ChemZ 3 – Nachweisreaktionen und Kochsalzdarstellung

Und weiter geht’s mit meinen Erfahrungen mit dem Konzept ChemZ.

Nachweisreaktionen

Selbst probiert habe ich den CO2-Nachweis mittels Kalkwasserprobe. Hierzu wurde, wie bereits von mir beschrieben, in einer Spritze Kohlenstoffdioxid entwickelt. Dieses lies sich durch ein im ChemZ-Koffer vorhandenes Schlauchstück mit passendem Luer-Lock-Ansatz direkt durch Kalkwasser sprudeln. So weit, so gut, so einfach.

Besonders eindrucksvoll – und relativ gefahrlos dazu – verläuft der Wasserstoffnachweis über die Knallgasprobe. Hierzu habe ich in getrennten Spritzen zunächst Sauerstoff bzw. Wasserstoff entwickelt und diese beiden Gase über einen Dreiwegehahn in einer weiteren Spritze im richtigen Verhältnis (Welches überhaupt?) vermischt.

Die Knallgasmischung wurde durch eine Kanüle durch Seifenlösung geblubbert, wobei wunderbar kleine Seifenblasen entstanden. Diese konnten mit einem längeren Streichholz oder einem Kerzenfeuerzeug angezündet werden und verfehlten nicht den gewünschten Effekt. Für diejenigen Mitleser, die noch nie selbst Zeuge einer Knallgasreaktion werden durften, hier einmal ein kleines Video.

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Alles in allem waren diese Nachweise äußerst einfach und – im Falle der Knallgasreaktion – auch optisch/akustisch mehr als reizvoll. Weniger gut gelungen ist mir der Sauerstoffnachweis. Leider stand mir keine Druckgasflasche mit Sauerstoff zur Verfügung, sodass ich diesen aus H2O2 und Trockenhefe selbst entwickeln musste. Darunter litt natürlich die Reinheit des Sauerstoffs. Wurde der Sauerstoff nun von mir aus der Spritze in ein Reagenzglas gedrückt, war noch das beste Ergebnis ein äußerst mageres Aufleuchten des Glimmspans….

Schmanker’l: Natriumchlorid-Synthese

Das absolute Highlight meines Praktikums war die Synthese von NaCl (also mehr oder minder handelsüblichem Kochsalz) aus Chlorgas und elementarem Natrium. Hierzu habe ich mir aus einem Reagenzglas ohne Ansatz einen kleinen Gasentwickler gebaut. Hierzu musste ich einen passenden Gummistopfen vorsichtig mit zwei Kanülen durchbohren. Achtung: Hierbei kann die Spitze der Kanülen leicht zerdrückt werden, sodass kein Gas hindurchgelangt.

Dieser wurde nun auf das  Reagenzglas gesetzt, in das zuvor eine Spatelspitze Kaliumpermanganat gegeben wurde. Auf die eine Kanüle wurde eine schwergängige Spritze mit konz. Salzsäure gesetzt, auf die andere eine leichtgängige Spritze zum Auffangen des Chlorgases. Dann wurde langsam HCl in das Reagenzglas getropft und man konnte sehr schön die Entwicklung grünlich-brauner Chlordämpfe erkennen.

Nachdem ich die mit Chlor gefüllte Spritze abgenommen hatte, wurde auf die Kanüle ein Aktivkohle-Adsorptionsröhrchen aufgesetz. Auch dieses konnte ich schnell und einfach aus einer Spritze basteln, von der ich zuvor den Stempel entfernt hatte.

In einem dickwandigen Reagenzglas brachte ich nun Natrium zum Schmelzen (geht mit dem Bunsenbrenner schon recht gut) und gab vorsichtig das Chlorgas über eine Kanüle hinzu. Die äußerst hübsche Reaktion begann, wie auch hier im Video zu sehen.

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Für die Idee zu diesem Versuch muss ich Viktor Obendrauf danken, der die Idee entwickelte, allerdings statt eines Reagenzglases eine Filmdose benutzte. Leider ist es heutzutage gar nicht mehr so einfach, Filmdosen aufzutreiben, weshalb ich ein Reagenzglas genommen habe…

Die Natriumchlorid-Synthese kann also mit ChemZ mit einem minimalen Aufwand an Geräten und Chemikalien erfolgen – ein großer Vorteil gegenüber der „klassischen“ Methode mit einem Gasentwickler und weiteren Glasgeräten.

Zum Schluss meiner kleinen Serie möchte ich im nächsten und letzten Teil kurz meine Erfahrungen mit ChemZ zusammenfassen und versuchen, Vor- und Nachteile des Konzeptes herauszuarbeiten.

Bisher in dieser Artikelserie:

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