Dokumentenkamera mit Mehrwert: Smartphone und Tablet kabellos an den Beamer bringen 

Wie schafft man es, Tablet und Smartphone schnell, einfach und kostengünstig mit einem Beamer zu verbinden? Diese Frage trieb mich um, seit ich im letzten Sommer mein Referendariat begonnen habe. Zur Ausgangssituation in unserer Schule ist zu sagen, dass in den Fachräumen zwar Beamer vorhanden sind. Von HDMI – Anschlüssen oder gar kabellosen Möglichkeiten der Verbindung träume ich jedoch höchstens. Es sollte also mein Android – Tablet möglichst zuverlässig und kostengünstig mit den vorhandenen Beamern verbunden werden. Welche didaktischen Möglichkeiten das eröffnet – dazu später mehr.

Kern der Lösung, mit der ich seit einigen Wochen sehr zufrieden bin, ist Miracast. Mit diesem Übertragungsstandard lässt sich das Display eines aktuellen Android-Gerätes über ein lokales WLAN auf einen größeren Monitor duplizieren. Auf dem Beamer ist also alles zu sehen, was ich auch auf dem Tablet sehe. Leider funktioniert Miracast, oftmals im System auch unter „Display duplizieren“ zu finden, jedoch nicht mit jedem Gerät.

Auf Seiten des Beamers wird ein entsprechender Empfänger benötigt. Der Empfänger von Microsoft erledigt bei einigen Kollegen offenbar sehr zuverlässig seine Dienste, ist jedoch nicht ganz billig. Ich selbst habe hingegen ohnehin einen firetv – Stick von Amazon. Und dieser Stick kann ebenfalls als Empfänger fungieren. Ein langer Druck auf die Home – Taste der Fernbedienung bringt die entsprechende Funktion zum Vorschein.

Hat der Beamer, wie in meinem Fall, nur einen analogen VGA – Eingang, so ist zudem zwischen firetv – Stick und Beamer noch ein Analog – Digital – Wandler notwendig. Ich habe gute Erfahrungen mit diesem Modell hier gemacht. Allerdings benötigt sowohl der Stick als auch der Analog – Digital – Wandler eine Stromversorgung über Mini – USB. Diese wird, um Steckdosen zu sparen, bei mir über ein USB-Hub sichergestellt, das direkt mit einem handelsüblichen Netzteil verbunden ist.

Alles zusammen sieht etwas wirr aus, lagert aber bei mir fertig zusammengebaut auf meinem Wagen in der Sammlung (siehe Foto). Es ist im Unterrichtsalltag schnell angeschlossen und funktioniert sehr zuverlässig. Um weitere Probleme mit älteren Beamern zu vermeiden lohnt es sich, die Auflösung des Sticks zu reduzieren. Hierzu lange auf die Home-Taste der Fernbedienung des Sticks drücken und die entsprechenden Einstellungen vornehmen.

Das didaktische Potential

Wie nutze ich die neu gewonnene, kabellose Freiheit? Zum einen ganz klassisch um Videos oder Präsentationen zu zeigen. Mein Tablet ist per LTE mit dem Internet verbunden, meine Dateien für den aktuellen Unterricht liegen per Boxcryptor verschlüsselt in der Cloud. Das Vergessen von USB-Sticks oder Inkompatibilitäten der Dateien mit in der Schule vorhandener Software stellen somit kein Problem (mehr) dar. Durch das Tablet kann ich mich frei im Raum bewegen und somit den Raum flexibel nutzen.

Zum anderen – und darin liegt meines Erachtens der besondere Vorteil meines Setups – nutze ich das Tablet zum Vergleich von Schülerlösungen. Hausaufgaben können fotografiert und projiziert werden, Ergebnisse von Gruppenarbeiten ebenso. Somit entfällt Zeit zum Anschreiben an der Tafel und auch sonst stillere Schülerinnen und Schüler können gezielt zum Vorstellen ihrer (guten) Arbeitsergebnisse ermutigt werden.

Darüber hinaus sind gedankliche Irrungen und Wirrungen in den Mappen der Schüler direkt sichtbar: aus durchgestrichenen Ideen und Ansätzen kann man oft mehr lernen als aus der richtigen Lösung. Fehler können so im Unterricht produktiv genutzt werden.

Ein weiteres denkbares Einsatzszenario ist bspw. die Projektion von Experimenten. Hierzu kann ein Tablet oder ein Smartphone mit Hilfe von Stativmaterial befestigt werden. Die Kameraapp zeigt dann direkt das Livebild – was per Miracast auf den Beamer projiziert wird.

Kollegen erweitern ein ähnliches technisches Setting um ein selbstgebautes Stativ oder nutzen klappbare Lampen für eine verbesserte Beleuchtung. Denn gerade Letztere stellt zumindest bei meinem günstigen Tablet oftmals ein Problem dar und erfordert häufig das mehrfache Fotografieren. Allerdings: Auch mein Smartphone ist ebenso schnell mit dem Stick verbunden – und macht natürlich deutlich bessere Bilder als mein Tablet.

Habt auch ihr ähnliche Erfahrungen?

Android auf dem Dell Inspiron Duo

Wie ich vor einiger Zeit schrieb, bin ich stolzer Besitzer eines Dell Inspiron Duo, also eines Netbooks mit Touchscreen. Vor einigen Tagen packte mich das Bastler-Gen und ich begann mit dem Versuch, Android auf dem Duo zu installieren. Meine Erfahrungen möchte ich hier gerne mit euch teilen, mögen sie nützlich sein!

Warum Android auf dem Inspiron Duo?

Warum nicht? Wir sind mitten im Tablett-Wahn, die Touch-Bedinung unter Windows macht zwar Spaß, ist aber irgendwie nicht das gelbe vom Ei. Android ist da sehr viel flexibler, bootet schneller und ist für das schnelle Surfen zwischendurch und das Lesen von e-Books wie gemacht!

Was habe ich bisher geschafft?

  • Der PC bootet Android 2.2 Froyo, Grub ist als Bootmanager installiert und Windows und Android coexistieren munter nebeneinander her.
  • WLAN, Internet und Facebook funktionieren wunderprächtig
  • PDF-Anzeige könnte noch verbessert werden, läuft aber immerhin
  • Die meisten Apps laufen auch auf dem Duo

Vorbereitungen – das solltet ihr vor der Installation tun

ACHTUNG: Dies ist keine Schritt-für-Schritt-Anleitung. Ich übernehme keinerlei Haftung für Schäden, die ihr an eurem Gerät verursacht!
Vor der Installation solltet ihr all eure Dateien sichern. Ich habe nach einigen Experimenten mit dem Backup von Dell begonnen, sodass sich meine Erfahrungen auf einen jungfräulichen Inspiron Duo beziehen.
Android läuft am besten auf einer mit dem ext3 formatierten Partition. Der erste Schritt besteht also darin, diese zu erstellen. Das geht ganz gut mit der Software EaseUS Partition Master (Danke an Cashy). Eine beliebige andere Software zum partitionieren tut hier aber auch ihren Dienst.
Ihr verkleinert also die Hauptpartition eures Inspiron Duo um beispielsweise 4 GB. Reicht völlig für Android und tut nicht weh.
Wo ihr gerade noch in Windows seid, führt ihr am besten die folgenden Schritte aus (diese Anleitung orientiert sich an dieser Darstellung):
  1. Ladet euch das aktuelle Nightly-Build von Android-X86 runter (hier).
  2. Während ihr wartet ladet ihr euch auch noch die Software UNetBootIn herunter (hier). Hiermit könnt ihr ganz leicht aus einem bootfähigen Image einen bootfähigen USB-Stick erstellen.
  3. Fertig? Dann startet UNetBootIn und bepackt einen genügend großen USB-Stick mit dem Android-Image. 
  4. Schaltet euren Computer aus, ihr seid in Windows soweit fertig!

Ans Eingemachte – Android installieren

Die Installation mit dem eben vorbereiteten USB-Stick ist ziemlich selbsterklärend. Wichtig: Stellt im Bios ggf. die Boot-Priorität so ein, dass euer schöner Laptop auch vom Stick bootet (F2 beim Starten drücken). Dann folgt ihr den Anweisungen auf dem Bildschirm. Eine genauere Erläuterung gibt es auf der Android X86-Webseite.
Wichtig ist Folgendes:
  • Wählt als Ziel-Partition die eben neu erstellte ext3-Partition aus.
  • Installiert den Bootmanager Grub. Mit ihm könnt ihr nachher komfortabel zwischen Windows und Android wählen.
  • Erstellt ruhig eine sogenannte Fake-SD-Card. Diese dient euch nachher als Speicher beim Androiden!
  • That’s it! Euer Duo sollte beim Booten nun ein Auswahlmenü anzeigen, in dem ihr zwischen Windows und Android wählen könnt.

Android anpassen

Folgende Dinge habe ich angepasst, damit der Duo besser läuft.
  • Die „Sleeptime“ in den Android-Einstellungen auf einen größeren Wert stellen, da der Duo mit Touch-Mitteln nicht wieder „geweckt“ werden kann und in den Standard-Einstellungen bereits nach 10 Sekunden schlafen geht.
  • Erstellt euch ein Dropbox-Konto. Das erleichtert euch das Hin- und Herschieben von Dateien ganz ungemein!
  • Erlaubt auch Pakete aus „unbekannten Quellen“ zu installieren. Das geht im Androiden unter „Einstellungen“.
  • Zum Navigieren brauchen wir sogenannte SoftKeys. Diese simulieren die HOME und ZURÜCK-Taste eines Smartphones auf dem Monitor. Da du ja alles auf einer ext3-Partition installiert hast, sollte es auch mit den Root-Rechten klappen. Ich benutze diese hier. Herunterladen, in die Dropbox packen, die Dropbox über den Android-Browser aufrufen und die apk installieren.

Apps installieren

Leider habt ihr keinen direkten, gut funktionierenden Zugriff auf den Android-Market. Ihr könnt entweder einen beliebigen anderen Market installieren (GetJar oder AndroidPit zum Beispiel) oder aber ihr habt ein Android-Telefon und geht wie folgt vor:
  • Installiert auf eurem Handy den ASTRO Dateimanager aus dem Market.
  • Wählt dort den „Anwendungsmanager“ und erstellt von allen Apps, die ihr auf dem Duo installieren wollt, ein Backup.
  • Die Backups findet ihr nach erfolgreichem Backup auf der internen SD-Karte unter „Backups“. Diese Backups nun in die Dropbox hochladen, auf dem Duo installieren und freuen!
  • ACHTUNG: Dieses Vorgehen funktioniert nicht mit allen Apps. Facebook, Dropbox, Dolphin-Browser, Twitter solltet ihr so aber zum laufen bekommen!
Weitere Tipps dürft ihr gerne in den Kommentaren hinterlassen, ich erweitere den Artikel dann gegebenen Falls.