichen völlig teile!) anhand einer im Rahmen des Digital-Gipfels öffentlich vorgeführten Physikstunde. Ich möchte seinen kritischen Anmerkungen einige physikdidaktische Anmerkungen beifügen:

  • Die grundsätzliche Orientierung an klaren Lernzielen, wie sie zu Beginn deutlich wird, ist m.E. zunächst einmal positiv. Weshalb allerdings das frontale Unterrichtssetting in der Stunde gleich zu Beginn durch die Wiederholung der Vorstunden durch die Lehrerin gelegt wird, bleibt unklar. Im Sinne eines konstruktivistischen Lernverständnisses sollte die Wiederholung doch durch SuS geleistet werden (und gerade hier können Tools wie Etherpads, die Erstellung von Quizzes, …) wichtige Dienste leisten und den Monolog der Lehrerin mindestens deutlich abkürzen – und Lerneffekte auf Seiten der Schülerinnen erhöhen.
  • Die Möglichkeit, Hypothesen in der Schulcloud zu formulieren, finde ich ebenfalls im Grundsatz hilfreich. Allerdings: Weshalb dürfen die SuS nicht ihre Hypothesen ausformulieren und begründen, anstatt Ein-Wort-Vermutungen zu formulieren? Hier erwächst der Eindruck der Technik um der Technik Willen.
  • Das von Axel Krommer kritisierte, auf die Lehrerin ausgerichtete Setting ist besonders pointiert in Minute 36 sichtbar: Die Lehrerin kritisiert selbst unmittelbar Äußerungen von Schülerinnen. Eine Diskussion innerhalb der Lerngruppe (die hier m.E. wichtig wäre) findet nicht statt. Dies ist didaktisch – ganz unabhängig der Nutzung digitaler Medien – mehr als fragwürdig.
  • Das Vorgehen ist, wie von Krommer richtig kritisiert, durch die Lehrerin vorgegeben und geplant. Eigene Räume für die Planung von Experimenten werden nicht eröffnet, wären hier aber durchaus möglich: „Diskutiert zu zweit, wie ihr die einzelnen Abhängigkeiten experimentell untersuchen würdet.“ (Analoge, offene Variante), „Recherchiert im Web Möglichkeiten, die Abhängigkeiten experimentell zu untersuchen. Plant basierend auf euren Rechercheergebnissen ein Experiment mit dem an unserer Schule vorhandenen Material“ (digitale, geöffnete Variante).
  • Anmerkung: Ich will natürlich nicht sagen, dass jedes Experiment durch die SuS geplant werden muss.

  • Der (zurecht kritisierte) Mehrwert digitaler Technik wird hier nicht deutlich, im Gegenteil: Den „Mehrwert“ eines digitalen Arbeitsblattes in der Schulcloud gegenüber einem rein analogen Arbeitsblatt erschließt sich mir nicht.
  • Möglichkeiten der kreativen Auseinandersetzung mit dem Experiment oder auch die geplanten Stolpersteine („Wie lege ich eigentlich Tabellen sinnhaft an?“) werden im Vorwege aus dem Weg geräumt. Wieso nicht die Schülerinnen Experimente filmisch dokumentieren lassen? Wieso die Tabellen vorgeben?
  • Um gemeinsame Tabellen zu führen lassen sich natürlich auch ganz andere Tools nutzen: GoogleDocs, Office365, Ethercalc, …
  • Am Ende wird die Abhängigkeit („Wurzel der Masse“) direkt als Generalisierung verkauft. Das ist wissenschaftstheoretisch natürlich mehr als fragwürdig (und ohne theoretische Überlegungen in der Form natürlich Quatsch).

Fazit: Die Engführung der Stunde ist ein Problem der Unterrichtsplanung – und wird durch die digitalen Tools weiter unterstützt. Die Lehrerin ist oft mit Ein-Wort-Antworten zufrieden und bindet die Lerngruppe kaum ins Gespräch ein. Möglichkeiten der Schüler-Schüler-Interaktion gibt es kaum. Digitale Tools werden als reine „Speicherorte“ genutzt – und eröffnen keine neuen Horizonte im Umgang mit den Experimenten (Lebensweltbezug, kreative Auseinandersetzung, Recherche im Netz, …).

Raspberry Pi als physikServer

Über die Digitalisierung von Schule wird immer wieder viel gesprochen. Aus meiner Sicht ist Digitalisierung sicher kein Allheilmittel. An vielen Stellen ist jedoch einerseits die Nutzung digitaler Geräte und Tools didaktisch begründet und bietet an vielen Stellen einen echten Mehrwert. Andererseits kann die Nutzung digitaler Tools auch im Fachunterricht einen Beitrag zur Medienbildung leisten. Unabdingbar ist dafür in vielen Fällen: Internetzugriff.

In unserer Schule ist die Situation im Hinblick den Internetzugriff im Grunde luxuriös: Lehrer haben per WLAN Zugriff auf das Internet, es gibt  eine Vielzahl von Laptops, die ebenfalls per WLAN auf das Internet zugreifen können. Allerdings ist die Bandbreite doch eher limitiert – und vor allem: Die SchülerInnen haben keinen eigenen Internetzugang. Zudem ist der Handyempfang im Gebäude nicht zuverlässig vorhanden, sodass eine Nutzung gängiger Onlinedienste mit eigenen Endgeräten nicht in großem Ausmaß umsetzbar erscheint – von der Problematik des verbrauchten Datenvolumens einmal ganz abgesehen.

Eine naheliegende Möglichkeit ist es, SchülerInnen mit eigenen Endgeräten den Zugang zu Onlinediensten über einen Hotspot zu ermöglichen. Allerdings taucht hier m.E. ein nicht zu unterschätzendes weiteres Problem auf: Wo die Daten dann im Einzelfall landen, ist nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Zudem ist da noch immer die limitierte Bandbreite (egal, ob man nun einen eigenen LTE-Hotspot erstellt oder einen Rechner als Bridge ins Lehrernetzwerk einsetzen würde). Inspiriert vom Projekt „Teacher’s Helper“ für den Chemieunterricht und „lumi.education“ als interessantem Projekt für den Raspberry Pi 3 wollte ich selbst ein wenig basteln und umsetzbare Lösungen entwickeln, die die genannten Probleme vermeiden.

Aus verschiedenen Gründen habe ich mich gegen die Nutzung der beiden oben genannten Projekte entschieden: Der Teachers Helper ist speziell auf den Chemieunterricht zugeschnitten – und seine Anschaffung mit hohen Kosten verbunden. Lumi habe ich ausprobiert – allerdings lief es bei mir nicht zuverlässig und ich bin in node.js nicht so bewandert als dass ich mir die Anpassung an meine Bedürfnisse zutraue. Zudem: In meinen Augen ist es wünschenswert, dass SchülerInnen auch den Umgang mit Standard-Websoftware kennenlernen. Lumi bietet zwar großes Potential zur Individualisierung, steckt jedoch den Rahmen des möglichen zumindest derzeit noch recht eng. Also musste eine eigene Lösung her, die ich im Folgenden skizzieren (und zum Nachbau empfehlen!) möchte.

Das Softwaresetting

Da ich selbst seit Jahren mit PHP und MySQL arbeite – und WordPress für mich kein Neuland darstellt, erscheint mir ein klassisches LAMP-Setup auf dem Raspberry Pi mit einer laufenden WordPress-Installation als zielführender Ansatz. LAMP steht dabei als Abkürzung für Linux, Apache, MySQL und PHP, also das Betriebssystem des Pi, einen Webserver (Apache) mit Datenbank (MySQL) und dynamischer Programmiersprache (PHP).

WordPress ist schnell installiert und lässt sich durch eine Vielzahl an Plugins an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Für den physikServer in meinen Augen besonders interessant sind hier h5p zur Erstellung digitaler Arbeitsblätter sowie die Möglichkeit, über Plugins wie Gamipress (das praktischer Weise direkt mit h5p kommunizieren kann, dazu später mehr!) Elemente von Gamification mit in den Unterricht zu transportieren (so man das möchte. Ich habe mich letztlich aus verschiedenen Gründen dagegen entschieden).

Darüber hinaus erscheint es sinnvoll, neben dem Blog für die Bereitstellung von Unterrichtsmaterialien auch Möglichkeiten der kollaborativen Textbearbeitung in den Server zu integrieren. Insbesondere MediaWiki wie auch Etherpad bieten sich hier an – auch unter mediendidaktischen Gesichtspunkten, indem der Umgang mit diesen Systemen explizit zum Lerngegenstand gemacht wird. Denn das Wichtigste ist: Durch das Erstellen eigener Blogposts, Wikieinträge, Hochladen eigener Lernprodukte uvm. bietet WordPress die Möglichkeit, die Nutzung gängiger Webtools aktiv und in den Fachunterricht eingebettet zu lernen. Über die Kommentarfunktion kann darüber hinaus unter Umständen auch ein Dialog der Lernenden untereinander über die Sache stattfinden.

Das Hardwaresetting

Ich nutze einen Raspberry Pi 3 mit entsprechendem Case und Stromversorgung. Dieser bietet den Vorteil, alle notwendigen WLAN-Komponenten direkt auf der Platine integriert zu haben. Somit lässt sich (später) über den Pi im Klassenraum ein eigenes WLAN aufbauen, auf das die SchülerInnen mit ihren eigenen bzw. auch schuleigenen Endgeräten zugreifen können.

Für die Einrichtung ist darüber hinaus ein funktionierendes Heimnetzwerk sowie ein weiterer Rechner mit SSH-Client (bei mir: Windows 10-Rechner mit Putty) hilfreich.

Installation

Die Installation nimmt einige Zeit in Anspruch, ist jedoch mit guten Anleitungen auch für Laien möglich. Im Folgenden möchte ich die einzelnen, von mir durchlaufenen Schritte stichwortartig nennen – und auf gute, ebenfalls von mir genutzte Tutorials verlinken.

  1. Zunächt muss der Pi in Betrieb gesetzt werden. Im Wesentlichen bedeutet dies: Auspacken, ggf. in das Gehäuse verbauen, ggf. Kühlelemente aufsetzen.
  2. Dann muss eine SD-Karte mit dem Betriebssystem vorbereitet werden. Ich nutze (aus Performancegründen) Raspbian lite, d.h. eine Version ohne installierten Desktop. Eine Anleitung zur Installation bietet Dennis Henss. ACHTUNG: Das Tastaturlayout muss – falls gewünscht – noch angepasst werden. Dies erfolgt ebenfalls in „raspi-config“.
  3. Um später auch vom Windowsrechner auf den Pi zugreifen zu können, muss noch WLAN sowie SSH konfiguriert werden. Eine Anleitung findet sich hier.
  4. Nun können Monitor und Tastatur vom Pi getrennt werden. Für die weitere Arbeit nutze ich meinen normalen Rechner – und logge mich per SSH mit Hilfe von Putty auf dem Pi ein.
  5. Per SSH lassen sich nun Apache, PHP und MySQL installieren. Empfehlenswert ist die Anleitung hier. ACHTUNG: Ich habe mich bewusst für die (aktuellere) PHP-Version 7 entschieden. Um diese anstatt der Version 5 zu installieren, sind einige Tricks notwendig.
  6. An dieser Stelle bietet es sich bereits an, eine zentrale Einstellung von PHP zu verändern. Hierzu öffnet man per
    sudo nano /etc/php/7.0/apache2/php.ini
    die Einstellungsdatei php.ini – und veränder den Wert bei MaxUploadSize auf mindestens 20 M (entspricht 20 MB – so lassen sich später auch größere Dateien hochladen).
  7. Bei der Einrichtung der Datenbank ist etwas vorsicht geboten. Als besten Weg hat sich (nach mehreren Fehlschlägen) erwiesen, sich zunächst mittels sudo mysql -u root -p auf dem MySQL-Server einzuloggen, einen neuen MySQL-Benutzer zu erstellen und ihm für eine neue Datenbank die notwendigen Rechte zuzuweisen. Ansonsten ist die unter Raspbian installierte MySQL-Version sehr „pingelig“ was den Login des Nutzers root per Webserver angeht.
  8. Nun geht es an die Installation von WordPress. Anschließend wird WordPress noch im Browser eingerichtet.
  9. Damit WordPress vernünftig funktioniert, sind die Apache-Module .htaccess und Mod_Rewrite hilfreich. Diese müssen aktiviert werden.
  10. Nun kann auch MediaWiki installiert werden. Wichtig ist hier, die Verzeichnisse für unsere Apache-Konfiguration im Unterschied zur Anleitung entsprechend anzupassen. Unser Verzeichnis des Apache liegt unter
    /var/www/html
  11. Um WordPress vernünftig nutzen zu können, bieten sich einige Plugins an. Hierzu loggt man sich als Administrator in WordPress ein – und installiert die folgenden Plugins:
    1. RDP Wiki Embed dient zur Kommunikation zwischen WordPress und MediaWiki. So lassen sich später Seiten aus dem Wiki direkt in „digitale Arbeitsblätter“ in WordPress einbinden – und (durch SchülerInnen) auch direkt über WordPress bearbeiten.
    2. WP User Manager dient der Benutzerverwaltung. Die SchülerInnen können sich so selbst registrieren. Das Plugin ist nur notwendig, wenn später z.B. mit Gamipress Elemente von Gamification integriert werden sollen.
    3. H5P zur Integration digitaler Arbeitsblätter (Lückentexte, Spiele, Lernvideos und vieles mehr).
    4. Comment-Attach, damit später auch SchülerInnen ohne Probleme Dateien in Kommentare einfügen und so eigene Lernprodukte hochladen können.
  12. Spätestens hier bietet es sich an, den erreichten Arbeitsstand zu sichern. Hierzu wird mit der Software Win32DiskImager über die Funktion „lesen“ ein Image der SD-Karte des Pi’s erstellt. So lässt sich der nun erreichte Stand jederzeit wieder herstellen. Wie das genau geht, ist hier beschrieben.
  13. Nun fehlt noch die Installation von Etherpad Lite als kollaborativer Texteditor. Die Installation von node.js ist recht einfach – wenn man dieser Anleitung folgt. Tipp: Um die Archive zu entpacken, lohnt sich die Installation von unp als Dateimanager:
    sudo apt-get install unp
  14. Nun lässt sich Etherpad lite entsprechend der Anleitung von Jan Karres installieren. Wichtig: Etherpad lite sollte auf einem anderen Port des Pi installiert werden als der Apache-Server (Standard: Port 80). In der Standardinstallation ist dies bereits korrekt eingestellt.
  15. Um nun den Pi auch als AccessPoint zu konfigurieren, der ein eigenes WLAN erzeugt, sind nur noch wenige Schritte notwendig. Wichtig: Zum Neustarten der im Tutorial installierten Services muss man sich (nach langer Zeit mal wieder…) direkt am Pi einloggen. Der Zugriff per WLAN ist in diesem Moment natürlich weg, da der Pi nun ein eigenes WLAN erzeugt.
  16. (Update 5.9.18): Für den Komfort ist es sicherlich hilfreich, wenn die SchülerInnen nicht immer mit der IP-Adresse des PI arbeiten müssen. Der Pi lässt sich unter einer beliebigen URL erreichbar machen. Hierzu nutzt man ebenfalls die bereits installierte Software dnsmasq:
    sudo nano /etc/dnsmasq.d/physik.server
    Erzeugt eine neue Datei. Der Titel der Datei ist die URL, unter der der PI später erreichbar sein soll. Der Inhalt der Datei ist der folgende:
    address=/physik.server/192.168.4.1
    address=/www.physik.server/192.168.4.1

    Beim nächsten Neustart sollte der Pi nun auch unter physik.server erreichbar sein.

Voila – der Pi ist nun ein eigener Access-Point und Server in einem. Über WordPress lassen sich Dateien und digitale Arbeitsblätter mit H5P erstellen, das Wiki dient zur gemeinsamen Sicherung und Ausarbeitung von Inhalten – und das Etherpad als zentrale Stelle für kollaboratives Arbeiten. Die SchülerInnen können sich mit ihren eigenen Endgeräten mit dem in Schritt 15 erzeugten WLAN-Netz verbinden und über die IP des Pi – (Update 5.9.) oder die in Schritt 16 angelegte URL – direkt auf den Server zugreifen.

Arbeit mit WordPress

(Update 08.09.2018) Dieser Beitrag versteht sich nicht als Einführung in WordPress. Für die Nutzung von WordPress ist allerdings ein wenig Hintergrundwissen sicherlich hilfreich. Eine gute Einführung ist hier zu finden.

Hilfreich ist eine weitere WordPress-Installation mit Internetzugriff. So lassen sich (siehe unten) H5P-Inhalte unkompliziert erstellen.

Die Erstellung von H5P-Inhalten

(Update 08.09.2018) Dynamische Inhalte von H5P lassen sich am einfachsten auf einer WordPress-Installation mit Internetzugriff erstellen. Hat der Pi nicht, z.B. über LAN, direkten Internetzugriff, so ist eine zweite WordPressinstallation bspw. auf dem eigenen Webspace hilfreich. Hier wird ebenfalls das H5P-Plugin installiert.

Nun werden H5P-Inhalte direkt auf der Zweitinstallation erstellt – und fehlende Bibliotheken automatisch nachgeladen. Diese Inhalte lassen sich nach dem Erstellen mit Hilfe des „Download“-Links am unteren Ende der dynamischen Inhalte herunterladen. Wechselt man nun auf den Pi und dort in den Menüpunkt „H5P-Inhalt“ im Dashboard, so kann man einen neuen Inhalt erstellen. Anstatt ihn auf dem Pi erneut zu erstellen, wählt man „Hochladen“ als Option, wählt die entsprechende Datei aus – und fertig.

ACHTUNG: Nutzt man bestimmte H5P-Inhalte das erste Mal, so müssen die entsprechenden Bibliotheken installiert werden. Dies klappt auf dem Pi sehr zuverlässig, indem man im Unterpunkt „Bibliotheken“ ebenfalls die zuvor erstellte H5P-Datei hochlädt.

Einbinden von PhET-Animationen

(Update 13.9.18) Die University of Colorado stellt eine ganze Reihe mal mehr, mal weniger guter Simulationen für verschiedene Bereiche der Physik und Chemie zur Verfügung. Diese lassen sich sehr einfach auch Offline nutzen.

Die entsprechende Datei wird heruntergeladen und in WordPress über „Medien hinzufügen“ eingefügt. Fertig, im Beitrag ist nun ein Link zur entsprechenden Animation sichtbar. Insbesondere die (immer zahlreicher werdenden) HTML5-Animationen von PhET sollten auf allen modernen mobilen Endgeräten funktionieren.

Beiträge für einzelne Klassen erstellen

Ich habe in WordPress für jede Klasse eine entsprechende Kategorie angelegt. Beiträge können nun direkt einer bestimmten Klasse zugeordnet werden, die einzelnen Kategorien lassen sich als Drop-Down-Liste als Widget anzeigen. So können die SchülerInnen direkt die für sie richtigen Inhalte finden. Darüber hinaus habe ich Links zum Wiki und zum Webserver direkt in das Hauptmenü der WordPress-Seite eingefügt.

Komfort erhöhen: Den Pi über den WordPress-Adminbereich steuern

(Update 08.09.2018) Im praktischen Einsatz ist es schön, wenn man den Pi auch ordentlich herunterfahren könnte. Dies immer über die SSH-Verbindung zu tun ist kompliziert und nervig. Abhilfe kann ein einfaches WordPress-Plugin schaffen (Eine gute Anleitung zu Plugins in WordPress findet sich hier). Dieses Plugin findest du hier zum Download. Der Inhalt des Zip-Archivs muss in das Verzeichnis „wp-content/plugins“ im Installationspfad von WordPress kopiert werden. Hierzu geht man wie folgt vor:

  • per FTP-Programm (z.B. Filezilla) eine SFTP-Verbindung zum Pi aufbauen und die gewünsche Datei hochladen. Sie landet nun im Verzeichnis /home/pi.
  • Per sudo mv wpPiAdmin.php /var/www/html/wp-content/plugins die hochgeladene Datei in das Plugin-Verzeichnis von WordPress verschieben.
  • Dem Webserver die Zugriffsrechte auf die Shutdown-Routine erlauben
  • Das Plugin im Dashboard von WordPress aktivieren. Es erscheint im Menü nun der Punkt „wpPiAdmin“. Über den Link lässt sich der Pi herunterfahren.

Weitere Plugins für WordPress installieren

(Update 08.09.2018) Sollte der Pi nicht über die Ethernet-Schnittstelle mit einem weiteren Netzwerk verbunden sein, so besteht nach der Einrichtung als Accesspoint kein Internetzugriff mehr. Um neue Plugins für WordPress zu installieren, müssen diese direkt von der WordPress-Webseite heruntergeladen werden. Das heruntergeladene Archiv wird dann wie oben beschrieben per SFTP auf den Pi übertragen und in das ebenfalls oben beschriebene Plugin-Verzeichnis von WordPress verschoben. Dort lässt es sich dann per unzip archiv.zip entpacken und im WordPress-Backend aktivieren.

Weitere Anmerkungen

Diese Anleitung ist Work-in-Progress. Ich werde mit der oben beschriebenen Konfiguration erste Unterrichtserfahrungen sammeln und darauf aufbauen die Anleitung in den nächsten Wochen Schritt für Schritt erweitern. Bei entsprechendem Interesse kann (später) ggf. auch eine Image-Datei zur Verfügung gestellt werden, die die fertig konfigurierte Software beeinhaltet.

Veröffentlichungen

2018 scheint das Jahr der Veröffentlichungen zu werden: Im aktuellen MNU-Magazin ist ein Beitrag von mir zur Nutzung mobiler Endgeräte im naturwissenschaftlichen Unterricht erschienen. Den Volltext des Artikels darf ich dankenswerter Weise hier bereitstellen (Quelle: MNU 3/2018). Der Artikel basiert im Wesentlichen auf einem Blogbeitrag zum selben Thema.

Darüber hinaus freue ich mich sehr, dass ein Artikel von mir zu meiner Dissertation nun den Reviewprozess überstanden hat – und in der ZfDN (Zeitschrift für die Didaktik der Naturwissenschaften) erscheinen wird. Ein schöner Abschluss des Promotionsprojektes!

Videovignetten

Die folgenden kurzen Videos („Vignetten“) sind im Rahmen meines Promotionsprojektes entstanden. Sie dürfen nach vorheriger Rücksprache gern für Forschungs- und Unterrichtszwecke genutzt werden. Näheres zum Hintergrund findet sich hier und hier.

Webseitenneustart

Es wird viel geredet über das Inkrafttreten der Datenschutzgrundverordnung der EU. In meinen Augen hat der Gesetzgeber in Deutschland sinnvolle Anpassungen zum Teil verschlafen – nutzt aber nichts, um entsprechende Änderungen komme auch ich hier nicht herum. Ich nehme die Einführung der DSGVO zum Anlass, einen großen Frühjahrsputz auf dem Blog durchzuführen – auch deshalb, weil viele Beiträge mittlerweile veraltet sind und mir die Zeit für die Anpassung an die neue Rechtslage im Einzelfall fehlt.

Wie habe ich nun die Anpassung an die neue Rechtslage durchgeführt? Orientiert habe ich mich an den unglaublich hilfreichen Vorarbeiten anderer Blogger (z.B. hier).

  • Umstellung auf HTTPS: Elmastudio stellt eine hilfreiche und für all-inkl.com wunderbar funktionierende Anleitung bereit. So läuft nun die Webseite über ein kostenloses SSL-Zertifikat von Let’s Encrypt – bei meinem Hoster all-inkl.com ist dieses Zertifikat bereits inklusive.
  • Impressum überarbeitet und auf den neusten Stand gebracht. Der Impressum-Generator von anwalt.de hat hier hilfreiche Dienste geleistet.
  • Die DGSVO erfordert eine Datenschutzerklärung für die Webseite. Eine solche Erklärung erschien mir als juristischem Laien bislang nicht notwendig – sie zwingt jedoch, über die Speicherung von Daten nachzudenken. Ich habe für die entsprechende Erklärung ebenfalls einen Generator genutzt.

Darüber hinaus wurden einige alte Beiträge gelöscht.

Das Fujitsu Stylistic R727 im Alltagstest

Über das inside.ms-Programm von Microsoft habe ich momentan die große Freude, ein – soviel sei vorweg genommen – wirklich spannendes Gerät von Fujitsu ausgiebig zu testen: Das Stylistic R727. Das Gerät tritt als direkter Konkurrent des Microsoft Surface an – und kann diesem Anspruch insgesamt durchaus gerecht werden.

Das Gerät: Fujitsu Stylistic R727

Das Stylistic R727 von Fujitsu ist ein multifunktionales Tablet, das unter Windows 10 Professional betrieben wird. Es verfügt über einen Mini-Displayport, Audioausgang und USB3-Schnittstelle sowie eine andockbare Tastatur, die gleichzeitig als Hülle dient. Verbaut ist darüber hinaus Technologie von Wacom, wodurch sich entsprechende aktive Stifte nutzen lassen. Optional erhältlich ist zudem eine Dockingstation mit weiteren Anschlussmöglichkeiten (HDMI, VGA, USB, LAN). Genauere technische Daten sowie einen technischen Testbericht (den ich inhaltlich voll teilen kann!) finden sich hier. Einen weiteren Hardwaretest auch hier. Mir geht es in diesem Beitrag vor allem um die Alltagstauglichkeit  als Arbeitsmittel für Lehrerinnen und Lehrer.

Nutzungsszenario

Ich habe das Gerät nahtlos in meinen Arbeitsalltag integriert: Es ersetzt bei mir ein schon etwas in die Jahre gekommenes ThinkPad von Lenovo – und mein Android-Tablet, auf dem ich alle möglichen Arbeiten im Schulalltag erledigt habe. Das Fujitsu Stylistic R727 hat somit mit Hilfe einer Dockingstation („Cradle“ in der Namensgebung von Fujitsu) seinen Platz auf meinem Schreibtisch und begleitet mich im Alltag in die Schule. Dort nutze ich sowohl die Tabletfunktion als auch – mit Hilfe der im Lieferumfang enthaltenen, per Magnet anschließbaren Tastatur – die Laptopfunktion des Stylistic.

Erfahrungen: Das Stylistic als Arbeitsgerät

Das Stylistic R727 stellt mein Thinkpad von seiner Rechenleistung in den Schatten und lässt für mich kaum Wünsche offen: Das Cradle tut, was es soll und bindet meine gewohnten Geräte (ein zweiter Monitor ist unbedingt empfehlenswert!) wie Drucker, Tastatur, LAN und Maus ohne nennenswerte Schwierigkeiten ein. Konstruktionsbedingt verfügt das Stylistic über zwei unten montierte Anschlüsse für das Cradle – wovon allerdings nur einer über Kontakte verfügt. Das ist beim Herausziehen aus der Docking-Station eher ungünstig – und keine ganz gelungene Lösung. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Für meine alltäglichen Anwendungen (Office, LaTeX, Vektorgrafiken, Internet, Datenbanken) hat das Stylistic bislang seinen Dienst mehr als gut getan.

Interessant für mich selbst war, ob das Stylistic mein Androidtablet ersetzen kann. Bislang habe ich auf dem Tablet meine Unterrichtsplanung in Onenote im laufenden Betrieb genutzt – und vor allem Tapucate (Sitzplan, Schülerbeobachtung). Aber auch zur Visualisierung und (drahtlosen) Präsentation kam das Tablet zum Einsatz. Das Fazit nach einer Woche lautet: Es klappt. Und das sogar besser als gedacht. Von Tapucate möchte ich mich nicht trennen. Der Androidemulator AmiduOS erfüllt hier sehr zuverlässig seinen Dienst. Der große Vorteil an Windows 10 und dem – im Vergleich zum Androidtablet – deutlich größeren Display: Unterrichtsplanung und Tapucate lassen sich direkt nebeneinander ausführen. So habe ich sogar beides im Blick.

Bleibt noch die Arbeit mit der angedockten Tastatur. Diese hält sehr zuverlässig, hat einen angenehmen Druckpunkt und ist auch von der Oberflächenbeschaffenheit her sehr angenehm. Ich nutze das Stylistic mit Tastatur sowohl in der Schule als auch zu Haus auf dem Sofa. Ersteres Einsatzszenario unterscheidet sich kaum von einem klassischen Laptop. Wichtig für mich ist hier, dass gängige Windowssoftware, insbesondere für den Physikunterricht (Cassy zur Messwerterfassung, Geogebra für  Animationen) reibungsfrei funktioniert. Was soll ich sagen: Bislang bin ich nicht auf größere Probleme gestoßen, alles läuft reibungslos. Letzteres Einsatzszenario funktioniert auch, jedoch ist mir persönlich die mitgelieferte Tastatur etwas zu dünn. So habe ich das Gefühl, dass die Tastatur sich in sich minimal verbiegt, wenn sie auf den (natürlich leicht unebenen) Oberschenkeln liegt.

Der Stift, das eigentliche Highlight

Begeistert hat mich der mitgelieferte Stift: Gerade im Vergleich zu dem bislang von mir genutzten kapazitiven Stift ist der aktive Stift mit Wacom-Technik wirklich großartig! Handschriftliche Notizen schreiben sich (beinahe) wie auf Papier, das Schreibtempo ist gut. Das entstandene Schriftbild ist mehr als in Ordnung. Ich habe den Umstieg in Bezug auf den Stift keine Sekunde bereut.

Als erstes Fazit lässt sich festhalten: Fujitsu hat mit dem Stylistic R727 ein Gerät entwickelt, dass für mich den Arbeitsalltag spürbar erleichtert. Gerade auch im Vergleich zum Surface muss sich das Stylistic nicht verstecken. Das umfangreiche Zubehör rundet den guten Eindruck ab. Allerdings: Das alles hat seinen Preis, günstig ist das Stylistic R727 nicht.

In den nächsten Wochen werde ich einige der oben nur angerissenen Punkte noch einmal genauer beleuchten – in eigenen Artikeln. Einige Impressionen auf den folgenden Bildern.

Thunderbird und OwnCloud – Kontakte synchronisieren

Ich habe ein neues Spielzeug: Ein Fujitsu Stylistic R727. Dieses Gerät ersetzt mein in die Jahre gekommenes ThinkPad aus Unitagen. Und im Zuge der Einrichtung dieses wirklich schönen Gerätes musste natürlich auch entsprechende Software neu aufgesetzt werden. Im Zuge dessen stieß ich in den letzten Tagen auf ein Üroblem: Seit nunmehr einigen Jahren bin ich zufriedener Nutzer von OwnCloud. Kalender und Kontakte sind mittlerweile hier abgelegt und nicht mehr bei Google. Auf meinem Handy klappt die Synchronisation über die Protokolle CalDAV für Kalender bzw. CardDAV für Kontakte hervorragend, die Protokolle werden nativ unterstützt.

Anders sieht das Ganze leider unter Windows aus. Hier nutze ich die hervorragende Software Thunderbird für meine tägliche digitale Komunikation. Doch leider unterstützt weder Windows, das Betriebssystem des Stylistic, noch Thunderbird von Haus aus die entsprechenden Protokolle. Auf meinem alten Thinkpad verrichtete der SoGO-Conector erfolgreich seine Arbeit und synchronisierte Kontakte zwischen OwnCloud und Thunderbird. Ein Versuch auf dem neuen Rechner scheiterte trotz diverser anderslautender Anleitungen im Internet jedoch. Leider scheint dieses Plugin nicht mehr zuverlässig mit aktuellen Neuinstallationen zu funktionieren. Nach längerem Suchen bin ich auf das Plugin Cardbook gestoßen. Hier findet man eine reich bebilderte Anleitung. Was soll ich sagen? Installiert, eingerichtet, funktioniert.

Bei Nutzung von OwnCloud findet sich der korrekte Link übrigens direkt in der App „Kontakte“. Dort einfach auf das Zahnrad klicken und den entsprechenden Link per Copy and Paste bei Cardbook als neues Adressbuch anlegen. Benutzername und Passwort entsprechen dem üblichen Passwort von OwnCloud. Die Synchronisation funktionierte so auf Anhieb, Probleme sind bislang keine aufgetreten.

Vorbereitung GDCP-Workshop: Die dokumentarische Methode

Gemeinsam mit meiner Kollegin Janne Krüger gestalte ich in diesem Jahr im Rahmen der diesjährigen Jahrestagung der GDCP in Regensburg einen Workshop zur dokumentarischen Methode. Die Zeit auf dem Workshop ist für den Gegenstand äußerst knapp – und wir sind uns unsicher, was das Vorwissen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer angeht. Daher haben wir uns für folgendes Vorgehen entschieden:

  • Zur Vorbereitung bitten wir alle Teilnehmer_innen, einen kurzen Fragebogen zu beantworten. So können wir das Vorwissen besser einschätzen und den Workshop zielgerichteter Planen.
  • Ebenfalls im Vorfeld bitten wir alle Teilnehmer_innen, sich inhaltlich auf den Workshop anhand von Literaturhinweisen vorzubereiten. Dazu unten mehr. Fragen und Anmerkungen zu den gelesenen Texten dürfen Sie und Ihr gern direkt hier in den Kommentaren hinterlassen. Eventuell entstehen so bereits im Vorfeld Diskussionen, die wir vor Ort aufgreifen können.
  • In Regensburg werden wir die Zeit nutzen, um einen kurzen Überblick über die Methode zu geben – und ggf. im Vorfeld aufgekommene Fragen zu klären. Außerdem möchten wir praktisch arbeiten – wenn möglich mit Interviewmaterial aus dem Kreis der Teilnehmer_innen (siehe Umfrage).
  • Nach Abschluss des Workshops stellen wir die Präsentation hier (passwortgeschützt) online.

Zur (inhaltlichen) Vorbereitung gibt es einen Auszug aus meiner Dissertation, der sich ausführlich mit der dokumentarischen Methode beschäftigt. Ich habe ihn, wo notwendig, gekürzt. Den Ausschnitt finden Sie und Ihr hier. Der Text steht, wie die gesamte Dissertation, unter der CC-BY-NC-ND-Lizenz und kann ggf. über meine Dissertation zitiert werden (Sander, H. (2017): Orientierungen von Jugendlichen beim Urteilen und Entscheiden in Kontexten nachhaltiger Entwicklung. Eine rekonstruktive Perspektive auf Bewertungskompetenz in der Didaktik der Naturwissenschaft. Studien zum Physik- und Chemielernen, Band 216. Berlin: Logos. S. 112-123).

Einen vergleichbaren Abschnitt findet man auch in der Dissertation von Janne, die ebenfalls unter einer CC-Lizenz vorhanden ist. Ebenfalls einen guten Einstieg bildet der Text von Arnd Nohl. Offene Fragen und Anmerkungen kommen – wie erwähnt – gern in die Kommentare.

Also, frohes Lesen. Wir freuen uns auf Regensburg!

Dissertation im Logos-Verlag erschienen

Seit einigen Wochen ist es nun endlich vollbracht: Meine Dissertation ist im Logos-Verlag in der „Gelben Reihe“ der Naturwissenschaftsdidaktik als Buch erschienen. Es ist schon ein schönes Gefühl, das eigene Buch nach über drei Jahren harter Arbeit endlich in Händen zu halten. Insbesondere der Moment, in dem die Autorenexemplare in einem riesigen, schweren Karton bei mir eingetroffen sind. Eine Entschuldigung für das schwere Tragen an dieser Stelle an den freundlichen Paketzusteller… Wer hätte das am Anfang der Promotionszeit gedacht? Ich freue mich jedenfalls wie Bolle.

Wichtig bei der Veröffentlichung war mir, dass das Buch auch Open Access verfügbar ist, also von jedem und jeder Person ohne weitere Hürde lesbar ist. Ich glaube, dass diese Art der Veröffentlichung bei aus öffentlichen Mitteln finanzierter Forschung zum Standard werden sollte. Ein kleiner Hinweis: Die Mehrkosten für eine derartige Veröffentlichung halten sich im Rahmen und bewegen sich im sehr unteren dreistelligen Bereich. Zumindest gilt dies für den Logos-Verlag.

Alles in allem dürfte die Tantieme der VG Wort im nächsten Jahr mehr als ausreichen, um das Buch zu refinanzieren – auch mit Open Access. Daher: Das Buch ist sowohl als Print-Version zu haben – und auch digital unter einer Creative Commons Lizenz. Der Download ist direkt über den Verlag möglich – oder auch über meinen Server. Beachtet die CC-BY-ND-Lizenz!

Die Print-Version trägt den treffenden – aber zugegeben sperrigen – Titel „Orientierungen von Jugendlichen beim Urteilen und Entscheiden in Kontexten nachhaltiger Entwicklung. Eine rekonstruktive Perspektive auf Bewertungskompetenz in der Didaktik der Naturwissenschaft“ und ist über den gut sortierten Buchhandel unter der ISBN 978-3-8325-4434-8 zu beziehen – oder direkt über den Verlag.

F4 geht auch anders: Audiotranskription mit easytranscript

Während meiner Promotionszeit habe ich vor allem F4 zur Transkription benutzt. Da die Universität jedoch keine aktuelle Version von F4 lizenziert hatte, habe ich mich mit einer relativ alten Version herumgeärgert. Geärgert trifft es dabei recht gut: Zwar funktionierte F4 meist zuverlässig, ab und an „verschwanden“ aber ganze Textzeilen (und waren nur noch in Word sichtbar). Mittlerweile habe ich einen neuen PC – und war für meine Staatsexamensarbeit auf der Suche nach einer Alternative.

Die Alternative zu F4: Easytranscript

Und ich kann sagen: Ich habe nach längerer Recherche im Internet eine sinnvolle Alternative zu F4 gefunden. Sie heißt easytranscript, funktioniert sehr zuverlässig und bietet einen zu F4 weitgehend identischen Funktionsumfang. Und das beste ist: easytranscript steht unter der GNU-Lizenz. Als Audioquellen liets easytranscript die gängigen Audioformate, der Output erfolgt – wie auch bei F4 – als Rich-Text-Format-Datei (.rtf). Diese lassen sich dann weiter in Word bearbeiten oder zur Analyse bspw. in MaxQDA öffnen.

Screenshot des Arbeitsfensters von easytranscript

Easytranscript führt den Benutzer intuitiv durch die Erstellung eines neuen Transkripts und bietet einen zu F4 vergleichbaren Audioplayer mit den bekannten Funktionen (Pausieren/Abspielen mit „F4“ oder einem Fußschalter, Vor- und Zurückspulen, langsames Abspielen). Abkürzungen wie z.B. die Namen von Personen lassen sich mit Hilfe von Tastaturkürzeln schnell einfügen – und lassen sich weitgehend personalisieren. Praktisch ist auch die „Stenographie-Funktion“: Hier lassen sich schnell eigene Abkürzungen erstellen, die easytranscript automatisch in die definierten Wörter umwandelt.

Kurz und gut: Easytranscript hat bei mir F4 als Transkriptionssoftware abgelöst. Welche Transkriptionssoftware benutzt ihr?

Dokumentenkamera mit Mehrwert: Smartphone und Tablet kabellos an den Beamer bringen 

Wie schafft man es, Tablet und Smartphone schnell, einfach und kostengünstig mit einem Beamer zu verbinden? Diese Frage trieb mich um, seit ich im letzten Sommer mein Referendariat begonnen habe. Zur Ausgangssituation in unserer Schule ist zu sagen, dass in den Fachräumen zwar Beamer vorhanden sind. Von HDMI – Anschlüssen oder gar kabellosen Möglichkeiten der Verbindung träume ich jedoch höchstens. Es sollte also mein Android – Tablet möglichst zuverlässig und kostengünstig mit den vorhandenen Beamern verbunden werden. Welche didaktischen Möglichkeiten das eröffnet – dazu später mehr.

Kern der Lösung, mit der ich seit einigen Wochen sehr zufrieden bin, ist Miracast. Mit diesem Übertragungsstandard lässt sich das Display eines aktuellen Android-Gerätes über ein lokales WLAN auf einen größeren Monitor duplizieren. Auf dem Beamer ist also alles zu sehen, was ich auch auf dem Tablet sehe. Leider funktioniert Miracast, oftmals im System auch unter „Display duplizieren“ zu finden, jedoch nicht mit jedem Gerät.

Auf Seiten des Beamers wird ein entsprechender Empfänger benötigt. Der Empfänger von Microsoft erledigt bei einigen Kollegen offenbar sehr zuverlässig seine Dienste, ist jedoch nicht ganz billig. Ich selbst habe hingegen ohnehin einen firetv – Stick von Amazon. Und dieser Stick kann ebenfalls als Empfänger fungieren. Ein langer Druck auf die Home – Taste der Fernbedienung bringt die entsprechende Funktion zum Vorschein.

Hat der Beamer, wie in meinem Fall, nur einen analogen VGA – Eingang, so ist zudem zwischen firetv – Stick und Beamer noch ein Analog – Digital – Wandler notwendig. Ich habe gute Erfahrungen mit diesem Modell hier gemacht. Allerdings benötigt sowohl der Stick als auch der Analog – Digital – Wandler eine Stromversorgung über Mini – USB. Diese wird, um Steckdosen zu sparen, bei mir über ein USB-Hub sichergestellt, das direkt mit einem handelsüblichen Netzteil verbunden ist.

Alles zusammen sieht etwas wirr aus, lagert aber bei mir fertig zusammengebaut auf meinem Wagen in der Sammlung (siehe Foto). Es ist im Unterrichtsalltag schnell angeschlossen und funktioniert sehr zuverlässig. Um weitere Probleme mit älteren Beamern zu vermeiden lohnt es sich, die Auflösung des Sticks zu reduzieren. Hierzu lange auf die Home-Taste der Fernbedienung des Sticks drücken und die entsprechenden Einstellungen vornehmen.

Das didaktische Potential

Wie nutze ich die neu gewonnene, kabellose Freiheit? Zum einen ganz klassisch um Videos oder Präsentationen zu zeigen. Mein Tablet ist per LTE mit dem Internet verbunden, meine Dateien für den aktuellen Unterricht liegen per Boxcryptor verschlüsselt in der Cloud. Das Vergessen von USB-Sticks oder Inkompatibilitäten der Dateien mit in der Schule vorhandener Software stellen somit kein Problem (mehr) dar. Durch das Tablet kann ich mich frei im Raum bewegen und somit den Raum flexibel nutzen.

Zum anderen – und darin liegt meines Erachtens der besondere Vorteil meines Setups – nutze ich das Tablet zum Vergleich von Schülerlösungen. Hausaufgaben können fotografiert und projiziert werden, Ergebnisse von Gruppenarbeiten ebenso. Somit entfällt Zeit zum Anschreiben an der Tafel und auch sonst stillere Schülerinnen und Schüler können gezielt zum Vorstellen ihrer (guten) Arbeitsergebnisse ermutigt werden.

Darüber hinaus sind gedankliche Irrungen und Wirrungen in den Mappen der Schüler direkt sichtbar: aus durchgestrichenen Ideen und Ansätzen kann man oft mehr lernen als aus der richtigen Lösung. Fehler können so im Unterricht produktiv genutzt werden.

Ein weiteres denkbares Einsatzszenario ist bspw. die Projektion von Experimenten. Hierzu kann ein Tablet oder ein Smartphone mit Hilfe von Stativmaterial befestigt werden. Die Kameraapp zeigt dann direkt das Livebild – was per Miracast auf den Beamer projiziert wird.

Kollegen erweitern ein ähnliches technisches Setting um ein selbstgebautes Stativ oder nutzen klappbare Lampen für eine verbesserte Beleuchtung. Denn gerade Letztere stellt zumindest bei meinem günstigen Tablet oftmals ein Problem dar und erfordert häufig das mehrfache Fotografieren. Allerdings: Auch mein Smartphone ist ebenso schnell mit dem Stick verbunden – und macht natürlich deutlich bessere Bilder als mein Tablet.

Habt auch ihr ähnliche Erfahrungen?

Stipendien, Stellen, Stolpersteine: Die Finanzierung der Promotion

Geld verdienen während der Promotion - notwendiges Übel? Andreas Hermsdorf / pixelio.de
Geld verdienen während der Promotion - notwendiges Übel? Andreas Hermsdorf / pixelio.de
Geld verdienen während der Promotion –
notwendiges Übel? Andreas Hermsdorf / pixelio.de

Ist der Entschluss zu promovieren erst einmal gefallen, stellt sich unweigerlich die Frage nach der Finanzierung. Anders gesagt: Wovon möchtet ihr die nächsten Jahre euren Lebensunterhalt bestreiten? Im Wesentlichen bieten sich hierfür drei Möglichkeiten an: Eine Anstellung als wissenschaftlicher Mitarbeiter, ein Promotionsstipendium oder die eigene Berufstätigkeit. Kleine Nebeneinnahmen lassen sich unter bestimmten Voraussetzungen mit Hilfe von Lehraufträgen, Vorträgen, Workshops sowie Sozialleistungen wie Arbeitslosengeld oder Wohngeld erzielen.

Dieser Beitrag ist Teil einer Serie zum Thema Promotion in Erziehungswissenschaften.

Rahmenbedingungen: Worauf ist bei der Suche nach einer Finanzierung zu achten?

Der Entschluss für eine der oben skizzierten Finanzierungsmöglichkeiten ist sicher eines nicht: Ein freier. Denn du bist, ist erst einmal ein Betreuer für die Promotion und eine Idee für eine Fragestellung gefunden, an verschiedene Rahmenbedingungen gebunden. Gerade am Anfang ist es in meinen Augen wichtig, diese auch offen mit dem Betreuer zu diskutieren. Es ist zum Beispiel zu klären:

  • Ist überhaupt eine Mitarbeiterstelle verfügbar? Oder gibt es in der Arbeitsgruppe des Betreuers ein Drittmittelprojekt, in dessen Rahmen möglicherweise eine Stelle verfügbar ist?
  • Ist das Thema bereits so konkret, dass eine Bewerbung auf ein Stipendium Aussicht auf Erfolg hat?
  • Wie eingebunden bist du derzeit in eine eigene Berufstätigkeit? Besteht die Chance, diese mit der Promotion möglichst sinnvoll zu verbinden?

Mitarbeiterstellen: Krankenversicherung, Lehre und Universitätsmitgliedschaft

Mit einer Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter sind einige Annehmlichkeiten verbunden: Du bist vollwertiges Mitglied der Universität (in der Statusgruppe des wissenschaftlichen Personals) und kannst als solches an der Wahl des Personalrates oder z.B. in Berufungsausschüssen teilnehmen. Zudem erhälst du, zumindest in Hamburg, einige Annehmlichkeiten: Ein eigenes Büro ist dir sicher, die Ausleihfristen in den Fachbibliotheken sind teilweise länger, du erhälst unkompliziert einen eigenen Schlüssel und eine universitäre E-Mail-Adresse. Zudem bist du, da die Einstellung in der Regel auf Basis des Tarifvertrags der Länder (TV-L) erfolgt, als normaler Arbeitnehmer sozialversichert, d.h. du entrichtest Beiträge in die gesetzliche Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung und bist über denen Arbeitgeber in der Berufsgenossenschaft abgesichert, wenn dir auf dem Weg zur Arbeit etwas passiert. Besonders in der Endphase der Promotion kann das nützlich sein: Nach Ende deiner (befristeten) Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter hast du Anspruch auf Arbeitslosengeld und kannst dieses ggf. zur Fertigstellung deiner Doktorarbeit nutzen.

Die Anstellung als wissenschaftlicher Mitarbeiter in Hamburg erfolgt entweder als sogenannte Projektstelle (a) oder auf Basis von § 28, Hamburgisches Hochschulgesetz (b):

  1. du arbeitest in einem Drittmittelprojekt. Deine Dissertation beschäftigt sich in der Regel mit einem Aspekt des Projektthemas, du bist also nicht vollständig frei in der Themenwahl. Allerdings: Du hast meist keine Lehrverpflichtung, die Bezahlung ist u. U. etwas besser und du bist in ein funktionierendes Team eingebunden, das gemeinsam an einem Thema arbeitet.
  2. jede Professur hat eine bestimmte Anzahl dieser Stellen. Die Themenwahl ist hier meist offen, ein konkretes Forschungsprojekt wird gemeinsam mit dem Betreuer entwickelt. Meist sind diese Stellen mit einer (kleinen) Lehrverpflichtung verbunden.

Die Vorteile einer Stelle, insbesondere im Hinblick auf die Sozialversicherung, solltest du keinesfalls unterschätzen. Gerade bei Promotionsstipendien gibt es hier einige Fallstricke, die es unbedingt zu beachten gilt.

Stipendien: Unabhängigkeit – und kaum soziale Sicherung

Gibt es keine passende Stelle, so sind für die meisten Promotionsstipendien ein gangbarer Weg. Im Gegensatz zu den Mitarbeiterstellen bist du hier deutlich freier – und nicht direkt Mitglied der Universität. Einzige Ausnahme: Du bist als Promotionsstudent immatrikuliert. In diesem Fall bist du (ggf. weiterhin) „normaler“ Student und als solcher z.B. für das Studierendenparlament wahlberechtigt. Allerdings sind Dinge wie Schlüssel, Ausleihfristen in Bibliotheken, eine Universitätsadresse für E-Mails und ein Büro etwas schwerer zu bekommen:

  • Schlüssel werden i.d.R. vom Betreuer für dich ausgeliehen. Ein Büro darfst du an der Uni haben und bist insofern den Mitarbeitern beinahe gleichgestellt (siehe auch die entsprechenden Hinweise der Fakultät für Erziehungswissenschaft – an anderen Fakultäten gibt es ähnliche Regelungen).
  • Viele Bibliotheken bieten auch für Doktoranden (die als solche immatrikuliert sind) entsprechend längere Ausleihfristen an. Nachfragen lohnt sich!
  • An der Uni Hamburg bekommst du eine universitäre E-Mail-Adresse mit Hilfe eines speziellen Antrags.

Das schöne am Stipendiaten-Dasein: Du bist weitestgehend unabhängig! Dein Betreuer ist dein Betreuer (und nicht gleichzeitig dein Dienstvorgesetzter), du musst keinen Urlaub einreichen und hast keine Lehrverpflichtung. Zudem kannst du dich ganz dem Thema widmen, auf das du Lust hast. Der Nachteil: Du bist nicht sozialversichert.

Als Stipendiat musst du dich i.d.R. freiwillig gesetzlich versichern. Es soll immer wieder Krankenversicherungen geben, die dich als Student krankenversichern. Hartnäckig bleiben und bei vielen Versicherungen anfragen lohnt sich hier! Andernfalls musst du dich selbst versichern, das kostet in der gesetzlichen Krankenversicherung – je nach Höhe des Stipendiums – ca. 200 € pro Monat. Die Sache sieht nur anders aus, wenn du über deine Eltern oder deinen Ehepartner familienversichert sein kannst. In diesem Fall zählt dein Stipendium nicht als Einkommen und die Versicherung ist unproblematisch. Falls sich eine Versicherung hier querstellt, lohnt ein Blick in das gemeinsame Rundschreiben der gesetzlichen Krankenversicherungen zum Gesamteinkommen. Die GEW hat zum Thema Sozialversicherung in der Promotion einen Ratgeber veröffentlicht, der deutlich weitreichendere Informationen bietet.

Bleibt die Frage: Wo und wie finde ich eigentlich ein Promotionsstipendium?

Die großen Begabtenförderungswerke

Im Grunde hat jede im Bundestag vertretene Partei eine parteinahe Stiftung, die (auch) Promotionsstipendien vergibt. Die Rahmenbedingungen und Förderhöhen sind hier sehr unterschiedlich. Für Informationen möchte ich daher auf die Webseiten der Stiftungen verweisen.

Neben den parteinahen Stiftungen gibt es entsprechende Stiftungen der großen Religionsgemeinschaften. Voraussetzung für die Förderung ist meist, dass der zukünftige Stipendiat Mitglied der jeweiligen Glaubensgemeinschaft ist:

Parteiunabhängig ist die darüber hinaus die Studienstiftung des deutschen Volkes sowie die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung und die Stiftung der deutschen Wirtschaft. Für Promotionen in Hamburg lohnt sich auch ein Antrag auf Stipendien nach Hamburgischem Gesetz zur Förderung des wissenschaftlichen und künstlerischen Nachwuchses.

Ich selbst habe mich damals bei mehreren Stiftungen beworben. In den einzelnen Bewerbungsverfahren wurde mir das nicht zum Nachteil ausgelegt. Meiner Einschätzung nach sollte man jedoch darauf achten, dass die Stiftungen untereinander „weltanschaulich kompatibel“ sind. So scheint aus meiner Perspektive eine Bewerbung bei der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Hans-Böckler-Stiftung eher unproblematisch, während eine gleichzeitige Bewerbung bei der Ebert-Stiftung und der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung möglicherweise unangenehme Fragen provoziert.

Kleinere Stiftungen

Neben den „großen“ Stiftungen gibt es eine Vielzahl kleinerer, auf einzelne Zielgruppen oder Themen fokussierte Stiftungen. Allen voran kenne ich aus eigener Anschauung die Deutsche Bundesstiftung Umwelt. Für Erziehungswissenschaftler kann auch die Gerda-Henkel-Stiftung eine gute Anlaufstelle bilden.

Darüber hinaus ist es beinahe aussichtslos, die Vielzahl kleinerer Stiftungen hier aufzuführen. Hilfreich sind hier die folgenden Quellen:

  • Die GEW bietet einen umfangreichen Überblick über verschiedene Promotionsstipendien (Leider nur noch im WebArchive zu finden). Neben den ‚klassischen‘ Förderungsmöglichkeiten der Begabtenförderungswerke finden sich hier auch etwas exotischere Stipendien, die meist auf bestimmte Zielgruppen oder Themengebiete fokussiert sind.
  • Der Stipendienlotse des BMBF bietet den wohl besten Überblick über verschiedene Stiftungen und bietet eine komfortable Suchfunktion. Nur Mut!

Arbeiten neben der Promotion

Es ist natürlich auch möglich, neben der Promotion zu arbeiten. Dies sollte jedoch vorher gut überlegt sein, da der Zeitbedarf für die Promotion selbst meist höher ausfällt, als man zu Anfang denkt. Oftmals gut mit einem Stipendium (oder auch einer Projektstelle) zu vereinbaren sind Anstellungen an der Uni selbst, bspw. in Form eines Lehrauftrages. Auch Nachhilfe oder die Arbeit in der Gastronomie werden von einigen Doktoranden gern durchgeführt, da sie zeitlich flexibel zu gestalten sind.
Berufe mit regulären Arbeitszeiten sind meiner Erfahrung nach schwieriger mit der Promotion zu vereinbaren, da es oftmals schwierig ist, sich für Tagungen oder Treffen der Arbeitsgruppe frei zu nehmen. Hier sollte man vor Beginn der Promotion genau überlegen, inwieweit es sinnvoll, möglich und notwendig ist, neben der Promotion zu arbeiten.

Weitere Finanzierungsmöglichkeiten

Unter Umständen kann es sinnvoll sein, weitere Finanzierungsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen. Gerade für Kongressreisen ist das DAAD-Programm eine sinnvolle Option und kann die Teilnahme an Tagungen im Ausland möglich machen. Ein (erfolgloser) Antrag beim DAAD ist darüber hinaus meist die Voraussetzung, um an Fördertöpfe der Uni oder Sonderförderungen der einzelnen Stiftungen zu gelangen.

Auch die FAZIT-Stiftung vergibt Reisestipendien, auf die man sich mit  einem konkreten Vorhaben bewerben kann. Zudem ist es möglich, sich dort für einen Zuschuss zu den Druckkosten der Dissertation zu bewerben – auch diese wollen schließlich am Ende der Promotionszeit finanziert werden.

Gerade wer bereits Familie hat, hat unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf Wohngeld. Dabei handelt es sich um eine Sozialleistung, die vom Einkommen der Haushaltsmitglieder abhängt. Ob (realistische) Ansprüche auf Wohngeld bestehen, kann mit verschiedenen Wohngeldrechnern im Internet überprüfen. Ein Antrag ist recht einfach möglich.

Darüber hinaus bieten viele Fachgesellschaften Förderungen für bestimmte Vorhaben, z.B. Forschungsaufenthalte im Ausland oder die Teilnahme an entsprechenden Kongressen an. Hier lohnt es sich, im Vorwege die Förderungsmöglichkeiten in seinem jeweiligen Fachgebiet zu recherchieren. Für die Naturwissenschaftsdidaktik bietet die DPG entsprechende Fördertöpfe, auch die GDCP fördert oftmals die Teilnahme von Promovierenden an ihren Tagungen. Die ESERA vergibt alljährlich einen Travel Award, mit dessen Hilfe ein kurzer Aufenthalt an einer Hochschule im europäischen Ausland möglich ist.

Ein Fazit: Was soll ich tun?

Welche Art der Finanzierung für dich sinnvoll ist, lässt sich nicht allgemeingültig beantworten. Vielmehr hängt dies von den Rahmenbedingungen (siehe oben), deiner beruflichen und familiären Situation sowie deinen persönlichen Zielen und Wünschen ab. Die soziale Absicherung ist im Allgemeinen bei Mitarbeiterstellen deutlich höher, die persönlichen Freiheiten bei Stipendien. Der Verdienst ist insgesamt vergleichbar, wobei meist durch die Notwendigkeit, eine Krankenversicherung zu finanzieren, das Nettoeinkommen bei Stipendien etwas geringer ausfällt.

Bilder für den eigenen Blog: Lizenzfreie und kostenlose Fotos

Genauere Informationen über einzelne Bilder bei Wikimedia Commons - insbesondere über die Nutzungsrechte (roter Kasten)

Wahrscheinlich kennt ihr das: schreibt einen schönen Text und gebt euch hierbei richtig Mühe. Es steckt also viel Zeit und Herzblut in eurem Text – und trotzdem wirkt er am Ende eher fad, wenig aufregend. Was fehlt sind schöne Bilder, Grafiken oder Animationen, die den Text aufpeppen. Gerade im Internet gibt es hierbei jedoch einiges zu beachten: vor allem ist wichtig, dass ihr über die entsprechenden Veröffentlichungsrechte für die von euch genutzten Bilder verfügt. Verwendet ihr einfach irgendein Foto aus dem Internet, so besteht immer die Gefahr, dass ihr durch dieses Vorgehen Urheberrechte verletzt. Dies kann sehr schnell sehr teuer werden, da sich viele Anwälte gerade auf Abmahnungen von Urheberrechtsverletzung spezialisiert haben (und umgekehrt: auch ihr als Urheber fändet es sicher nicht lustig, wenn einfach jemand eure Bilder verwendet). Flattert so eine Abmahnung ins Haus, so wird die dort geforderte Strafe sehr schnell drei bis vierstellig. Gerade für kleinere, private Blogs und Webseiten ist dies in der Regel der Todesstoß. Gleiches gilt selbstverständlich auch für Printpublikationen und – genau genommen – natürlich auch für Arbeitblätter, die man beispielsweise für seinen eigenen Unterricht in der Schule erstellt. Hier wird es zwar eher keine Abmahnungen hageln, aber auch hier hält man sich eine Menge Ärger vom Hals, wenn man von vornherein darauf achtet, nur entsprechend geeignete Fotos zu nutzen. In der Lehrerfortbildung ist dieses Thema übrigens bereits angekommen

Verschiedene Bilder, verschiedene Lizenzen

Wer im Internet auf die Suche nach Fotos in Animationen geht, stolpert über eine Vielzahl an Bildern. Die Suche beispielsweise über die Google Bildersuche liefert eine Unmenge von Ergebnissen zu fast jedem denkbaren Stichwort. Allerdings steht nur ein Bruchteil dieser Bilder unter einer Lizenz, die euch ohne weiteres die Nutzung dieses Bildes erlaubt. Ich spreche im Folgenden von „freien“ Bildern und meine damit Bilder, die ihr legal und ohne schlechtes Gewissen nutzen dürft – meist mit der Auflage der Quellennennung. Verschiedene freie Lizenzen findet ihr mit entsprechenden Erläuterungen in der Wikipedia.

Was die unterschiedlichen Rechte angeht, so gibt es viele Unterschiede. Es gibt sogenannte gemeinfreie Bilder, der Nutzungsrechte mittlerweile abgelaufen sind oder die aufgrund anderer Gesetze für jedermann zur Verfügung stehen. Diese Bilder dürfen, teilweise sogar ohne Quellenangabe, verwendet werden. Eine sehr gute Anlaufstelle für derartige Bilder stellt die Seite Wikimedia Commons dar. In diesem Projekt werden für die unterschiedlichen anderen Projekte von Wikimedia die Mediendateien – und somit auch die Bilder gesammelt. In der Regel finden sich dort alle Bilder der Wikipedia – und können unter bestimmten, dort im einzelnen aufgeführten Bedingungen, genutzt werden. Klickt man auf eine Abbildung in der Wikipedia, so gelangt man zur entsprechenden Übersichtsseite bei Wikimedia Commons, wo in der Regel auch die Rechte des Bildes vermerkt sind. Dort erhält man weitere Informationen zur Verwendung des Bildes (siehe Abbildung).

Genauere Informationen über einzelne Bilder bei Wikimedia Commons - insbesondere über die Nutzungsrechte (roter Kasten)
Genauere Informationen über einzelne Bilder bei Wikimedia Commons – insbesondere über die Nutzungsrechte (roter Kasten)

Besonders beliebt: Creative-Commons-Lizenzen

Besonders beliebt unter den „freien“ Lizenzen ist die sogenannte Creative Commons Lizenz. Diese wird von der Creative Commons (CC) Organisation in Form vorgefertigter Lizenzverträge bereitgestellt. Stellt ein Urheber seine Grafiken unter eine solche CC-Lizenz, so dürfen diese Grafiken unter bestimmten Bedingungen von Nutzern, bspw. Webseitenbetreibern, weitergenutzt werden. Diese Bedingungen, die miteinander kombiniert werden können, sind im Einzelnen:

  • Namensnennung – von welchem (by) Urheber stammt die Grafik?
  • Keine Bearbeitung der Grafiken (no derivates – ND)
  • nicht-kommerzielle Verwendung (non commercial – NC)
  • gleiche Lizenzbedingungen bei Weitergabe (share alike – SA)

Genau genommen handelt es sich also bei den Creative Commons Lizenzen um ein ganzes Bündel unterschiedlicher Lizenzen, die sich durch Kombination der oben genannten Bedingungen ergeben (3.0 bezieht sich auf die Version der von der Creative Commons Organisation bereitgestellten Lizenzen):

  • CC BY 3.0: Namensnennung, keine weiteren Einschränkungen bei der Verwendung der Bilder.
  • CC BY-ND 3.0: Namensnennung, keine Bearbeitung der Grafiken bzw. Bilder.
  • CC BY-NC 3.0: Namensnennung, nur nicht-kommerzielle Verwendung.
  • CC BY-SA 3.0:  Namensnennung, Weitergabe nur unter gleichen Bedingungen.
  • CC BY-NC-ND 3.0: Namensnennung, keine Bearbeitung der Grafiken bzw. Bilder und nur nicht-kommerzielle Verwendung.
  • CC BY-NC-SA 3.0: Namensnennung, Weitergabe nur unter gleichen Bedingungen, nur nicht-kommerzielle Verwendung.

Eine Übersicht über die Creative Commons Lizenz bietet die folgende Abbildung.

Die Creative Commons Lizenz im Überblick (von Martin Mißfeldt / Bildersuche.org / CC-BY-SA 3.0)
Die Creative Commons Lizenz im Überblick (von Martin Mißfeldt / Bildersuche.org / CC-BY-SA 3.0)

Auch im Hinblick auf Bildungsmaterialien wird die Nutzung freier Lizenzen propagiert. Die UNESCO hat hierzu eine entsprechende Broschüre entwickelt. Diese ist im Hinblick auf die Nutzung freier Grafiken und Bilder im Schulunterricht absolut lesenswert.

Anlaufstellen für freie Bilder und Grafiken

Weitere gute Anlaufstellen für freie Abbildungen sind spezialisierte Bildarchive. Eine kleine Auswahl habe ich unten verlinkt, eine deutlich umfassendere Liste mit Bildarchiven findet ihr hier. Hier finden sich gezielt zur Nutzung freigegebene Bilder. Die Bildrechte bleiben in der Regel bei den Autoren der Bilder, jedoch werden bestimmte Rechte, wie zum Beispiel die Nutzung im Internet oder in Printpublikationen, unter gewissen Bedingungen weitergegeben. In der Regel umfasst dies eine Quellenangabe unter Namensnennung des Fotos. Inwieweit die Fotos bearbeitet werden dürfen, beispielsweise die Farbe verändert oder bestimmte Dinge mit Photoshop entfernt werden dürfen, regeln die Lizenzbedingungen dort.

Eine weitere Möglichkeit, entsprechend veröffentlichungsfähige Bilder zu finden, bietet die Google Bildersuche. In der erweiterten Suche besteht hier die Möglichkeit, gezielt nach Bildern unter einer Creative Commons Lizenz zu suchen. Die Suche funktioniert soweit gut, allerdings empfehle ich jedem, bei einem gefundenen Bild im einzelnen zu prüfen, ob es beispielsweise im eigenen Blog verwendet werden darf. Auch hier ist in der Regel eine Quellenangabe unter dem Bild unverzichtbar. Ich persönliche nutze für die Suche nach freien Bildern und Grafiken – anstatt der Bildersuche von Google – gerne die folgenden Seiten:

  • Pixabay bietet eine komfortable Suche und eine Vielzahl an Grafiken und Bildern an. Diese stehen teilweise unter einer freien Lizenz wie der Creative Commons Lizenz, teilweise dürfen sie auch ganz ohne Quellenverweis genutzt werden. Beachtet die Hinweise bei den einzelnen Grafiken!
  • Pixelio ist die von mir am häufigsten genutzte Bilddatenbank. Auch hier findet ihr eine komfortable Suchfunktion, entsprechende Hinweise zur Lizenz ebenfalls bei den einzelnen Bildern.
  • Wikimedia Commons wurde oben bereits zur Genüge vorgestellt.

Der einfachste Weg: eigene Bilder verwenden.

Der einfachste Weg, Bilder und Grafiken legal im eigenen Blog, auf der eigenen Internetseite – oder für die eigene Arbeit in der Schule – zu verwenden, ist sicherlich die Nutzung eigener Bilder. Unter der Maßgabe, dass hierbei keine Persönlichkeitsrechte fremder Personen verletzt werden, ist die Verwendung derartiger Bilder völlig unproblematisch. Sie stellt demnach in der Regel – sofern irgendwie möglich – die erste Wahl dar. Viele juristische Probleme hält man sich hierdurch vom Hals.

Promotion – Ja oder Nein?

Ja oder Nein
Foto: berwis / pixelio.de

Am Beginn meiner kleinen Artikelserie zum Thema Promotion steht eine Frage, die vermutlich für die meisten von euch ebenfalls zu Beginn geklärt werden muss: möchte ich eigentlich promovieren?

Die Beantwortung dieser Frage setzt vor allem voraus, sich über die eigene Motivation für die Promotion klar zu werden – und über die Rahmenbedingungen, unter denen man das Promotionsprojekt durchführt. Sollte man später zu dem Entschluss kommen, nicht zu promovieren, so gibt es hierfür sicherlich gute Gründe – genauso wie für eine Entscheidung für die Promotion.

Die Motivation zur Promotion

Am Anfang steht meist eine eher diffuse Überlegung: Könnte das nicht etwas für mich sein? Manchmal ist der Auslöser eine Frage des Professors nach den eigenen Plänen für die Zeit nach dem Studium, manchmal das Interesse für eine bestimmte Fragestellung. Im Idealfall kommt beides Zusammen: Ein (zukünftiger) Betreuer, mit dem man sich gut versteht, der seine Doktoranden nach Kräften unterstützt und hinter ihnen steht – und das Interesse für das Thema der Dissertation. Daneben sollte man sich trotzdem darüber klar werden, ob man selbst auch alle weiteren Voraussetzungen erfüllt. Hierzu ist es hilfreich, sich selbst einige Fragen zu beantworten:

  • Warum möchte ich eigentlich Promovieren? Ist es echtes inhaltliches Interesse – oder bin ich nur „an den zwei Buchstaben“ interessiert?
  • Welche Vor- und Nachteile hat der Doktortitel für meinen späteren Beruf? Man denke hier an sowohl an finanzielle Aspekte als auch an Fragen der Reputation oder von Jobperspektiven innerhalb wie außerhalb der Wissenschaft.
  • Ist mein soziales Umfeld bereit, mich bei der Promotion zu unterstützen? Dieser Aspekt sollte nicht unterschätzt werden, da z.B. eine feste Partnerschaft eine große Stütze während der Promotionszeit sein kann – gleichzeitig aber möglicherweise auch unter der Promotion leidet (prekäre finanzielle Situation, Stress des Doktoranden etc.)
  • Bin ich in der Lage, meine Arbeitszeit  selbsttätig zu organisieren und mich zum Arbeiten zu motivieren? Die Promotion erfordert dies ohne Frage. Vieles lernt man „unterwegs“, ein wenig Talent sollte man in meinen Augen hierfür jedoch bereits mitbringen.

Als Hilfe bei der Klärung der eigenen Motivlage gibt es z.B. eine Checkliste des Promotionsratgebers.

Gute Gründe für – und gegen! – die Promotion

Es gibt meiner Ansicht nach viele gute Gründe – gerade auch dann, wenn man wie ich ein Lehramtsstudium absolviert hat – weiter wissenschaftlich zu arbeiten (näheres zu meinem eigenen Promotionsprojekt erfahrt ihr hier und hier). Ich empfinde die Promotionszeit als große Bereicherung, da ich einerseits die Möglichkeit habe, mich intensiv mit einem Thema zu befassen, das mich interessiert. Andererseits – und das ist möglicherweise ein noch wichtigerer Aspekt – kann ich immer wieder über den Tellerrand hinausschauen. Ich bekomme immer wieder mit, woran andere Doktoranden arbeiten, habe Einblick in ihr spannendes Material und Gelegenheit, mich mit ihnen auszutauschen. Dies setzt natürlich die aktive Vernetzung mit Anderen voraus. Außerdem bekomme ich im Rahmen von Tagungen, Kolloquien und Sitzungen meiner Arbeitsgruppe immer wieder neue Einblicke und Denkanstöße in aktuelle Fragestellungen der Fachdidaktik. Eine so intensive Beschäftigung war im Studium nicht denkbar und ich würde soweit gehen, dass sich durch die Promotionszeit mein Blick auf Unterricht deutlich verändert hat. Das empfinde ich – zumindest im Moment, wo ich noch nicht selbst in der Schule unterrichte – als großen Gewinn.

Allein der Wunsch nach einem Titel ist in meinen Augen kein Guter Ratgeber, sich für die Promotion zu entscheiden. Man sollte nicht unterschätzen, dass die Promotionszeit eine lange Zeit ist, mit vielen Höhen und Tiefen. Gerade in den Tiefen (Den Krisen der Promotion) gilt es immer wieder, sich selbst zu motivieren. In den meisten Fällen funktioniert dies vermutlich besser, wenn man selbst für ein Thema „brennt“, sich nicht überwinden muss, am Promotionsprojekt zu arbeiten.

Ebenfalls schwierig wird die erfolgreiche Beendigung des Promotionsprojekts vermutlich dann, wenn schlicht die Zeit für die Arbeit an der Promotion fehlt. Muss man nebenbei für seinen Lebensunterhalt, vielleicht gar den Lebensunterhalt der eigenen Familie sorgen, ist man mit Hobbies oder der Pflege eines Angehörigen zeitlich stark eingespannt, so fällt es entsprechend schwer, Zeit für die Arbeit am eigenen Projekt zu finden. All diese Rahmenbedingungen gilt es im Vorfeld einer Promotion zumindest anzudenken.

Was also tun? Hilfreich ist es, sich im Vorfeld mit Menschen zu unterhalten, die selbst promovieren, wenn möglich in einem vergleichbaren Fachbereich. Hier bietet sich die einmalige Möglichkeit, Erfahrungen aus erster Hand zu erlangen und ein Gefühl dafür zu entwickeln, ob das „etwas für mich ist“. Traut euch und sprecht jemanden an!

In jedem Fall stellt der Beginn der Promotion eine wichtige Weiche in eurem Leben – und diese Entscheidung sollte man in meinen Augen nicht überstürzen, sondern sich über die Motive klar werden. Nicht jeder muss promovieren, um später erfolgreich zu werden. Schon gar nicht ist die Promotion Voraussetzung für ein glückliches Leben (auch wenn sie natürlich, bleibt man in der Wissenschaft, einen gehörigen Beitrag zur eigenen Zufriedenheit leisten kann). Auch eine bewusste Entscheidung gegen die Promotion kann eine sehr gute Entscheidung sein!

 

Dieser Artikel ist der Anfang einer längeren Serie zum Thema Promotion. Zur Übersicht über alle geplanten (und bereits erschienenen) Artikel geht es hier.

(Beitragsbild: berwis  / pixelio.de)

Die Promotion: Peer-to-Peer-Beratung an der Fakultät für Erziehungswissenschaft

Terminkalender. Bildquelle: Andreas Hermsdorf / pixelio.de
Die Tastatur - ein unverzichtbares Hilfsmittel zum Verfassen einer Doktorarbeit (Bildquelle: Jorma Bork / pixelio.de)
Die Tastatur – ein unverzichtbares Hilfsmittel zum Verfassen einer
Doktorarbeit (Bildquelle: Jorma Bork / pixelio.de)

Seit Oktober 2014 habe ich die Peer-to-Peer-Beratung für Promovierende und Promotionsinteressierte an der Fakultät für Erziehungswissenschaft der Uni Hamburg übernommen. Das Ziel der Beratung ist es, Promovierenden und solchen die es werden wollen eine Anlaufstelle für Fragen und Probleme zu bieten – und zwar in einem informellen, vertrauten Rahmen, der Raum für intensive Gespräche und den Austausch von Erfahrungen bietet. Im Rahmen der Beratung können zum Beispiel Fragen zur Finanzierung einer Promotion, zum Schreiben eines Exposés oder  auch zum Leben als Promovierender besprochen werden.

Einerseits gibt es die Möglichkeit, mich per Mail zu erreichen (promotionsberatung.ew {at} uni-hamburg.de). Andererseits gibt es natürlich auch die Möglichkeit, mich in meiner Sprechstunde zu besuchen. Diese findet jeden 1. und 3. Dienstag im Monat jeweils von 17-18 Uhr in Raum 309 (Von-Melle-Park 8, Hamburg) statt. Alle aktuellen Termine (und ggf. Abweichungen von diesen) finden sich auf meiner persönlichen Webseite an der Uni Hamburg.

Neben diesen Kontaktmöglichkeiten möchte ich nach und nach einige wichtige Informationen zum Thema Promotion hier zusammentragen. Diese dienen mir als kleine Gedankenstütze – und hoffentlich dem einen oder anderen Hilfesuchenden als erster Rat. Ich möchte deshalb in den nächsten Wochen und Monaten in Form einer kleinen Artikelserie verschiedene Themen beleuchten, die in der Beratung immer wieder diskutiert werden. Diese Serie findet ihr hier im Blog. Die einzelnen Artikel werde ich bei Bedarf dann jeweils erweitern und überarbeiten. Eine Übersicht über die bereits erschienenen Beiträge (und einige der geplanten) findet ihr immer auf dieser Seite. Bei Interesse setzt euch daher gern ein Lesezeichen – oder ihr sucht nach Artikeln in der Kategorie Promotion.

Bisher in der Reihe „Promotion“ erschienene (und geplante) Artikel

  1. Übersicht und Einleitung
  2. Promotion in Erziehungswissenschaft – Promovieren Ja oder Nein?
  3. Stipendien, Stellen, Stolpersteine: Die Finanzierung einer Promotion.
  4. Die Themenfindung
  5. Das Exposé: Wie? Was? Für wen?
  6. Kummulative Promotion oder Monographie: Eine Grundsatzentscheidung.
  7. Was gilt es beim Promotionsverfahren an der Uni Hamburg zu beachten?
  8. Literaturverwaltung: Von Anfang an Ordnung in die Unordnung bringen mit Citavi und Co.
  9. Strukturiertes Schreiben: Office, Openoffice, LaTeX und Co.
  10. Hilfsmittel für qualitative Forschung: MaxQDA und Datenbanksysteme
  11. Stolpersteine und Probleme bei der Promotion: Wie behält man die Motiavtion?
  12. Geld verdienen nebenbei: Die VG Wort
  13. Korrekturlesen, Lektorate und die liebe Zeit: Die Dissertation schreiben
  14. Die Prüfung: Auswahl der Gutachter, Disputation, Urkunde
  15. Die Publikation: Online? Offline? Druckkosten?

(Quelle des Titelbildes: Andreas Hermsdorf  / pixelio.de)

Geschlossene Mailinglisten erstellen mit Google

Auch in Zeiten von Smartphones und Whatsapp schreiben noch immer viele Leute E-Mails. In diesem Zusammenhang sind Mailinglisten schon praktisch: Man kann eine bestimmte Gruppe an Menschen erreichen, ohne jedesmal alle Empfänger einzeln in der E-Mail zu nennen (und dann ggf. jemanden zu vergessen). Beispielsweise kann dies sehr nützlich für eine größere Arbeitsgruppe sein, die regelmäßig per E-Mail miteinander kommuniziert. Wie jedoch lässt sich eine Mailingliste schnell und einfach erstellen?

„Geschlossene Mailinglisten erstellen mit Google“ weiterlesen

Neue Webseite online: Tagungsanmeldung

Seit einigen Tagen ist eine neue von mir entwickelte Webseite online: Das Anmeldesystem für die Jahrestagung der „Gesellschaft für Fachdidaktik“ (GFD), die im Herbst an der Universität Hamburg stattfindet. Kern des Anmeldesystems ist ein Eingabeformular, dass die eingegebenen Werte überprüft und aufbereitet. Die Daten werden in einer MySQL-Datenbank gespeichert und anschließend in Filemaker (einem anderen Datenbanksystem) weiterverarbeitet. Die Anmeldung ist (derzeit) hier zu erreichen.

Neue Webseite: Chemiedidaktik an der Universität Hamburg

Die Webseiten der Physik– und Biologiedidaktik waren schon seit einiger Zeit online. Mittlerweile seit Sommer 2014 komplettiert nun auch die Webseite des (kleinen) Arbeitsbereichs der Chemiedidaktik die Webseiten der Naturwissenschaftsdidaktik an der Universität Hamburg. Technisch basiert diese Seite, wie auch die beiden anderen genannten, auf einer modifizierten WordPress-Installation. Dabei kommen verschiedene Plugins zum Einsatz. Zudem wurden einige Unterseiten mit Custom-Post-Types realisiert. Die besondere Herausforderung war hierbei die Verknüpfung verschiedener Custom-Post-Types miteinander, um beispielsweise Mitarbeiter der Arbeitsgruppe mit verschiedenen Projekten zu verknüpfen. Dies wurde über entsprechende MySQL-Abfragen realisiert.

Neben der Programmierung der Webseite habe ich das Logo für die Chemiedidaktik entwickelt. Ein wenig Inspiration kam dabei vom Vorspann der Fernsehserie Breaking Bad: Dort werden Teile der Vornamen als Elementsymbole des Periodensystems der Elemente hervorgehoben. Diese Idee habe ich bei der Entwicklung des Logos aufgegriffen.

Neue Webseite: Biologiedidaktik an der Universität Hamburg

Seit einigen Tagen ist eine neue, von mir erstellte Webseite online – und nun auch hier unter „Webdesign“ zu finden. Die Arbeitsgruppe Biologiedidaktik der Universität Hamburg erhielt dabei im Wesentlichen ein ähnliches System wie bereits die Webseite der Physikdidaktik, für die ich ebenfalls verantwortlich bin. Wer einen Blick auf die neue Seiten werfen möchte, kann dies hier tun.

Wie setzt sich die Schülerschaft einer Schule eigentlich zusammen?

Die genaue sozio-ökonomische Zusammensetzung der Schülerschaft einer bestimmten Schule ist nicht nur interessant. Sie ist auch wichtig, um auf politischer Ebene Fördermaßnahmen zu koordinieren und letztlich Gelder zu verteilen. Aber auch aus wissenschaftlicher Perspektive heraus ist die Zusammensetzung der Schülerschaft wichtig, um bspw. Stichproben für Befragungen begründet zusammenstellen zu können.

In Hamburg wird die sozio-ökonomische Zusammensetzung der Schülerschaft einer Einzelschule mit Daten der KESS-Studie ermittelt. Aus diesen Daten wird mit Hilfe statistischer Modelle jede Schule einer bestimmten, relativen „Belastungskategorie“ zugeordnet. Dies geschieht in Form einer Einzelnote (1-6). Hierbei haben Schulen der Kategorie 1 eine aus sozio-öknomischer Sicht benachteiligte Schülerschaft, Schulen der Kategorie 6 entsprechend das Gegenteil. Die Berechnung stützt sich dabei auf die Habitus-Theorie Bourdieus und bezieht weiterhin Merkmale wie den Migrationshintergrund mit ein. Genaueres zur Berechnung findet man hier.

Leicht zu finden sind Mittelwerte über ganz Hamburg oder einzelne Schularten verteilt. Diese sind, relativ offensichtlich, für die Generierung einer Stichprobe aber vergleichsweise ungeeignet. Hierzu benötige ich Werte, die auf Einzelschulebene aufgelöst sind. Möchte ich beispielsweise Schulen mit KESS-Index 1 und Schulen mit KESS-Index 6 vergleichen, muss ich die Schulauswahl entsprechend treffen. Solche auf Ebene der Einzelschule aufgelösten Zahlen sind aber nur schwer zu finden. Nach längerem Suchen bin ich nun aber tatsächlich fündig geworden und möchte meinen Fund der Allgemeinheit nicht vorenthalten. Wer also schon immer mal einen genauen Blick auf die Zusammensetzung der Hamburger Schülerschaft werfen wollte, wird hier fündig.