Vortrag von Prof. Oliver Reiser: Chemie im Alltag

Heute abend hatte ich die Gelegenheit, einen sehr interessanten und kurzweiligen Vortrag von Prof. Reiser zum Thema „Chemie im Alltag“ an der Universität Hamburg zu hören. Und es hat sich durchaus gelohnt. Sehr zu empfehlen ist auf den ersten Blick seine Webseite, die mich doch sehr an das Angebot von Prof. Blume erinnert. Anschauen lohnt sich, ich habe beide Seiten in die Links aufgenommen.

Besonders nachdenklich haben mich mal wieder die Ausführungen zur Wahrnehmung der Chemie im Alltag gestimmt, die er hier umreißt. Da in den Augen vieler Menschen den Naturwissenschaften kein Bildungswert zukommt, habe ich heute länger darüber nachgedacht, worin dieser Bildungswert genau liegen könnte.

Was ich hier für die Physik gesagt habe, gilt in sehr ähnlicher Weise auch für die Chemie. Insgesamt können die Naturwissenschaften uns eine weitere Möglichkeit der Betrachtung der Welt eröffnen. Genauso wie Literatur, Geschichte oder andere Wissenschaften.

Aber weiter gedacht: Haben die Naturwissenschaften noch weiteren Bildungswert? Rein utilitaristisch betrachtet haben die Naturwissenschaften eine unglaubliche handlungspraktische Bedeutung, die mir gerade in jüngster Zeit wieder deutlich geworden ist. Als Stichworte seien Fukushima, Dioxine im Futter, Gentechnik, Präimplantationsdiagnostik und vielfältige Alltagsprodukte wie Benzin, Kunststoffe, … genannt. Differenzierte Diskussionen hierüber sind ohne ein breites naturwissenschaftliches Wissen schlicht nicht möglich. Mehr noch: ohne dieses Hintergrundwissen ist eine Teilnahme als mündiger Bürger an unserer Gesellschaft für mich kaum vorstellbar.

Und doch ist in der breiten Gesellschaft von „scientific literacy“ oftmals nichts zu spüren. Wir brauchen also besseren Unterricht!

 

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