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Audiofeedback mit Audacity und IServ

In Zeiten des Distanzunterrichts arbeite ich weniger mit synchron durchgeführten Videokonferenzen als vielmehr mit Lernaufgaben, passenden Simulationen und Erklärvideos. Eine der Hauptaufgaben besteht dann darin, den Schüler*innen ein Feedback zu ihrer Aufgabenlösung zu geben.

Wir nutzen in der Schule das System IServ. Das sogenannte Aufgabenmodul stellt bereits eine (eher rudimentäre) Feedbackfunktion bereit, mit deren Hilfe man zu einer eingereichten Aufgabe eine Rückmeldung geben kann. Entweder besteht die Rückmeldung aus einer einfachen Textnachricht oder einer Datei.

Ich selbst schreibe zwar gern und viel, allerdings ist mein mündlich gegebenes Feedback oft deutlich umfassender als schriftlich gegebenes Feedback. Deshalb nutze ich sehr gern die Möglichkeit, Feedback als Audiodatei zu geben. Die Schüler*innen können sich die Rückmeldung dann, idealer Weise mit ihrer Aufgabe vor Augen, anhören und (hoffentlich) nachvollziehen.

Diese Art des Feedbacks lässt sich mit der kostenlosen Open-Source-Software Audacity und IServ zeitsparend umsetzen. In diesem Beitrag möchte ich ausführlich erklären wie.

Zunächst muss Audacity heruntergeladen und installiert werden. Anschließend wird Audacity gestartet und eine neue Spur über das Kontextmenü hinzugefügt.

Nun kann es auch bereits losgehen: Die Ausarbeitung vor Augen lässt sich nun mit Hilfe der roten „Record“-Schaltfläche eine Aufnahme starten und das Feedback einsprechen. Die Aufnahme kann auch immer wieder durch Drücken der „Stopp“-Schaltfläche unterbrochen werden. So kann bspw. Aufgabe für Aufgabe ein Feedback eingesprochen werden.

Ist die Aufnahme fertig, so wird die Spur mit dem jeweiligen Schülernamen benannt. Dies geht am schnellsten über einen Klick auf den Spurnamen (oben: „Audiospur“). Im Kontextmenü wird dann der Eintrag „Name…“ gewählt und der Name der Audiospur geändert. Durch Klick auf die Schaltfläche „Stumm“ direkt darunter wird die Spur nun stumm geschaltet (sonst hören wir bei den weiteren Aufnahmen immer die alten Feedbacks „mit“, was auf Dauer ziemlich anstrengend ist). Nun wird für den nächsten Schüler über das Menü „Spuren -> Neue Spure hinzufügen -> Stereospur“ eine neue Spur hinzugefügt und wie eben beschrieben verfahren.

Sind alle Feedbacks einer Klasse aufgenommen, so besteht das Projekt aus mehreren Spuren. Diese müssen nun alle auf „laut“ gestellt werden. Dies geschieht am schnellsten über das oben sichtbare Menü „Spuren -> Stumm/Laut -> Alle laut“. Nun werden die Spuren als einzelne Audiodateien exportiert. Hierzu wird die Funktion „Datei -> Exportieren -> Mehrere exportieren“ gewählt.

Oben im Bild sind die zentralen Einstellungen sichtbar. Diese sollten auch bereits voreingestellt sein. Wichtig ist: Bevor der Export ins MP3-Format möglich ist, muss der sogenannte Lame-MP3-Kodierer installiert werden. Audacity weißt beim ersten Export hierauf hin – und liefert die kurze Anleitung zur Installation gleich mit. Ist dies erledigt, so beginnt der Export – und erstellt im oben angegebenen Ordner auf der Festplatte für jede Spur eine mit dem Spurnamen benannte Audiodatei. Unser Feedback und unsere Arbeit mit Audacity ist damit bereits erledigt.

Bei der Arbeit mit IServ ist es nun praktisch, zunächst alle Audiodateien in einen Ordner im eigenen Dateibereich hochzuladen. Anschließend wird im Aufgabenmodul die gewünschte Aufgabe geöffnet und das Feedback-Fenster für den ersten Schüler geöffnet. Anstatt nun hier Text zu verfassen, wird die entsprechende Datei über die Schaltfläche „IServ-Dateien“ ausgewählt. Wichtig: Den Klick auf „Hinzufügen“ nicht vergessen!

 

Das Feedback wird dann für den Schüler (oder praktischer: In der Übersicht für die gesamte Lerngruppe) freigegeben und kann vom Schüler in Ruhe angehört werden.

Praktische Tipps:

  • Ich nutze einen großen, externen Monitor. Im Audacity-Fenster nutze ich die Tastenkombination „Windows + links“, um Audacity auf die linke Seite des Fensters zu platzieren, „Windows + rechts“, um meinen PDF-Betrachter auf der rechten Seite zu platzieren.
  • Wer neben dem externen Monitor noch einen Laptopmonitor hat, kann hier z.B. sein Schülerverwaltungsprogramm öffnen, um sich ohne Umschalten zwischen Fenstern Notizen zur Aufgabenbearbeitung zu machen.
  • Ich habe IServ als Netzlaufwerk auf meinem Rechner eingebunden. Bevor ich mit dem Feedback beginne, speichere ich alle Abgaben der Schüler in einem Ordner meines Dateibereichs bei IServ. So kann ich direkt  aus dem Windows Explorer nacheinander die Abgaben öffnen. Das geht insgesamt deutlich schneller als die Weboberfläche zu nutzen.
  • Wer sich Notizen zu den Aufgaben macht, wird in der Regel eine nach Nachnamen sortierte Liste besitzen. IServ sortiert in der Standardeinstellung jedoch nach Vornamen. Dies lässt sich in der IServ Weboberfläche aber leicht ändern. Hierzu geht man auf „Einstellungen -> Einstellungen“ und kann festlegen, auf welche Art und Weise IServ die Namen von Personen darstellt. Für meine Arbeit bevorzuge ich „Nachname, Vorname“, da so Listen einheitlich geführt werden können.

Ich hoffe, diese kurze Anleitung hilft dem einen oder anderen, das Geben von Feedback etwas weniger arbeitsintensiv zu gestalten.

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