NAka-Nachlese die Zweite: Etherpads

Ich verarbeite die NachhaltigkeitsAkademie ein wenig weiter und möchte kurz über meine Erfahrungen mit Etherpads berichten, die ich dort als Betreuer während einer längeren Gruppenarbeit sammeln konnte.

Wieso Etherpad?

Mit der mittlerweile unter einer OpenSource-Lizenz veröffentlichten Software Etherpad können viele Leute simultan ohne Anmeldung einen Text erstellen und bearbeiten. Farbliche Hinterlegung des Textes macht die Autorenschaft eines bestimmten Abschnitts kenntlich und ein Chat komplettieret die Möglichkeiten von Etherpad. Mittlerweile gibt es sehr viele Dienste, die Etherpads anbieten. Persönlich genutzt habe ich bisher typewith.me und ietherpad.com. Welcher Service genutzt wird, ist aber prinzipiell ziemlich egal.

Ein Etherpad kann nach Karlhuber/Wageneder (2011) wesentlich zur Unterstützung kollaborativer Lernprozesse genutzt werden. Und genau so ein Setting lag hier vor.

In welchem Setting wurden sie eingesetzt?

Im Rahmen der NachhaltigkeitAkademie arbeiteten die Teilnehmer in Kleingruppen über zwei volle Tage meist selbstständig an bestimmten Themen. Ich betreute eine Gruppe, die sich mit der Energieberatung unseres Tagungshauses beschäftigte. Da am Ende der Gruppenarbeit in Bericht in schriftlicher Form stehen sollte und innerhalb der Gesamtgruppe mehrere kleinere Gruppen gebildet wurden, schlug ich zur Ergebnissammlung ein Etherpad vor. Dieser Vorschlag wurde von den Teilnehmern gern aufgegriffen und sie nutzten das Etherpad sofort völlig selbstständig.

Die Arbeit erfüllte also die Definition kollaborativen Lernens nach Haake et al. (2004):

  •  ein gemeinsames, von allen Beteiligten geteiltes Ziel
  • Fokus auf dem Aushandeln gemeinsamer Ziele und Prozesse

(Haake, J.; Schwabe, G. & Wessner, M. (2004): CSCL-Kompendium.)

Wie waren die Erfahrungen?

Das Etherpad bei typewith.me wurde von den Lernenden sofort genutzt. Bei der Benutzung traten nach Aussage der Teilnehmer keine technischen Probleme auf und sie konnten das Etherpad intuitiv nutzen. Im Etherpad sammelten die verschiedenen Teams, die sich aus der Großgruppe gebildet hatten, ihre Ergebnisse. Diese dienten nachher als Grundlage für eine längere Arbeit, die von dreien der Teilnehmer verfasst wurde und zu einem großen Teil auf den im Etherpad gesammelten Texten basierte.

Ist so ein Vorgehen auch im Unterricht möglich? Ich denke ja. Die Software scheint allen Erfahrungen nach intuitiv bedienbar zu sein. So wäre es beispielsweise möglich, den Schülern vor einer längeren Gruppenarbeitsphase kurz die Software zu zeigen. Erkennen sie den Vorteil, werden sie Etherpads in Zukunft vielleicht von allein für kollaborative Prozesse einsetzen.

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