Periodensystem – Auf künstlerische Art und Weise

Es kann Verknüpfungen zwischen Kunst und Chemie geben: Über Periodic Table of Videos (darüber schrieb ich hier schon einmal) bin ich auf diese wunderschöne Darstellung des Periodensystems gestoßen. Jedes Element wurde von einem Künstler gestaltet. So mag sogar ich als absoluter Kunstbanause Kunst ;)

Es ist tatsächlich faszinierend, sich über die einzelnen Elemente Gedanken zu machen. Warum zeigt das Bild zu Cobalt etwa ein menschliches Skelett? Die Webseite verrät es: Cobalt ist das Zentralatom von Vitamin B12. Wusste ich noch nicht, kann aber als nette Anekdote in der Schule dienen. Großartig!

Das Periodensystem im Unterricht

Eine neue (?) Art, das Periodensystem zu entdecken, geht Professor Poliakoff von der University of Notingham auf seiner Webseite periodicvideos. Als Einstieg in die Stoffchemie sind diese Videos mit Sicherheit geeignet – auch mir, als mittlerweile fast langjährigem Chemiestudenten macht das Schauen dieser Videos viel, viel Spaß. Besonders empfehlenswert finde ich das Video zu Stickstoff, das ich kurz einbinden möchte um die grundsätzliche Machart der Videos zu illustrieren:

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=zmvJ54kRpjg]

Für den Tipp muss ich mich bei lernenheute und Felix Schaumburg bedanken.

Ausgehend von diesem Video stellt sich mir die Frage, welchen Stellenwert das Periodensystem der Elemente (PSE) im heutigen Chemieunterricht hat (und haben sollte). Die folgenden Einschätzungen sind natürlich hochgradig subjektiv und dürfen gerne diskutiert werden!

Einigkeit dürfte darin bestehen, dass das Periodensystem ein unverzichtbares Hilfsmittel für die praktische Bearbeitung von Aufgaben darstellt und daher an sich bereits einen hohen Bildungswert besitzt – angefangen bei der Vorraussage  von Bindungsverhältnissen in Molekülen und Verhältnisformeln von Salzen über das stumpfe Ablesen von Eigenschaften und elektronischer Struktur der einzelnen Elemente bis hin zur wissenschaftshistorischen Betrachtung des PSE als Glanzleistung des menschlichen Geistes mit interessanter Entdeckungsgeschichte. Um es kurz zu machen: Ein wunderbarer Erfolg des Chemieunterrichts wäre es, wenn am Ende ihrer Schulzeit Schüler den Aufbau des Periodensystems verstehen und es als Hilfsmittel einsetzen können.

Mein Eindruck – ihr mögt mich hier gerne widerlegen – zeigt aber, dass viele Lehrer ihre Schüler noch immer stumpf das PSE auswendig lernen lassen (genau zu diesem Zweck gibt es an anderer Stelle sogar diverse Merksprüche). Der Sinn dieses Unterfangens erschließt sich mir nicht, da es schlicht und einfach in keiner Weise zu dem von mir oben formuliertem Lernziel des Verstehens passt. In meinen Augen lernt ein Schüler durch das kontinuierliche Arbeiten mit dem PSE genau die Elemente kennen und einzuordnen, die er öfter für Aufgaben und Experimente benötigt. Alle anderen kann man nachschauen – und das ist keine Schande!

Können Videos wie die des “periodic table of videos” zum Verständnis des PSE beitragen? Ich meine ganz klar: ja. Zum einen illustrieren sie eine ganze Menge an Stoffchemie, zeigen interessante Phänomene und Experimente, die zumindest teilweise selbst durchführbar sind und wecken im Idealfall Interesse. Zum anderen lernen meiner Erfahrung nach Menschen durch Beispiele. Werden im heutigen Chemieunterricht meist nur einige wenige Hauptgruppen näher beleuchtet, um gemeinsame Eigenschaften herauszuarbeiten, können die Schüler sich mit solchen Videos schnell und einfach selbst einen Überblick über ähnliche Eigenschaften der Elemente verschaffen. Und so kommt hoffentlich bei vielen der Verstehensprozess in Gang – mit der einfachen Frage: Warum?

P.S.: Als Ergänzung noch ein besonderes Schmankerl zum Thema PSE. Viel Spaß!

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=SmwlzwGMMwc]