Raspberry Pi als physikServer

Über die Digitalisierung von Schule wird immer wieder viel gesprochen. Aus meiner Sicht ist Digitalisierung sicher kein Allheilmittel. An vielen Stellen ist jedoch einerseits die Nutzung digitaler Geräte und Tools didaktisch begründet und bietet an vielen Stellen einen echten Mehrwert. Andererseits kann die Nutzung digitaler Tools auch im Fachunterricht einen Beitrag zur Medienbildung leisten. Unabdingbar ist dafür in vielen Fällen: Internetzugriff.

In unserer Schule ist die Situation im Hinblick den Internetzugriff im Grunde luxuriös: Lehrer haben per WLAN Zugriff auf das Internet, es gibt  eine Vielzahl von Laptops, die ebenfalls per WLAN auf das Internet zugreifen können. Allerdings ist die Bandbreite doch eher limitiert – und vor allem: Die SchülerInnen haben keinen eigenen Internetzugang. Zudem ist der Handyempfang im Gebäude nicht zuverlässig vorhanden, sodass eine Nutzung gängiger Onlinedienste mit eigenen Endgeräten nicht in großem Ausmaß umsetzbar erscheint – von der Problematik des verbrauchten Datenvolumens einmal ganz abgesehen.

Eine naheliegende Möglichkeit ist es, SchülerInnen mit eigenen Endgeräten den Zugang zu Onlinediensten über einen Hotspot zu ermöglichen. Allerdings taucht hier m.E. ein nicht zu unterschätzendes weiteres Problem auf: Wo die Daten dann im Einzelfall landen, ist nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Zudem ist da noch immer die limitierte Bandbreite (egal, ob man nun einen eigenen LTE-Hotspot erstellt oder einen Rechner als Bridge ins Lehrernetzwerk einsetzen würde). Inspiriert vom Projekt „Teacher’s Helper“ für den Chemieunterricht und „lumi.education“ als interessantem Projekt für den Raspberry Pi 3 wollte ich selbst ein wenig basteln und umsetzbare Lösungen entwickeln, die die genannten Probleme vermeiden.

Aus verschiedenen Gründen habe ich mich gegen die Nutzung der beiden oben genannten Projekte entschieden: Der Teachers Helper ist speziell auf den Chemieunterricht zugeschnitten – und seine Anschaffung mit hohen Kosten verbunden. Lumi habe ich ausprobiert – allerdings lief es bei mir nicht zuverlässig und ich bin in node.js nicht so bewandert als dass ich mir die Anpassung an meine Bedürfnisse zutraue. Zudem: In meinen Augen ist es wünschenswert, dass SchülerInnen auch den Umgang mit Standard-Websoftware kennenlernen. Lumi bietet zwar großes Potential zur Individualisierung, steckt jedoch den Rahmen des möglichen zumindest derzeit noch recht eng. Also musste eine eigene Lösung her, die ich im Folgenden skizzieren (und zum Nachbau empfehlen!) möchte.

Das Softwaresetting

Da ich selbst seit Jahren mit PHP und MySQL arbeite – und WordPress für mich kein Neuland darstellt, erscheint mir ein klassisches LAMP-Setup auf dem Raspberry Pi mit einer laufenden WordPress-Installation als zielführender Ansatz. LAMP steht dabei als Abkürzung für Linux, Apache, MySQL und PHP, also das Betriebssystem des Pi, einen Webserver (Apache) mit Datenbank (MySQL) und dynamischer Programmiersprache (PHP).

WordPress ist schnell installiert und lässt sich durch eine Vielzahl an Plugins an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Für den physikServer in meinen Augen besonders interessant sind hier h5p zur Erstellung digitaler Arbeitsblätter sowie die Möglichkeit, über Plugins wie Gamipress (das praktischer Weise direkt mit h5p kommunizieren kann, dazu später mehr!) Elemente von Gamification mit in den Unterricht zu transportieren (so man das möchte. Ich habe mich letztlich aus verschiedenen Gründen dagegen entschieden).

Darüber hinaus erscheint es sinnvoll, neben dem Blog für die Bereitstellung von Unterrichtsmaterialien auch Möglichkeiten der kollaborativen Textbearbeitung in den Server zu integrieren. Insbesondere MediaWiki wie auch Etherpad bieten sich hier an – auch unter mediendidaktischen Gesichtspunkten, indem der Umgang mit diesen Systemen explizit zum Lerngegenstand gemacht wird. Denn das Wichtigste ist: Durch das Erstellen eigener Blogposts, Wikieinträge, Hochladen eigener Lernprodukte uvm. bietet WordPress die Möglichkeit, die Nutzung gängiger Webtools aktiv und in den Fachunterricht eingebettet zu lernen. Über die Kommentarfunktion kann darüber hinaus unter Umständen auch ein Dialog der Lernenden untereinander über die Sache stattfinden.

Das Hardwaresetting

Ich nutze einen Raspberry Pi 3 mit entsprechendem Case und Stromversorgung. Dieser bietet den Vorteil, alle notwendigen WLAN-Komponenten direkt auf der Platine integriert zu haben. Somit lässt sich (später) über den Pi im Klassenraum ein eigenes WLAN aufbauen, auf das die SchülerInnen mit ihren eigenen bzw. auch schuleigenen Endgeräten zugreifen können.

Für die Einrichtung ist darüber hinaus ein funktionierendes Heimnetzwerk sowie ein weiterer Rechner mit SSH-Client (bei mir: Windows 10-Rechner mit Putty) hilfreich.

Installation

Die Installation nimmt einige Zeit in Anspruch, ist jedoch mit guten Anleitungen auch für Laien möglich. Im Folgenden möchte ich die einzelnen, von mir durchlaufenen Schritte stichwortartig nennen – und auf gute, ebenfalls von mir genutzte Tutorials verlinken.

  1. Zunächt muss der Pi in Betrieb gesetzt werden. Im Wesentlichen bedeutet dies: Auspacken, ggf. in das Gehäuse verbauen, ggf. Kühlelemente aufsetzen.
  2. Dann muss eine SD-Karte mit dem Betriebssystem vorbereitet werden. Ich nutze (aus Performancegründen) Raspbian lite, d.h. eine Version ohne installierten Desktop. Eine Anleitung zur Installation bietet Dennis Henss. ACHTUNG: Das Tastaturlayout muss – falls gewünscht – noch angepasst werden. Dies erfolgt ebenfalls in „raspi-config“.
  3. Um später auch vom Windowsrechner auf den Pi zugreifen zu können, muss noch WLAN sowie SSH konfiguriert werden. Eine Anleitung findet sich hier.
  4. Nun können Monitor und Tastatur vom Pi getrennt werden. Für die weitere Arbeit nutze ich meinen normalen Rechner – und logge mich per SSH mit Hilfe von Putty auf dem Pi ein.
  5. Per SSH lassen sich nun Apache, PHP und MySQL installieren. Empfehlenswert ist die Anleitung hier. ACHTUNG: Ich habe mich bewusst für die (aktuellere) PHP-Version 7 entschieden. Um diese anstatt der Version 5 zu installieren, sind einige Tricks notwendig.
  6. An dieser Stelle bietet es sich bereits an, eine zentrale Einstellung von PHP zu verändern. Hierzu öffnet man per
    sudo nano /etc/php/7.0/apache2/php.ini
    die Einstellungsdatei php.ini – und veränder den Wert bei MaxUploadSize auf mindestens 20 M (entspricht 20 MB – so lassen sich später auch größere Dateien hochladen).
  7. Bei der Einrichtung der Datenbank ist etwas vorsicht geboten. Als besten Weg hat sich (nach mehreren Fehlschlägen) erwiesen, sich zunächst mittels sudo mysql -u root -p auf dem MySQL-Server einzuloggen, einen neuen MySQL-Benutzer zu erstellen und ihm für eine neue Datenbank die notwendigen Rechte zuzuweisen. Ansonsten ist die unter Raspbian installierte MySQL-Version sehr „pingelig“ was den Login des Nutzers root per Webserver angeht.
  8. Nun geht es an die Installation von WordPress. Anschließend wird WordPress noch im Browser eingerichtet.
  9. Damit WordPress vernünftig funktioniert, sind die Apache-Module .htaccess und Mod_Rewrite hilfreich. Diese müssen aktiviert werden.
  10. Nun kann auch MediaWiki installiert werden. Wichtig ist hier, die Verzeichnisse für unsere Apache-Konfiguration im Unterschied zur Anleitung entsprechend anzupassen. Unser Verzeichnis des Apache liegt unter
    /var/www/html
  11. Um WordPress vernünftig nutzen zu können, bieten sich einige Plugins an. Hierzu loggt man sich als Administrator in WordPress ein – und installiert die folgenden Plugins:
    1. RDP Wiki Embed dient zur Kommunikation zwischen WordPress und MediaWiki. So lassen sich später Seiten aus dem Wiki direkt in „digitale Arbeitsblätter“ in WordPress einbinden – und (durch SchülerInnen) auch direkt über WordPress bearbeiten.
    2. WP User Manager dient der Benutzerverwaltung. Die SchülerInnen können sich so selbst registrieren. Das Plugin ist nur notwendig, wenn später z.B. mit Gamipress Elemente von Gamification integriert werden sollen.
    3. H5P zur Integration digitaler Arbeitsblätter (Lückentexte, Spiele, Lernvideos und vieles mehr).
    4. Comment-Attach, damit später auch SchülerInnen ohne Probleme Dateien in Kommentare einfügen und so eigene Lernprodukte hochladen können.
  12. Spätestens hier bietet es sich an, den erreichten Arbeitsstand zu sichern. Hierzu wird mit der Software Win32DiskImager über die Funktion „lesen“ ein Image der SD-Karte des Pi’s erstellt. So lässt sich der nun erreichte Stand jederzeit wieder herstellen. Wie das genau geht, ist hier beschrieben.
  13. Nun fehlt noch die Installation von Etherpad Lite als kollaborativer Texteditor. Die Installation von node.js ist recht einfach – wenn man dieser Anleitung folgt. Tipp: Um die Archive zu entpacken, lohnt sich die Installation von unp als Dateimanager:
    sudo apt-get install unp
  14. Nun lässt sich Etherpad lite entsprechend der Anleitung von Jan Karres installieren. Wichtig: Etherpad lite sollte auf einem anderen Port des Pi installiert werden als der Apache-Server (Standard: Port 80). In der Standardinstallation ist dies bereits korrekt eingestellt.
  15. Um nun den Pi auch als AccessPoint zu konfigurieren, der ein eigenes WLAN erzeugt, sind nur noch wenige Schritte notwendig. Wichtig: Zum Neustarten der im Tutorial installierten Services muss man sich (nach langer Zeit mal wieder…) direkt am Pi einloggen. Der Zugriff per WLAN ist in diesem Moment natürlich weg, da der Pi nun ein eigenes WLAN erzeugt.
  16. (Update 5.9.18): Für den Komfort ist es sicherlich hilfreich, wenn die SchülerInnen nicht immer mit der IP-Adresse des PI arbeiten müssen. Der Pi lässt sich unter einer beliebigen URL erreichbar machen. Hierzu nutzt man ebenfalls die bereits installierte Software dnsmasq:
    sudo nano /etc/dnsmasq.d/physik.server
    Erzeugt eine neue Datei. Der Titel der Datei ist die URL, unter der der PI später erreichbar sein soll. Der Inhalt der Datei ist der folgende:
    address=/physik.server/192.168.4.1
    address=/www.physik.server/192.168.4.1

    Beim nächsten Neustart sollte der Pi nun auch unter physik.server erreichbar sein.

Voila – der Pi ist nun ein eigener Access-Point und Server in einem. Über WordPress lassen sich Dateien und digitale Arbeitsblätter mit H5P erstellen, das Wiki dient zur gemeinsamen Sicherung und Ausarbeitung von Inhalten – und das Etherpad als zentrale Stelle für kollaboratives Arbeiten. Die SchülerInnen können sich mit ihren eigenen Endgeräten mit dem in Schritt 15 erzeugten WLAN-Netz verbinden und über die IP des Pi – (Update 5.9.) oder die in Schritt 16 angelegte URL – direkt auf den Server zugreifen.

Arbeit mit WordPress

(Update 08.09.2018) Dieser Beitrag versteht sich nicht als Einführung in WordPress. Für die Nutzung von WordPress ist allerdings ein wenig Hintergrundwissen sicherlich hilfreich. Eine gute Einführung ist hier zu finden.

Hilfreich ist eine weitere WordPress-Installation mit Internetzugriff. So lassen sich (siehe unten) H5P-Inhalte unkompliziert erstellen.

Die Erstellung von H5P-Inhalten

(Update 08.09.2018) Dynamische Inhalte von H5P lassen sich am einfachsten auf einer WordPress-Installation mit Internetzugriff erstellen. Hat der Pi nicht, z.B. über LAN, direkten Internetzugriff, so ist eine zweite WordPressinstallation bspw. auf dem eigenen Webspace hilfreich. Hier wird ebenfalls das H5P-Plugin installiert.

Nun werden H5P-Inhalte direkt auf der Zweitinstallation erstellt – und fehlende Bibliotheken automatisch nachgeladen. Diese Inhalte lassen sich nach dem Erstellen mit Hilfe des „Download“-Links am unteren Ende der dynamischen Inhalte herunterladen. Wechselt man nun auf den Pi und dort in den Menüpunkt „H5P-Inhalt“ im Dashboard, so kann man einen neuen Inhalt erstellen. Anstatt ihn auf dem Pi erneut zu erstellen, wählt man „Hochladen“ als Option, wählt die entsprechende Datei aus – und fertig.

ACHTUNG: Nutzt man bestimmte H5P-Inhalte das erste Mal, so müssen die entsprechenden Bibliotheken installiert werden. Dies klappt auf dem Pi sehr zuverlässig, indem man im Unterpunkt „Bibliotheken“ ebenfalls die zuvor erstellte H5P-Datei hochlädt.

Einbinden von PhET-Animationen

(Update 13.9.18) Die University of Colorado stellt eine ganze Reihe mal mehr, mal weniger guter Simulationen für verschiedene Bereiche der Physik und Chemie zur Verfügung. Diese lassen sich sehr einfach auch Offline nutzen.

Die entsprechende Datei wird heruntergeladen und in WordPress über „Medien hinzufügen“ eingefügt. Fertig, im Beitrag ist nun ein Link zur entsprechenden Animation sichtbar. Insbesondere die (immer zahlreicher werdenden) HTML5-Animationen von PhET sollten auf allen modernen mobilen Endgeräten funktionieren.

Beiträge für einzelne Klassen erstellen

Ich habe in WordPress für jede Klasse eine entsprechende Kategorie angelegt. Beiträge können nun direkt einer bestimmten Klasse zugeordnet werden, die einzelnen Kategorien lassen sich als Drop-Down-Liste als Widget anzeigen. So können die SchülerInnen direkt die für sie richtigen Inhalte finden. Darüber hinaus habe ich Links zum Wiki und zum Webserver direkt in das Hauptmenü der WordPress-Seite eingefügt.

Komfort erhöhen: Den Pi über den WordPress-Adminbereich steuern

(Update 08.09.2018) Im praktischen Einsatz ist es schön, wenn man den Pi auch ordentlich herunterfahren könnte. Dies immer über die SSH-Verbindung zu tun ist kompliziert und nervig. Abhilfe kann ein einfaches WordPress-Plugin schaffen (Eine gute Anleitung zu Plugins in WordPress findet sich hier). Dieses Plugin findest du hier zum Download. Der Inhalt des Zip-Archivs muss in das Verzeichnis „wp-content/plugins“ im Installationspfad von WordPress kopiert werden. Hierzu geht man wie folgt vor:

  • per FTP-Programm (z.B. Filezilla) eine SFTP-Verbindung zum Pi aufbauen und die gewünsche Datei hochladen. Sie landet nun im Verzeichnis /home/pi.
  • Per sudo mv wpPiAdmin.php /var/www/html/wp-content/plugins die hochgeladene Datei in das Plugin-Verzeichnis von WordPress verschieben.
  • Dem Webserver die Zugriffsrechte auf die Shutdown-Routine erlauben
  • Das Plugin im Dashboard von WordPress aktivieren. Es erscheint im Menü nun der Punkt „wpPiAdmin“. Über den Link lässt sich der Pi herunterfahren.

Weitere Plugins für WordPress installieren

(Update 08.09.2018) Sollte der Pi nicht über die Ethernet-Schnittstelle mit einem weiteren Netzwerk verbunden sein, so besteht nach der Einrichtung als Accesspoint kein Internetzugriff mehr. Um neue Plugins für WordPress zu installieren, müssen diese direkt von der WordPress-Webseite heruntergeladen werden. Das heruntergeladene Archiv wird dann wie oben beschrieben per SFTP auf den Pi übertragen und in das ebenfalls oben beschriebene Plugin-Verzeichnis von WordPress verschoben. Dort lässt es sich dann per unzip archiv.zip entpacken und im WordPress-Backend aktivieren.

Weitere Anmerkungen

Diese Anleitung ist Work-in-Progress. Ich werde mit der oben beschriebenen Konfiguration erste Unterrichtserfahrungen sammeln und darauf aufbauen die Anleitung in den nächsten Wochen Schritt für Schritt erweitern. Bei entsprechendem Interesse kann (später) ggf. auch eine Image-Datei zur Verfügung gestellt werden, die die fertig konfigurierte Software beeinhaltet.

Das Fujitsu Stylistic R727 im Alltagstest

Über das inside.ms-Programm von Microsoft habe ich momentan die große Freude, ein – soviel sei vorweg genommen – wirklich spannendes Gerät von Fujitsu ausgiebig zu testen: Das Stylistic R727. Das Gerät tritt als direkter Konkurrent des Microsoft Surface an – und kann diesem Anspruch insgesamt durchaus gerecht werden.

Das Gerät: Fujitsu Stylistic R727

Das Stylistic R727 von Fujitsu ist ein multifunktionales Tablet, das unter Windows 10 Professional betrieben wird. Es verfügt über einen Mini-Displayport, Audioausgang und USB3-Schnittstelle sowie eine andockbare Tastatur, die gleichzeitig als Hülle dient. Verbaut ist darüber hinaus Technologie von Wacom, wodurch sich entsprechende aktive Stifte nutzen lassen. Optional erhältlich ist zudem eine Dockingstation mit weiteren Anschlussmöglichkeiten (HDMI, VGA, USB, LAN). Genauere technische Daten sowie einen technischen Testbericht (den ich inhaltlich voll teilen kann!) finden sich hier. Einen weiteren Hardwaretest auch hier. Mir geht es in diesem Beitrag vor allem um die Alltagstauglichkeit  als Arbeitsmittel für Lehrerinnen und Lehrer.

Nutzungsszenario

Ich habe das Gerät nahtlos in meinen Arbeitsalltag integriert: Es ersetzt bei mir ein schon etwas in die Jahre gekommenes ThinkPad von Lenovo – und mein Android-Tablet, auf dem ich alle möglichen Arbeiten im Schulalltag erledigt habe. Das Fujitsu Stylistic R727 hat somit mit Hilfe einer Dockingstation („Cradle“ in der Namensgebung von Fujitsu) seinen Platz auf meinem Schreibtisch und begleitet mich im Alltag in die Schule. Dort nutze ich sowohl die Tabletfunktion als auch – mit Hilfe der im Lieferumfang enthaltenen, per Magnet anschließbaren Tastatur – die Laptopfunktion des Stylistic.

Erfahrungen: Das Stylistic als Arbeitsgerät

Das Stylistic R727 stellt mein Thinkpad von seiner Rechenleistung in den Schatten und lässt für mich kaum Wünsche offen: Das Cradle tut, was es soll und bindet meine gewohnten Geräte (ein zweiter Monitor ist unbedingt empfehlenswert!) wie Drucker, Tastatur, LAN und Maus ohne nennenswerte Schwierigkeiten ein. Konstruktionsbedingt verfügt das Stylistic über zwei unten montierte Anschlüsse für das Cradle – wovon allerdings nur einer über Kontakte verfügt. Das ist beim Herausziehen aus der Docking-Station eher ungünstig – und keine ganz gelungene Lösung. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Für meine alltäglichen Anwendungen (Office, LaTeX, Vektorgrafiken, Internet, Datenbanken) hat das Stylistic bislang seinen Dienst mehr als gut getan.

Interessant für mich selbst war, ob das Stylistic mein Androidtablet ersetzen kann. Bislang habe ich auf dem Tablet meine Unterrichtsplanung in Onenote im laufenden Betrieb genutzt – und vor allem Tapucate (Sitzplan, Schülerbeobachtung). Aber auch zur Visualisierung und (drahtlosen) Präsentation kam das Tablet zum Einsatz. Das Fazit nach einer Woche lautet: Es klappt. Und das sogar besser als gedacht. Von Tapucate möchte ich mich nicht trennen. Der Androidemulator AmiduOS erfüllt hier sehr zuverlässig seinen Dienst. Der große Vorteil an Windows 10 und dem – im Vergleich zum Androidtablet – deutlich größeren Display: Unterrichtsplanung und Tapucate lassen sich direkt nebeneinander ausführen. So habe ich sogar beides im Blick.

Bleibt noch die Arbeit mit der angedockten Tastatur. Diese hält sehr zuverlässig, hat einen angenehmen Druckpunkt und ist auch von der Oberflächenbeschaffenheit her sehr angenehm. Ich nutze das Stylistic mit Tastatur sowohl in der Schule als auch zu Haus auf dem Sofa. Ersteres Einsatzszenario unterscheidet sich kaum von einem klassischen Laptop. Wichtig für mich ist hier, dass gängige Windowssoftware, insbesondere für den Physikunterricht (Cassy zur Messwerterfassung, Geogebra für  Animationen) reibungsfrei funktioniert. Was soll ich sagen: Bislang bin ich nicht auf größere Probleme gestoßen, alles läuft reibungslos. Letzteres Einsatzszenario funktioniert auch, jedoch ist mir persönlich die mitgelieferte Tastatur etwas zu dünn. So habe ich das Gefühl, dass die Tastatur sich in sich minimal verbiegt, wenn sie auf den (natürlich leicht unebenen) Oberschenkeln liegt.

Der Stift, das eigentliche Highlight

Begeistert hat mich der mitgelieferte Stift: Gerade im Vergleich zu dem bislang von mir genutzten kapazitiven Stift ist der aktive Stift mit Wacom-Technik wirklich großartig! Handschriftliche Notizen schreiben sich (beinahe) wie auf Papier, das Schreibtempo ist gut. Das entstandene Schriftbild ist mehr als in Ordnung. Ich habe den Umstieg in Bezug auf den Stift keine Sekunde bereut.

Als erstes Fazit lässt sich festhalten: Fujitsu hat mit dem Stylistic R727 ein Gerät entwickelt, dass für mich den Arbeitsalltag spürbar erleichtert. Gerade auch im Vergleich zum Surface muss sich das Stylistic nicht verstecken. Das umfangreiche Zubehör rundet den guten Eindruck ab. Allerdings: Das alles hat seinen Preis, günstig ist das Stylistic R727 nicht.

In den nächsten Wochen werde ich einige der oben nur angerissenen Punkte noch einmal genauer beleuchten – in eigenen Artikeln. Einige Impressionen auf den folgenden Bildern.

Thunderbird und OwnCloud – Kontakte synchronisieren

Ich habe ein neues Spielzeug: Ein Fujitsu Stylistic R727. Dieses Gerät ersetzt mein in die Jahre gekommenes ThinkPad aus Unitagen. Und im Zuge der Einrichtung dieses wirklich schönen Gerätes musste natürlich auch entsprechende Software neu aufgesetzt werden. Im Zuge dessen stieß ich in den letzten Tagen auf ein Üroblem: Seit nunmehr einigen Jahren bin ich zufriedener Nutzer von OwnCloud. Kalender und Kontakte sind mittlerweile hier abgelegt und nicht mehr bei Google. Auf meinem Handy klappt die Synchronisation über die Protokolle CalDAV für Kalender bzw. CardDAV für Kontakte hervorragend, die Protokolle werden nativ unterstützt.

Anders sieht das Ganze leider unter Windows aus. Hier nutze ich die hervorragende Software Thunderbird für meine tägliche digitale Komunikation. Doch leider unterstützt weder Windows, das Betriebssystem des Stylistic, noch Thunderbird von Haus aus die entsprechenden Protokolle. Auf meinem alten Thinkpad verrichtete der SoGO-Conector erfolgreich seine Arbeit und synchronisierte Kontakte zwischen OwnCloud und Thunderbird. Ein Versuch auf dem neuen Rechner scheiterte trotz diverser anderslautender Anleitungen im Internet jedoch. Leider scheint dieses Plugin nicht mehr zuverlässig mit aktuellen Neuinstallationen zu funktionieren. Nach längerem Suchen bin ich auf das Plugin Cardbook gestoßen. Hier findet man eine reich bebilderte Anleitung. Was soll ich sagen? Installiert, eingerichtet, funktioniert.

Bei Nutzung von OwnCloud findet sich der korrekte Link übrigens direkt in der App „Kontakte“. Dort einfach auf das Zahnrad klicken und den entsprechenden Link per Copy and Paste bei Cardbook als neues Adressbuch anlegen. Benutzername und Passwort entsprechen dem üblichen Passwort von OwnCloud. Die Synchronisation funktionierte so auf Anhieb, Probleme sind bislang keine aufgetreten.

Geschlossene Mailinglisten erstellen mit Google

Auch in Zeiten von Smartphones und Whatsapp schreiben noch immer viele Leute E-Mails. In diesem Zusammenhang sind Mailinglisten schon praktisch: Man kann eine bestimmte Gruppe an Menschen erreichen, ohne jedesmal alle Empfänger einzeln in der E-Mail zu nennen (und dann ggf. jemanden zu vergessen). Beispielsweise kann dies sehr nützlich für eine größere Arbeitsgruppe sein, die regelmäßig per E-Mail miteinander kommuniziert. Wie jedoch lässt sich eine Mailingliste schnell und einfach erstellen?

„Geschlossene Mailinglisten erstellen mit Google“ weiterlesen

Globale Hotkeys beim VLC nutzen

Gerade hatte ich ein kleines Brett vorm Kopf. Gemeinsame Arbeitssitzungen als Audio mitzuschneiden, ist dank z.B. der schönen App Recordium auf dem iPad kein Problem. Das Versenden selbst längerer Aufnahmen per Mail / Dropbox natürlich auch nicht. Nun möchte ich mir, während ich in einem Textdokument arbeite, gern Schritt für Schritt die Aufnahme wieder anhören. Am liebsten natürlich ohne ständig zwischen verschiedenen Fenstern wechseln zu müssen. Das klappt mit dem bekannten VLC Mediaplayer sehr gut. Eine detailierte Anleitung gibt es bei Chip.

Wichtig: Der VLC kennt sowohl lokale als auch globale Hotkeys. Wählt also die richtige Spalte unter „Extras -> Einstellungen -> Hotkeys“. Ich habe zum Abspielen / Stoppen die Taste F4 gewählt und wurde dabei durch die schöne Transkriptionssoftware F4 beeinflusst.

Alles sehr schön – funktionierte nur leider nicht. Bis ich auf einen erhellenden Blogbeitrag gestoßen bin und mir kurz an den Kopf fasste: Den VLC kurz neu starten, dann klappt’s auch mit dem globalen Hotkey.

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Dropbox mit Boxcryptor verschlüsseln

Es ist sicherlich nicht neu: Cloud-Dienste wie zum Beispiel Dropbox haben ihre Server nicht in Deutschland (bzw. in einem anderen EU-Land) stehen und unterliegen deshalb nicht dem deutschen Datenschutzrecht. Darüber hinaus liegen die Daten oftmals unverschlüsselt auf den Servern. Dem einen oder anderen wird hier bei vertraulichen Dingen doch eher mulmig – gerade im Hinblick auf datenschutzrechtlich brisantere Daten. Um trotzdem nicht auf den Komfort der Cloud zu verzichten, bietet sich entsprechende Verschlüsselungssoftware an. Ich selbst habe ein wenig mit der Software Boxcryptor experimentiert und bin sehr zufrieden. Wie also verschlüsselt ihr (Teile eurer) Dropbox?

  1. Ihr benötigt – falls nicht vorhanden – einen Dropboxaccount und müsst die entsprechende Software installieren.
  2. Installiert Boxcryptor. Die Software erstellt automatisch innerhalb eurer Dropbox eine verschlüsselte Containerdatei und legt einen neuen Laufwerksbuchstaben an (z.B. Z:). Dieser führt euch direkt in das verschlüsselte Verzeichnis.
  3. Alle Dateien, die ihr über das neue Laufwerk (Wichtig: NICHT direkt über eure Dropbox!) in den verschlüsselten Ordner kopiert, sind entsprechend geschützt.

Soweit, so einfach. Das schöne an Boxcryptor ist: Es wird nicht bei jeder Änderung der komplette Container hochgeladen, sondern nur der geänderte Teil. Das spart natürlich Zeit und Nerven. Außerdem gibt es eine entsprechende iPad/iPhone und Android-App, die beide das wenige Geld durchaus wert sind.

Als kleinen Nachteil habe ich jedoch festgestellt, dass die Dateinamen im Klartext sichtbar sind. Erst beim Versuch, eine Datei zu öffnen, macht sich die Verschlüsselung bemerkbar. Vielleicht sollte man doch nicht zu stark „sprechende“ Dateinamen verwenden! Die Verschlüsselung von Dateinamen ist in der kostenpflichtigen Version jedoch möglich.

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NAka-Nachlese die Dritte: Wikis im Projektunterricht

Ich hatte bereits häufiger schon darüber berichtet (z.B. hier und hier), dass wir ein Wiki im Rahmen eines Projektes einsetzen wollen. Im Sommer, der nun auch schon einige Zeit vergangen ist, war es nun soweit und ich möchte hier nun ausführlich von unseren Erfahrungen und dem Feedback der Teilnehmer berichten. Der Artikel ist der letzte im Rahmen der NAka-Nachlese (Teil 1, Teil 2).

Unser Einsatzszenario

Unser Kurs war in einem hohen Maße kollaborativ: knapp 20 Menschen arbeiteten zeitgleich am Wiki. Auf Grund der Organisationsstruktur des Kurses geschah dies vor allem in 2 Zeitfenstern (1x vormittags, 1x nachmittags). Hierbei hatte jeder Teilnehmer ein eigenes Laptop zur Verfügung, mit dem er auf das Wiki zugreifen konnte. Außerdem stand uns ein größerer Computerraum zur Verfügung, das das drahtlose Netzwerk zeitweise überfordert schien.

Am Ende des Seminars stand die Erstellung einer gemeinsamen wissenschaftlichen Dokumentation. Als Grundlage hierfür dienten den jeweiligen Autoren dann die entsprechenden Wiki-Artikel, die gekürzt und zusammengeführt wurden. Da die Artikel bereits eine hohe sprachliche Qualität aufwiesen, wurde dieser Prozess stark vereinfacht.

Dieser Umstand bedingte jedoch, dass es für jeden Artikel im Wiki einen „Hauptverantwortlichen“ gab. Dieser hatte dafür Sorge zu tragen, dass alle Informationen im Wiki gesammelt werden und das sprachliche Niveau des Artikels akzeptabel ist. Das heißt (und hieß auch tatsächlich) aber nicht, dass nur der Hauptverantwortliche an einem Wiki-Artikel mitschreibt!

Probleme während des Wiki-Einsatzes

Auch für mich war die Administration eines MediaWikis im Wesentlichen Neuland. Daher hatte ich – gerade zu Beginn des Seminars- einige im wahrsten Sinne des Wortes schlaflose Nächte. Das lag vor allem an vielen kleinen, technischen Problemen, die ich im Vorwege nur unzureichend bedacht habe. Im Einzelnen waren dies:

  • nicht funktionierender Bilder-Upload. Kann durch entsprechende Ordner-Berechtigungen behoben werden. Wichtig ist, dass bei einigen Server-Konfigurationen die Überprüfung des MIME-Typs ausgestellt werden muss, damit alles funktioniert. In einem Passwort-geschützten Setting wie dem unsrigen kein großes Risiko.
  • nicht funktionierendes Versions-Management. So stellten sich Probleme ein, als mehrere Menschen gleichzeitig einen Artikel bearbeiteten. Eine Lösung hierzu: Die richtige Pfadangabe zu diff3 und das Wiki über den CGI-Modus von PHP laufen lassen.
  • viele, viele Kleinigkeiten.
Insgesamt daher die Anforderung an die Nutzung eines Wikis: Testen unter realen Einsatzbedingungen. Klingt trivial, trotzdem ist es wichtig. Hierfür muss durch den Administrator ein nicht ganz unbeträchtliches Zeitbudget eingeplant werden. Diese Investition macht sich in meinen Augen aber mehr als bezahlt. Vor allem dienen die gewonnenen Erfahrungen dazu, den Zeitaufwand bei neuen Projekten zu minimieren.
Ein ganz ausdrüchlicher Dank gilt dabei meinem Hosting-Provider all-inkl. Der Support antwortete meist innerhalb weniger Minuten – auch nachts, auch am Wochenende! – und rettete uns aus einigen Verzweiflungstiefs.

Das Feedback der Teilnehmer

Gerade zu Beginn war zu spüren, dass die Teilnehmer unseres Kurses dem Einsatz eines Wikis äußerst skeptisch gegenüberstanden. In einer mittels Google-Docs realisierten Umfrage äußersten die Teilnehmer teils eine große Skepsis gegenüber der Nutzung eines Wikis (siehe Grafik).

Umfrage vor Beginn der Veranstaltung
Umfrage vor Beginn der Veranstaltung

Nur wenige Teilnehmer starteten mit Vorkenntnissen als Wikiauthor (2 Personen) oder gar als Administrator  eines eigenen Wikis (ebenfalls 2). Manche gaben an, über keinerlei Vorerfahrungen zu verfügen.

Vorkenntnisse der Teilnehmer

Dieses Bild drehte sich im Laufe des zwei Wochen andauernden Seminars: Alle Teilnehmer sammelten eigene Erfahrungen, lösten auftretende Probleme und es entstand – unserer Wahrnehmung als Kursleiter nach – eine große Eigendynamik. Diese zeigte sich unter anderem daran, dass tatsächlich mehrere Leute auch außerhalb der Kurszeit selbstständig weiter an Artikeln im Wiki arbeiteten. Dieser Eindruck wurde auch durch die Teilnehmer bestätigt (siehe Grafik). Erleichtert wurde das editieren des Wikis dabei durch einen graphischen Texteditor (FCKEditor, mittlerweile nicht mehr weiterentwickelt. Den Nachfolger habe ich selbst noch nicht getestet).

Anteil der Teilnehmer, die über das Soll hinaus Artikel bearbeitet haben

Das Feedback nach dem Seminar war deutlich weniger von Skepsis geprägt (siehe auch die zusammenfassenden Grafiken weiter unten). Allen Teilnehmern ist die Funktionsweise eines Wikis klarer geworden, als sie es vermutlich im Vorwege des Kurses war. Diese Erkenntnis war ein ganz klares Lernziel von uns: Schüler (und auch Erwachsene) sollten sich in meinen Augen zumindest mit dem Funktionsprinzip eines von ihnen täglich genutzten Werkzeuges (Wikipedia) vertraut machen.

Vielleicht auch auf Grund des graphischen Editors entstand bei einem Großteil (immerhin rund 80%) der Eindruck, ein Wiki sei einfach zu bedienen. Ob dieses Ergebnis so deutlich wäre, hätten wir nicht den graphischen Editor genutzt, muss offen bleiben.

Im Hinblick auf lernpsychologische Aspekte empfand ebenfalls eine große Mehrheit unserer Teilnehmer das Wiki als hilfreich beim Lernen. Durch die Dokumentation aller Ergebnisse für alle in einer gemeinsamen Umgebung wurde der Einzelne natürlich vom Dokumentationsprozess weitgehend entlastet. Diese gefühlte Entlastung – eben nicht jederzeit alles mitschreiben zu müssen – könnte dazu geführt haben, dass sich ebenfalls eine große Mehrheit (ebenfalls ca. 75%) der Teilnehmer in späteren Projekten den Einsatz eines Wikis vorstellen kann. Vergleicht man diese Zahlen mit den eher skeptischen Werten vor dem Seminar, ist dies als ganz klarer Erfolg zu werten.

Funktionsweise eines Wikis

Alles in allem: Das Feedback der Teilnehmer hat mich weiter davon überzeugt, dass ein Wiki sehr lohnenswert in Bildungskontexten eingesetzt werden kann. Allerdings: Wir waren auf dem Seminar keineswegs in einer  alltäglichen Schulsituation. Alle Teilnehmer waren freiwillig dort, die Motivation ist allgemein als sehr hoch zu bezeichnen. Solch günstige Randbedingungen wird man in der Schule nur selten vorfinden. Allerdings ist in der Schule ein weiterer, wichtiger Faktor in größerem Maße vorhanden: Zeit. Die Einführung des Wikis kann dort ganz behutsam, über mehrere Tage oder gar Wochen hinweg, erfolgen.

Zu guter Letzt: Das Wiki auf DVD

Wie bekommt man nun so ein Wiki auf DVD? Sehr gut funktioniert hat es mit der Open-Source-Software „HTTTrack Website Copier„.  Diese speichert – ausgehend von einem Stammverzeichnis – alle Links, Bilder usw. auf der Festplatte, schreibt die Links entsprechend auf die lokalen Dateien um und speichert alles geordnet.

Die Software speichert wirklich alles. Ich habe daher die durch das Programm erzeugte Ordnerstruktur nochmal von Hand durchforstet und einige nicht benötigte Dateien aussortiert. Das Wiki kann nun auf DVD bzw. CD gebrannt werden oder als passwortgeschützte Zip-Datei zum Download zur Verfügung gestellt werden.

Android auf dem Dell Inspiron Duo

Wie ich vor einiger Zeit schrieb, bin ich stolzer Besitzer eines Dell Inspiron Duo, also eines Netbooks mit Touchscreen. Vor einigen Tagen packte mich das Bastler-Gen und ich begann mit dem Versuch, Android auf dem Duo zu installieren. Meine Erfahrungen möchte ich hier gerne mit euch teilen, mögen sie nützlich sein!

Warum Android auf dem Inspiron Duo?

Warum nicht? Wir sind mitten im Tablett-Wahn, die Touch-Bedinung unter Windows macht zwar Spaß, ist aber irgendwie nicht das gelbe vom Ei. Android ist da sehr viel flexibler, bootet schneller und ist für das schnelle Surfen zwischendurch und das Lesen von e-Books wie gemacht!

Was habe ich bisher geschafft?

  • Der PC bootet Android 2.2 Froyo, Grub ist als Bootmanager installiert und Windows und Android coexistieren munter nebeneinander her.
  • WLAN, Internet und Facebook funktionieren wunderprächtig
  • PDF-Anzeige könnte noch verbessert werden, läuft aber immerhin
  • Die meisten Apps laufen auch auf dem Duo

Vorbereitungen – das solltet ihr vor der Installation tun

ACHTUNG: Dies ist keine Schritt-für-Schritt-Anleitung. Ich übernehme keinerlei Haftung für Schäden, die ihr an eurem Gerät verursacht!
Vor der Installation solltet ihr all eure Dateien sichern. Ich habe nach einigen Experimenten mit dem Backup von Dell begonnen, sodass sich meine Erfahrungen auf einen jungfräulichen Inspiron Duo beziehen.
Android läuft am besten auf einer mit dem ext3 formatierten Partition. Der erste Schritt besteht also darin, diese zu erstellen. Das geht ganz gut mit der Software EaseUS Partition Master (Danke an Cashy). Eine beliebige andere Software zum partitionieren tut hier aber auch ihren Dienst.
Ihr verkleinert also die Hauptpartition eures Inspiron Duo um beispielsweise 4 GB. Reicht völlig für Android und tut nicht weh.
Wo ihr gerade noch in Windows seid, führt ihr am besten die folgenden Schritte aus (diese Anleitung orientiert sich an dieser Darstellung):
  1. Ladet euch das aktuelle Nightly-Build von Android-X86 runter (hier).
  2. Während ihr wartet ladet ihr euch auch noch die Software UNetBootIn herunter (hier). Hiermit könnt ihr ganz leicht aus einem bootfähigen Image einen bootfähigen USB-Stick erstellen.
  3. Fertig? Dann startet UNetBootIn und bepackt einen genügend großen USB-Stick mit dem Android-Image. 
  4. Schaltet euren Computer aus, ihr seid in Windows soweit fertig!

Ans Eingemachte – Android installieren

Die Installation mit dem eben vorbereiteten USB-Stick ist ziemlich selbsterklärend. Wichtig: Stellt im Bios ggf. die Boot-Priorität so ein, dass euer schöner Laptop auch vom Stick bootet (F2 beim Starten drücken). Dann folgt ihr den Anweisungen auf dem Bildschirm. Eine genauere Erläuterung gibt es auf der Android X86-Webseite.
Wichtig ist Folgendes:
  • Wählt als Ziel-Partition die eben neu erstellte ext3-Partition aus.
  • Installiert den Bootmanager Grub. Mit ihm könnt ihr nachher komfortabel zwischen Windows und Android wählen.
  • Erstellt ruhig eine sogenannte Fake-SD-Card. Diese dient euch nachher als Speicher beim Androiden!
  • That’s it! Euer Duo sollte beim Booten nun ein Auswahlmenü anzeigen, in dem ihr zwischen Windows und Android wählen könnt.

Android anpassen

Folgende Dinge habe ich angepasst, damit der Duo besser läuft.
  • Die „Sleeptime“ in den Android-Einstellungen auf einen größeren Wert stellen, da der Duo mit Touch-Mitteln nicht wieder „geweckt“ werden kann und in den Standard-Einstellungen bereits nach 10 Sekunden schlafen geht.
  • Erstellt euch ein Dropbox-Konto. Das erleichtert euch das Hin- und Herschieben von Dateien ganz ungemein!
  • Erlaubt auch Pakete aus „unbekannten Quellen“ zu installieren. Das geht im Androiden unter „Einstellungen“.
  • Zum Navigieren brauchen wir sogenannte SoftKeys. Diese simulieren die HOME und ZURÜCK-Taste eines Smartphones auf dem Monitor. Da du ja alles auf einer ext3-Partition installiert hast, sollte es auch mit den Root-Rechten klappen. Ich benutze diese hier. Herunterladen, in die Dropbox packen, die Dropbox über den Android-Browser aufrufen und die apk installieren.

Apps installieren

Leider habt ihr keinen direkten, gut funktionierenden Zugriff auf den Android-Market. Ihr könnt entweder einen beliebigen anderen Market installieren (GetJar oder AndroidPit zum Beispiel) oder aber ihr habt ein Android-Telefon und geht wie folgt vor:
  • Installiert auf eurem Handy den ASTRO Dateimanager aus dem Market.
  • Wählt dort den „Anwendungsmanager“ und erstellt von allen Apps, die ihr auf dem Duo installieren wollt, ein Backup.
  • Die Backups findet ihr nach erfolgreichem Backup auf der internen SD-Karte unter „Backups“. Diese Backups nun in die Dropbox hochladen, auf dem Duo installieren und freuen!
  • ACHTUNG: Dieses Vorgehen funktioniert nicht mit allen Apps. Facebook, Dropbox, Dolphin-Browser, Twitter solltet ihr so aber zum laufen bekommen!
Weitere Tipps dürft ihr gerne in den Kommentaren hinterlassen, ich erweitere den Artikel dann gegebenen Falls.

Ringvorlesung an der Uni Hamburg

Leider ist wieder seit längerer Zeit nichts mehr passiert auf meinem Blog. Das soll sich aber in Zukunft auch wieder ändern, ihr dürft ein wenig gespannt sein. Heute möchte ich euch nur kurz auf eine Ringvorlesung an der Uni Hamburg hinweisen:

Nanomaterialien in der zukünftigen Energieversorgung

Inhaltlich geht es um Photovoltaik, SmartGrids und chemische Energiespeicher. Ein Besuch lohnt sich glaube ich!

Die Vorlesung findet immer Mittwoch nachmittags von 17-18 Uhr im Hörsaal B des Fachbereits Chemie der UHH statt (Martin-Luther-King-Platz). Weitere Informationen gibt es hier.

Wiki-einfach: Media-Wiki-Code mit LibreOffice erstellen

Wie ich vor einiger Zeit schrieb, plane ich im Sommer im Rahmen eines zweiwöchigen Kurses ein Wiki als Plattform für das gemeinsame Lernen einzusetzen. Ein großer Kritikpunkt an MediaWiki ist die Syntax: Sie sei schwierig zu erlernen und entspreche in heutigen Web2.0-Zeiten nicht dem Zeitgeist.

Diese Kritik möchte ich in Teilen entkräften: Zum einen ist die Syntax nur für diejenigen schwer, die sich nie mit einer Markup-Language wie z.B. HTML beschäftigt haben. Zum anderen gibt es mittlerweile sehr brauchbare WYSIWYG-Editoren („What you see is what you get“), die „MediaWiki“ sprechen. Einer davon ist das aus OpenOffice.org hervorgegangene LibreOffice. Wie das genau funktioniert möchte ich nun kurz erläutern.

Zunächst wird in LibreOffice ein neues Writer-Dokument erstellt.

In diesem Dokument kann nun mehr oder weniger beliebig geschrieben werden. Ich habe einmal Überschriften, normalen Text, Listen und eine Tabelle ausprobiert. Das sah bei mir dann wie folgt aus:

Die Datei kann natürlich als normale .odt-Datei gespeichert werden. Es ist aber eben auch möglich, sie in das MediWiki-Format zu exportieren. Dazu dient die Funktion „Datei -> Exportieren“. Im nun erscheinenden Dialog sollte als Format „MediaWiki (.txt)“ zu lesen sein:

Die Datei wird an beliebiger Stelle gespeichert und kann nun mit einem normalen Editor geöffnet werden. Im normalen Windows-Editor sieht das aufgrund fehlender Zeilenumbrüche recht unschön aus:

Ich habe das einfach mal alles kopiert und im entsprechenden Bearbeiten-Textfeld eines MediaWikis eingefügt. Dort sieht es schon sehr viel hübscher aus:

Wird die Seite nun gespeichert, so erscheint der anfangs erstellte Text direkt im Wiki – ohne sich großartig mit dem Wiki-Code auseinandergesetzt zu haben. Sehr praktisch oder?