{"id":623,"date":"2013-10-10T14:41:15","date_gmt":"2013-10-10T12:41:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hsander.net\/wordpress\/?p=623"},"modified":"2016-01-19T13:15:36","modified_gmt":"2016-01-19T11:15:36","slug":"die-dokumentarische-methode-und-maxqda-zwei-ungleiche-freunde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hsander.net\/wordpress\/2013\/10\/10\/die-dokumentarische-methode-und-maxqda-zwei-ungleiche-freunde\/","title":{"rendered":"Die dokumentarische Methode und MaxQDA: Zwei ungleiche Freunde?"},"content":{"rendered":"<p>Dieser Artikel ist wohl eher etwas f\u00fcr Spezialisten. Es geht dabei um die konkrete Durchf\u00fchrung Interpretation von Interviews im Rahmen der dokumentarischen Methode mit Hilfe passender Software. Oder\u00a0 anders gefragt: Wie kann das ganz praktisch funktionieren? Da ich mich schon seit einiger Zeit mit dieser Frage herumschlage und weder im Internet noch in einschl\u00e4gigen Fachpublikationen entsprechende Hinweise finden konte, m\u00f6chte ich meine Ideen nun hier n\u00e4her vorstellen. Ich hoffe, dass ich mit diesen \u00dcberlegungen einigen Menschen bei ihrer t\u00e4glichen Arbeit helfen kann. Worum geht es also im Folgenden?<\/p>\n<h2><strong>Das Problem<\/strong><\/h2>\n<p>Im Rahmen meines <a title=\"Mein Promotionsprojekt: Emotion und Intuition beim Urteilen und Entscheiden\" href=\"https:\/\/www.hsander.net\/wordpress\/2013\/08\/07\/mein-promotionsprojekt-emotion-und-intuition-beim-urteilen-und-entscheiden\/\">Promotionsprojekts<\/a> m\u00f6chte ich Interviews mit Hilfe der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dokumentarische_Methode\">dokumentarischen Methode<\/a> auswerten. Auf die methodischen und methodologischen \u00dcberlegungen diesbez\u00fcglich m\u00f6chte ich an dieser Stelle nicht n\u00e4her eingehen. Erste Informationen sind oben verlinkt. Bei Interesse gibt es hierzu eventuell irgendwann einmal einen eigenen Beitrag. Vielmehr stellte sich mir (und auch anderen Menschen, die mit der Methode arbeiten) die Frage, wie diese m\u00f6glichst effizient am Computer umsetzbar ist.<\/p>\n<p>Die meisten Anwender der dokumentarischen Methode arbeiten dabei, so wie ich es mitbekomme, haupts\u00e4chlich mit Word, Kugelschreiber, Bleistift und Ausdrucken. Diese Arbeitsweise hat sicherlich gravierende Vorteile (\"herumkritzeln\" direkt im Transkript, Ausschneiden, Markieren, Durchstreichen, ...). Allerdings passt diese nicht zu meiner pers\u00f6nlichen Arbeitsweise. Ich lese Fachb\u00fccher und Artikel inzwischen haupts\u00e4chlich am Monitor, sortiere meine Literatur mit <a title=\"Citavi \u2013 oder wie organisiere ich Wissen und schreibe eine Arbeit ohne Plagiatsvorwurf?\" href=\"https:\/\/www.hsander.net\/wordpress\/2013\/01\/23\/citavi-oder-wie-organisiere-ich-wissen-und-schreibe-eine-arbeit-ohne-plagiatsvorwurf\/\">Citavi<\/a>, sammle Notizen nicht in einem Notizbuch sondern mit <a href=\"https:\/\/www.evernote.com\/referral\/Registration.action?uid=7626682&amp;sig=0345317c64bd718596dec0ffb290a1dd\">Evernote<\/a> und bin ein exzessiver Nutzer von <a href=\"https:\/\/db.tt\/ckXw8L4\">Dropbox<\/a> (nat\u00fcrlich <a title=\"Dropbox mit Boxcryptor verschl\u00fcsseln\" href=\"https:\/\/www.hsander.net\/wordpress\/2013\/02\/16\/dropbox-mit-boxcryptor-verschluesseln\/\">verschl\u00fcsselt<\/a>). Kurzum: Mein Workflow verl\u00e4uft eher digital. Und gerade die unglaublichen Datenmengen, die bei der dokumentarischen Interpretation entstehen sind analog bei meiner Neigung zum Chaos nur schwer zu handhaben: Schlie\u00dflich entstehen selbst bei der Interpretation kurzer Interviews schon vergleichsweise gro\u00dfe Textmengen (achtseitige Interviews f\u00fchren bei mir bereits zu ca. 50-100 Seiten Interpretation. Dabei ist es zweckm\u00e4\u00dfig, die sogenannte formulierende und die reflektierende Interpretation auch auf Dateiebene strikt zu trennen. Zudem verfasse ich zu jedem Fall am Ende eine Fallbeschreibung, die wieder in einer Datei landet. Sprich: Zu jedem Probanden gibt es am Ende mindestens vier verschiedene Dateien). Kurzum: Eine digitale Alternative musste her, die wenn m\u00f6glich mehr kann als Word &amp; Co. dies mitbringen.<\/p>\n<h2><strong>Anforderungen an ein Software-System zur dokumentarischen Interpretation<\/strong><\/h2>\n<p>Was also soll so eine digitale Alternative leisten, damit sich mir ein echter Mehrwert gegen\u00fcber vielen, vielen sortierten Word-Dateien ergibt? In meinen Augen sind dies vor allem die folgenden Punkte:<\/p>\n<ol>\n<li>Eine <strong>Volltextsuche<\/strong>, die mir das Durchsuchen sowohl von Interviews als auch der Interpretationen und Fallbeschreibungen erlaubt. So werden inter-Fallvergleiche (die f\u00fcr die dokumentarische Methode ja konstitutiv sind) einfacher m\u00f6glich, indem ich nach bestimmten Stichworten direkt im Interview oder ein meinen Interpretationen suche.<\/li>\n<li><strong>Vermeidung von Datei-Chaos<\/strong>, indem die Daten in m\u00f6glichst wenigen Dateien \u00fcbersichtlich gespeichert werden.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Eine fertige Software gibt es dazu meines Wissens nicht, selbst eine zu entwickeln ist zwar nicht unm\u00f6glich, aber doch eher unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig zeitaufw\u00e4ndig. Und \u00fcbersteigt im Zweifel dann doch meine bescheidenen F\u00e4higkeiten als Programmierer.<\/p>\n<h2><strong>MaxQDA - auch f\u00fcr die sequentielle Auswertung?<\/strong><\/h2>\n<p><a href=\"http:\/\/www.maxqda.de\/\">MaxQDA<\/a> dr\u00e4ngt sich als Software f\u00fcr die qualitative Auswertung auf und ist in der wissenschaftlichen Community durchaus etabliert. Jedoch ist die Software vor allem auf die kategoriale Auswertung von Daten zugeschnitten (d.h. einzelne Textsegmente des Textes werden mit Codes versehen, die Entstehungsgeschichte und Reihenfolge der Segmente spielt f\u00fcr die Auswertung nur eine untergeordnete Rolle). Die dokumentarische Methode arbeitet dem gegen\u00fcber aber streng sequentiell, d.h. strukturiert und interpretiert den Text streng chronologisch und versucht, die der Sequenz zu Grunde liegende Regelhaftigkeit herauszuarbeiten. Eigentlich also zwei Arbeitsweisen, die sich gegenseitig beinahe ausschlie\u00dfen. Jedoch l\u00e4sst\u00a0 sich MaxQDA in meinen Augen auch sinnvoll f\u00fcr die dokumentarische Methode nutzen. Wie ich dies in meinem Projekt gel\u00f6st habe (bzw. noch mitten dabei bin, es zu l\u00f6sen), m\u00f6chte ich nun ausf\u00fchrlich darstellen.<\/p>\n<h2><strong>Einf\u00fcgen der Daten in MaxQDA &amp; Struktur der Daten<\/strong><\/h2>\n<p>Die Interviews transkribiere ich mit der tollen Software <a href=\"http:\/\/www.audiotranskription.de\/f4.htm\">F4<\/a>. Mit Word lassen sich in die entstandenen Dateien leicht Zeilennummerierungen einf\u00fcgen und das ganze als <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Portable_Document_Format\">PDF<\/a> exportieren. Das sollte nat\u00fcrlich auch mit OpenOffice usw. kein grunds\u00e4tzliches Problem darstellen. Der Export als PDF hat den Vorteile, dass jede Zeile sp\u00e4ter eine eindeutige Nummer zugeordnet bekommt - ganz unabh\u00e4ngig von Schriftgr\u00f6\u00dfe usw. So kann man sich sp\u00e4ter bei der Interpretation leicht und eindeutig auf bestimmte Textpassagen beziehen. Die so entstandenen PDF-Dateien importiere ich dann als neue Dokumente in MaxQDA, habe also pro Fall letztlich ein Dokument.<\/p>\n<p>Die weiteren f\u00fcr die dokumentarische Interpretation notwendigen Daten werden nun einerseits in Form von Codes und - h\u00e4ufiger und wichtiger - in Form von Memos direkt im Dokument gespeichert. Somit sind <strong>alle Informationen zu einem Fall direkt in einem Dokument gespeichert<\/strong>. Das ist schonmal ein riesiger Fortschritt und entspricht voll und ganz meinem oben gemachten zweiten Punkt. Eine Volltextsuche l\u00e4sst sich in MaxQDA recht bequem realisieren: \u00dcber \"Analyse -&gt; lexikalische Suche\" ist schnell und einfach eine Volltextsuche sowohl in den Dokumenten als auch in den Memos m\u00f6glich. Das entspricht meinem ersten Punkt. Auf dieser oberfl\u00e4chlichen Ebene erf\u00fcllt MaxQDA also alle meine oben gemachten Anforderungen an ein Software-System f\u00fcr die dokumentarische Auswertung von Interviews. Das konkrete Vorgehen sieht dabei so aus:<\/p>\n<ol>\n<li>Die <strong>Textsortentrennung<\/strong>, die vor allem im Hinblick auf die reflektierende Interpretation interessant ist, erledige ich mit Hilfe eines kurzen Code-Systems. In den PDF-Dateien lassen sich so beispielsweise Erz\u00e4hlungen mit Hilfe der Maus markieren und der Code \"Erz\u00e4hlung\" l\u00e4sst sich per Drag-and-Drop entsprechend zuordnen. Dies f\u00fchrt zu einer guten \u00dcbersicht der einzelnen Textsorten direkt im Dokument - und es l\u00e4sst sich \u00fcber \"Visual\u00a0 Tools -&gt; Dokumentenportrait\" eine ganz h\u00fcbsche Grafik ausgeben, die das Vorkommen der einzelnen Textsorten im gesamten Dokument wiedergibt. Eher eine Spielerei, aber ganz h\u00fcbsch. Die folgenden Bilder (klick zum Vergr\u00f6\u00dfern!) zeigen, wie die beschriebenen Dinge dann in MaxQDA aussehen.\n\t\t<style type=\"text\/css\">\n\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\twidth: 33%;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t}\n\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-623 gallery-columns-3 gallery-size-thumbnail'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/www.hsander.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/textsorten_pdf.png'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"142\" src=\"https:\/\/www.hsander.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/textsorten_pdf-150x142.png\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-627\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-627'>\n\t\t\t\tDie Textsorten direkt im PDF\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/www.hsander.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/dokumentenportrait.png'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/www.hsander.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/dokumentenportrait-150x150.png\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-626\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-626'>\n\t\t\t\tDas Dokumentenportrait mit verschiedenen Textsorten.\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/www.hsander.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/codesystem.png'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/www.hsander.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/codesystem-150x150.png\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-624\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-624'>\n\t\t\t\tDas Code-System zur Zuordnung der verschiedenen Textsorten (die Code-Memos enthalten kurze Beschreibungen der einzelnen Textsorten)\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t<\/div>\n<\/li>\n<li>Die <strong>formulierende Interpretation<\/strong> erledige ich mit Hilfe von Memos. Hierzu wird einfach der entsprechende Textbereich, auf den sich die formulierende Interpretation bezieht, mit der Maus markiert. Mit der rechten Maustaste l\u00e4sst sich dann ganz leicht ein Memo einf\u00fcgen. Hier schreibe ich dann zu dem gew\u00e4hlten Abschnitt die formulierende Interpretation, also das \"was\" gesagt wird. <strong>Wichtig bei der Umsetzung ist<\/strong>: Nutzt einen bestimmten Memo-Typ f\u00fcr die formulierende Interpretation. Ich habe zu diesem Zweck die Memos mit der roten Ecke gew\u00e4hlt. Au\u00dferdem ist der Titel jedes roten Memos systematisch aufgebaut - er beginnt mit den Zeilennummern, gefolgt von der \u00dcberschrift (\"Oberthema\"), das ich jedem Abschnitt zugeteilt habe. Ein entsprechendes Memo k\u00f6nnte also so aussehen:\n<p><div id=\"attachment_635\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.hsander.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/memo_formulierend.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-635\" class=\"size-thumbnail wp-image-635\" src=\"https:\/\/www.hsander.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/memo_formulierend-150x150.png\" alt=\"Struktur eines Memos zur formulierenden Interpretation.\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-635\" class=\"wp-caption-text\">Struktur eines Memos zur formulierenden Interpretation.<\/p><\/div><\/li>\n<li>Die <strong>reflektierende Interpretation<\/strong> erfolgt eigentlich v\u00f6llig analog. Jedoch bekommen Memos zur reflektierenden Interpretation einen anderen Memo-Typ zugeordnet: Ich habe mich f\u00fcr diejenigen mit der gr\u00fcnen Ecke entschieden. Als Titel f\u00fcr solche Memos w\u00e4hle ich wie oben die entsprechenden Zeilennummern, gefolgt von einer genaueren Beschreibung der Textsortenstruktur des entsprechenden Abschnitts. Diese Titelstruktur hilft mir dabei, mir die Struktur des Abschnitts selbst noch einmal zu vergegenw\u00e4rtigen. Wie das ganze dann im MaxQDA-Dokument aussieht, ist oben erkennbar (dort f\u00fcr ein \"rotes Memo\" der formulierenden Interpretation). Besonders praktisch ist in dieser Phase der Arbeit ein zweiter Monitor: Auf dem einen l\u00e4uft das Hauptfenster von MaxQDA mit dem entsprechenden Transkript und einer \u00dcbersicht aller Dokumente (=F\u00e4lle), auf dem anderen Monitor wird dann jeweils ein Memo erstellt. So lassen sich, ganz im Sinne des permanenten Fallvergleichs, im Hauptfenster bei offenem Memo auch Passagen anderer F\u00e4lle anzeigen (oder Suchergebnisse). So ist es leicht m\u00f6glich, zwei F\u00e4lle hinsichtlich der Bearbeitung des gleichen Themas zu vergleichen - die Herausarbeitung von Orientierungsrahmen wird so erst m\u00f6glich (und deutlich erleichtert im Vergleich zur Papiervariante!).<\/li>\n<li>Die <strong>Fallbeschreibungen<\/strong> erstelle ich als Dokumentmemo. Hierzu wird das entsprechende Dokument markiert und ein Memo mit der entsprechenden Fallbeschreibung erstellt. Zweckm\u00e4\u00dfig ist es, hier erneut einen anderen Memotyp zu w\u00e4hlen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Das war es eigentlich schon, die Interpretationen sind in MaxQDA alle in einer durchsuchbaren Datenbank abgelegt, den jeweiligen Textstellen zugeordnet und durchsuchbar. Wie aber kann man mit den Daten weiterarbeiten?<\/p>\n<h2>Weiterverarbeitung der Daten<\/h2>\n<p>Die Antwort ist\u00a0 der Memo-Manager von MaxQDA. Dieser ist \u00fcber das Men\u00fc \"Memos\" erreichbar. Besonders zweckm\u00e4\u00dfig finde ich die Funktion \"Memos des aktuellen Dokuments ausgeben\" - dessen Funktion selbsterkl\u00e4rend ist: Man erh\u00e4lt eine sortierte Liste aller Memos des aktuellen Falles, also letztlich die gesamte Interpretation. Diese l\u00e4sst sich nun durch Klick auf die \u00dcberschriften der\u00a0 Tabelle verschieden sortieren. Besonders bew\u00e4hrt hat sich dabei bei mir die Sortierung nach Memotyp. So ist die gesamte formulierende bzw. reflektierende Interpretation chronologisch hintereinander aufgelistet. Formulierende und reflektierende Interpretation lassen sich durch Sortierung nach dem Memotitel direkt vergleichen (Erinnerung: Wir haben die Namen ja mit den jeweiligen Zeilennummern begonnen...).<\/p>\n<div id=\"attachment_637\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.hsander.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/exportieren.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-637\" class=\"size-thumbnail wp-image-637\" src=\"https:\/\/www.hsander.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/exportieren-150x85.png\" alt=\"Export der Memos in eine Word-Datei\" width=\"150\" height=\"85\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-637\" class=\"wp-caption-text\">Export der Memos in eine Word-Datei<\/p><\/div>\n<p>Besonders erw\u00e4hnenswert ist in diesem Zusammenhang die Export-Funktion von MaxQDA: Durch einen Klick auf Exportieren k\u00f6nnen alle angezeigten Memos in ein Word-Dokument exportiert werden. Bei dieser Art des Exports bleiben alle Formatierungen des Memos (Fett- oder Kursivschreibung beispielsweise) vollst\u00e4ndig erhalten. Ich nutze die exportierten Dateien, um mir kurz einen Gesamteindruck eines Falles zu verschaffen und daraufhin die Fallbeschreibung zu formulieren. Danach kann die exportierte Datei nat\u00fcrlich wieder gel\u00f6scht werden. Die Daten sind ja in MaxQDA gespeichert... Die weiteren Exportm\u00f6glichkeiten kann ich f\u00fcr die dokumentarische Methode nicht direkt empfehlen, da alle Formatierungen verloren gehen. Die Interpretationen werden dadurch dann deutlich un\u00fcbersichtlicher.<\/p>\n<p>Ich hoffe, mit diesem kleinen Einblick in meinen Workflow, Interessierten eine kurze Anregung gegeben zu haben, wie die dokumentarische Methode mit Hilfe der Software MaxQDA umsetzbar ist. \u00dcber Kommentare und Erfahrungen freue ich mich, das Kommentarfeld steht offen. Vielleicht ist dieses Vorgehen ja auch mit anderen QDA-Softwarepaketen m\u00f6glich...?<\/p>\n<p><em>MaxQDA ist eine eingetragene Marke der Verbi GmbH und steht in keinem Zusammenhang mit hsander.net.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Artikel ist wohl eher etwas f\u00fcr Spezialisten. Es geht dabei um die konkrete Durchf\u00fchrung Interpretation von Interviews im Rahmen der dokumentarischen Methode mit Hilfe passender Software. Oder\u00a0 anders gefragt: Wie kann das ganz praktisch funktionieren? 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