Soviel zum Thema Scientific Literacy: Von brennenden Heliumballons…

Und gerade habe ich mal wieder ein Beispiel dafür gefunden, dass der naturwissenschaftliche Unterricht offenbar bei der Aufgabe, breiten Bevölkerungsschichten ein naturwissenschaftliches Basiswissen bereitzustellen, versagt hat. Der Bildblog berichtet von einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters:

 [...] explodierten lokalen Medienberichten zufolge mit Helium gefüllte Ballons während einer Wahlkampfveranstaltung auf dem Platz der Republik. Das Gas sei durch eine Zigarette entzündet worden [...] (Hervorhebung durch H.S.)

Schockierend! Sollten doch allerspätestens Zehntklässler wissen, dass Edelgase, zu denen immerhin auch Helium gehört, nur sehr ungern überhaupt mit irgend etwas reagieren. Und schon gar nicht explodieren. Ich möchte gar nicht lange spekulieren, was tatsächlich in den genannten Ballons zu finden war. Helium sicherlich nicht, wohl viel eher Wasserstoff-Gas. Dieses kann tatsächlich eine nette kleine Explosion verursachen, wie das folgende Video beispielhaft zeigt:

Vielmehr geht es mir darum, wie es bei – mutmaßlich studierten Menschen – zu einer  solchen Zur-Schau-Stellung offensichtlicher Unwissenheit kommen kann. Die Schule stellt, sollte man meinen, bereits seit Jahrzehnten das nötige Sachwissen zur Verfügung, um Nachrichten dieser Art verstehen und einordnen zu können. Edelgase werden genauso wie einfache Atommodelle nicht erst seit einigen Jahren in der Schule behandelt. Offenbar fehlt aber etwas entscheidendes, damit dieses Wissen auch im späteren Leben im Alltag wirksam werden kann. Netter Weise liefert Reuters mit der oben zitierten Pressemitteilung Unterrichtsmaterial, mit dessen Hilfe heutige Schüler in einigen Jahren vielleicht reflektierter mit solchen Meldungen umzugehen wissen – sie haben, so bleibt zu hoffen, Scientific Literacy erworben. Also, liebe Lehrer: Nutzt die zitierte Meldung, um Chemieunterricht lebensnäher zu gestalten!

Bewertungskompetenz im Physikunterricht und der Master…

Wie dem Titel unschwer zu entnehmen ist schreibe ich zur Zeit meine Masterarbeit an der Uni Hamburg im Bereich Physikdidaktik. Ganz konkret geht es um Bewertungskompetenz (darüber demnächst mehr!) und noch konkreter darum, ein Instrument zu entwickeln, mit dem sich Bewertungskompetenz messen lässt.

Hierzu werde ich zwei siebte Klasse in einem Pre-Post-Test-Setting als Versuchskaninchen nutzen und bin gerade mitten in der Entwicklung von passenden Testaufgaben. Bevor ich mit diesen dann endgültig ins Feld gehe, bin ich aber auf eure wohlwollende Mithilfe angewiesen: Ich hätte gerne Rückmeldungen zu den von mir entwickelten Aufgaben (bisher 5 an der Zahl). Ihr würdet mir einerseits schon wahnsinnig helfen, wenn ihr die Aufgaben einfach mal (stichwortartig?) beantwortet und andererseits kurz euren Senf zur weiteren Verbesserung dazugebt.

Damit ich eure Antworten (natürlich anonym!) einfacher den entsprechenden Aufgaben zuordnen kann, habe ich für jede Aufgabe eine Umfrage bei GoogleDocs fertig gemacht. Dort findet ihr auch den Link zur jeweiligen Aufgabe (im PDF-Format). Ich danke euch allen schon jetzt für eure Hilfe!

Ohohoh… Das Blog ist tod… Oder doch nicht?

Unglaublich… Ich habe tatsächlich seit nunmehr 3 Monaten keinen einzigen Beitrag hier auf hsander.net verfasst! Das Blog ist tod… Oder doch nicht? Was war passiert?

Hauptsächlich ist mir Weihnachten, ein Schulpraktikum und eine längere Forschungsarbeit dazwischengekommen. Nebenbei habe ich auch noch mit meiner Masterarbeit begonnen und und und… Ihr seht: Sehr viel Stress! Der gute Vorsatz: Ab jetzt wird alles anders! Denn ich habe einige (Blog-)Pläne…

  • von mir entwickelte Unterrichtsmaterialien kommentieren und hochladen (Stichwort: #OER!)
  • über meine Masterarbeit zum Thema “Bewertungskompetenz” berichten
  • mich über verschiedene andere Dinge auslassen, z.B. über die Rolle von Schulbüchern im naturwissenschaftlichen Unterricht, die Rolle von Experimenten, die Einsatzmöglichkeiten eines iPads (ja, auch davon bin ich nunmehr stolzer Besitzer!) und und und…
  • ….

Ihr seht: Das Blog ist doch nicht tod. Es scheint nur so!

Schritt für Schritt zur Vision der freien Bildungsmaterialien. Was kann ich tun? #OER

Seit einigen Wochen kocht in vielen, vielen Blogs die Diskussion rund um freie Bildungsmaterialien hoch. In der anglophonen Welt wird schon – so sagt zumindest die Wikipedia – seit geraumer Zeit über freie Bildungsinhalte diskutiert. Spätestens seit den Diskussionen um den sogenannten “Schultrojaner” hat die Diskussion nun auch Deutschland erreicht.

Ich möchte gar nicht so sehr den Stand der Debatte nochmals zusammenfassen. Das haben Torsten Larbig (sogar mehrmals), Thorsten Gross und viele andere bereits ausführlich getan. Eine gewisse Infrastruktur ist im Entstehen begriffen (z.B. die Webseite freiebildungsmedien.de) und auch ansonsten ist vieles im Fluss. Was soll also dann dieser Blogpost?

Ich möchte ein wenig darüber nachdenken, was ich, als einzelner Lehrer (bzw. in meinem Fall angehender Lehrer) tun kann, um vom Gedanken der freien Bildungsmedien zu profitieren und diesen zu unterstützen. Diese Überlegungen möchte ich ganz konkret auf die naturwissenschaftlichen Fächer beziehen.

Warum sollte ich, als einzelner Lehrer überhaupt etwas tun?

Diese Frage beantwortet Thorsten Gross in so schöner Weise, dass ich es gerne hier wiedergeben möchte:

 Nicht selten kommt auch der Hinweis: “Du, ich hab’ da ein Arbeitsblatt, das kann ich dir gerne geben.” und wer ist nicht dankbar dafür? Unter Kollegen/innen ist es auch keine Frage, dass man das Arbeitsblatt abändern darf, um es der eigenen Situation anzupassen

Innerhalb einer Schule ist es seit langem Gang und Gäbe, Materialien zu tauschen und weiterzugeben. Selbstverständlich sind diese Materialien veränderbar und in diesem Sinne innerhalb eines bestimmten, relativ klar abgegrenzten Personenkreises “frei”. Materialien zur Verfügung zu stellen ist also für Lehrer kein Neuland.

Das Internet verändert nun den möglichen Adressatenkreis. Plötzlich sind nicht mehr nur die wenigen direkten Fachkollegen als potentielle Materialquellen und -abnehmer denkbar, sondern auch Kollegen aus ganz Deutschland, ja dem gesamten deutschsprachigen Raum. Man stelle sich folgendes vor: Jeder Physiklehrer aus dem deutschen Sprachraum stellt nur ein wirklich gut durchdachtes Arbeitsblatt für alle anderen zur Verfügung. Welcher Schatz dort schlummert, welche Arbeitserleichterung und Inspirationsquelle!

Illusorisch? Ja, zugegeben. Realität kann so ein Traum nur werden, wenn

  • alle Mitmachen. Wer vom eingestellten Material profitieren möchte, sollte sich auch dazu anspornen, selbst Material zur Verfügung zu stellen. Quid pro Quo.
  • Copyright beachtet wird.

Wirklich neu ist wohl nur der erste Punkt: Auch früher, in der Prä-Internetära, bekam ein Kollege, der nie etwas zum “gemeinsamen Materialpool” der Fachschaft beisteuerte, selten etwas zurück. Zu klären ist also die Frage des Copyrights.

Freie Lizenzen als Schlüssel

Wie Cashy so schön schreibt: Im Internet wird man furchtbar schnell juristisch angreifbar. Ein Bild oder auch ein Video sind schnell auf der eigenen Webseite eingebunden oder aus einem Buch kopiert. Ich unterstelle einfach mal: Kopieren (aus Büchern, …) war und ist in vielen Schulen gängige Praxis. Der Passus mit dem sogenannten Schultrojaner wurde wohl nicht ohne Grund geschrieben…

Bei der Bereitstellung im Internet wird hieraus ein Problem. Abhilfe schaffen freie Lizenzen wie die Creative Commons-Lizenz. Diese gibt es in verschiedenen Spielarten, was sie unterscheidet erklärt Cashy in zwei Teilen wirklich gut. Wird das gesamte Material unter einer CC-Lizenz ins Netz gestellt, so wird im Grunde das “Geschäftsmodell” von früher, die Weitergabe inkl. der Veränderungsrechte, ins 21. Jahrhundert transportiert.

Bei der Erstellung von Arbeitsmaterial sollte der Lehrer, der die oben skizzierte Vision teilt, also möglichst sofort freie Bilder und Texte benutzen. Stellt sich die Frage: Woher nehmen, wenn nicht selbst machen? Da hilft z.B. Damian Duchamps mit seiner Seite CC-your-Edu.de weiter. Dort findet ihr Hinweise zu Quellen von CC-Material. So erstelltes Material kann dann online zugänglich gemacht werden, beispielsweise auf einer eigenen Webseite. Solange es keine “richtige”, zentrale Sammelstelle gibt, ist es natürlich schwierig, diese bekannt zu machen und zu finden. Aber was das angeht bin ich zuversichtlich, was das angeht ist die eingangs verlinkte Fraktion um Torsten Larbig doch recht aktiv.

Was heißen freie Bildungsmaterialien für Physik und Chemie?

Gehen wir noch einen Schritt weiter und fragen: Welche freien Inhalte brauchen wir für den Physik- und Chemieunterricht? Das habe ich – gemeinsam mit u.a. Birgit Lachner, die auch erstes Chemiematerial als OER kennzeichnet, in einem Etherpad zu diskutieren begonnen. Ich möchte meine Gedanken dazu nochmal zusammenfassen und konkretisieren:

  • Arbeitsblätter sind ein erster, wichtiger Schritt. Hierzu zähle ich sowohl Übungsaufgaben (ggf. auch mit Lösungen), Aufgaben mit gestuften Hilfen, Lernzirkel, Gruppenpuzzle, Experimentieranleitungen verschiedener Schwierigkeitsstufe usw.
  • Darüber hinaus wären verschiedene Spiele schön. Diese lassen sich beispielsweise zur Wiederholung einsetzen und können Unterricht sehr stark auflockern. Sie selbst zu erstellen ist allerdings oft sehr zeitaufwendig.
  • Erklärende Texte, wie sie in einem Lehrbuch auftauchen. Ohne diese erklärenden, zusammenfassenden Texte kann ich mir auch in Zukunft keinen naturwissenschaftlichen Unterricht vorstellen. Auch diese müssen in Zukunft, altersangemessen mit angemessener didaktischer Reduktion unter einer freien Lizenz zur Verfügung gestellt werden.
  • Animationen, Moodlekurse, … können das Angebot abrunden und Lehrbücher im klassischen Sinne überflüssig werden lassen.

Besonders die Erstellung von Lehrbuchtexten ist in meinen Augen äußerst komplex, zeitintensiv und braucht große Erfahrung. Freie Lehrbücher werden also wohl nur nach und nach entstehen und sind eine eher langfristige Perspektive.

Alles andere wird aber sowieso tagtäglich durch Lehrerinnen und Lehrer in Deutschland erstellt. Wenn wir dabei auf CC-Material zurückgreifen und sie online verfügbar machen, ist ein Materialpool hier vergleichsweise schnell zu verwirklichen. Also, packen wir es an!

Ich möchte diesen Blogpost mit einer kleinen Selbstverpflichtung abschließen: Ich werden nach und nach von mir erstelltes Material hier im Blog zur Verfügung stellen. Dazu werde ich demnächst eine kurze Übersichtsseite erstellen. Ich würde mich freuen, wenn viele andere mir auf diesem Weg folgen würden!

NAka-Nachlese die Dritte: Wikis im Projektunterricht

Ich hatte bereits häufiger schon darüber berichtet (z.B. hier und hier), dass wir ein Wiki im Rahmen eines Projektes einsetzen wollen. Im Sommer, der nun auch schon einige Zeit vergangen ist, war es nun soweit und ich möchte hier nun ausführlich von unseren Erfahrungen und dem Feedback der Teilnehmer berichten. Der Artikel ist der letzte im Rahmen der NAka-Nachlese (Teil 1, Teil 2).

Unser Einsatzszenario

Unser Kurs war in einem hohen Maße kollaborativ: knapp 20 Menschen arbeiteten zeitgleich am Wiki. Auf Grund der Organisationsstruktur des Kurses geschah dies vor allem in 2 Zeitfenstern (1x vormittags, 1x nachmittags). Hierbei hatte jeder Teilnehmer ein eigenes Laptop zur Verfügung, mit dem er auf das Wiki zugreifen konnte. Außerdem stand uns ein größerer Computerraum zur Verfügung, das das drahtlose Netzwerk zeitweise überfordert schien.

Am Ende des Seminars stand die Erstellung einer gemeinsamen wissenschaftlichen Dokumentation. Als Grundlage hierfür dienten den jeweiligen Autoren dann die entsprechenden Wiki-Artikel, die gekürzt und zusammengeführt wurden. Da die Artikel bereits eine hohe sprachliche Qualität aufwiesen, wurde dieser Prozess stark vereinfacht.

Dieser Umstand bedingte jedoch, dass es für jeden Artikel im Wiki einen “Hauptverantwortlichen” gab. Dieser hatte dafür Sorge zu tragen, dass alle Informationen im Wiki gesammelt werden und das sprachliche Niveau des Artikels akzeptabel ist. Das heißt (und hieß auch tatsächlich) aber nicht, dass nur der Hauptverantwortliche an einem Wiki-Artikel mitschreibt!

Probleme während des Wiki-Einsatzes

Auch für mich war die Administration eines MediaWikis im Wesentlichen Neuland. Daher hatte ich – gerade zu Beginn des Seminars- einige im wahrsten Sinne des Wortes schlaflose Nächte. Das lag vor allem an vielen kleinen, technischen Problemen, die ich im Vorwege nur unzureichend bedacht habe. Im Einzelnen waren dies:

  • nicht funktionierender Bilder-Upload. Kann durch entsprechende Ordner-Berechtigungen behoben werden. Wichtig ist, dass bei einigen Server-Konfigurationen die Überprüfung des MIME-Typs ausgestellt werden muss, damit alles funktioniert. In einem Passwort-geschützten Setting wie dem unsrigen kein großes Risiko.
  • nicht funktionierendes Versions-Management. So stellten sich Probleme ein, als mehrere Menschen gleichzeitig einen Artikel bearbeiteten. Eine Lösung hierzu: Die richtige Pfadangabe zu diff3 und das Wiki über den CGI-Modus von PHP laufen lassen.
  • viele, viele Kleinigkeiten.
Insgesamt daher die Anforderung an die Nutzung eines Wikis: Testen unter realen Einsatzbedingungen. Klingt trivial, trotzdem ist es wichtig. Hierfür muss durch den Administrator ein nicht ganz unbeträchtliches Zeitbudget eingeplant werden. Diese Investition macht sich in meinen Augen aber mehr als bezahlt. Vor allem dienen die gewonnenen Erfahrungen dazu, den Zeitaufwand bei neuen Projekten zu minimieren.
Ein ganz ausdrüchlicher Dank gilt dabei meinem Hosting-Provider all-inkl. Der Support antwortete meist innerhalb weniger Minuten – auch nachts, auch am Wochenende! – und rettete uns aus einigen Verzweiflungstiefs.

Das Feedback der Teilnehmer

Gerade zu Beginn war zu spüren, dass die Teilnehmer unseres Kurses dem Einsatz eines Wikis äußerst skeptisch gegenüberstanden. In einer mittels Google-Docs realisierten Umfrage äußersten die Teilnehmer teils eine große Skepsis gegenüber der Nutzung eines Wikis (siehe Grafik).

Umfrage vor Beginn der Veranstaltung

Umfrage vor Beginn der Veranstaltung

Nur wenige Teilnehmer starteten mit Vorkenntnissen als Wikiauthor (2 Personen) oder gar als Administrator  eines eigenen Wikis (ebenfalls 2). Manche gaben an, über keinerlei Vorerfahrungen zu verfügen.

Vorkenntnisse der Teilnehmer

Dieses Bild drehte sich im Laufe des zwei Wochen andauernden Seminars: Alle Teilnehmer sammelten eigene Erfahrungen, lösten auftretende Probleme und es entstand – unserer Wahrnehmung als Kursleiter nach – eine große Eigendynamik. Diese zeigte sich unter anderem daran, dass tatsächlich mehrere Leute auch außerhalb der Kurszeit selbstständig weiter an Artikeln im Wiki arbeiteten. Dieser Eindruck wurde auch durch die Teilnehmer bestätigt (siehe Grafik). Erleichtert wurde das editieren des Wikis dabei durch einen graphischen Texteditor (FCKEditor, mittlerweile nicht mehr weiterentwickelt. Den Nachfolger habe ich selbst noch nicht getestet).

Anteil der Teilnehmer, die über das Soll hinaus Artikel bearbeitet haben

Das Feedback nach dem Seminar war deutlich weniger von Skepsis geprägt (siehe auch die zusammenfassenden Grafiken weiter unten). Allen Teilnehmern ist die Funktionsweise eines Wikis klarer geworden, als sie es vermutlich im Vorwege des Kurses war. Diese Erkenntnis war ein ganz klares Lernziel von uns: Schüler (und auch Erwachsene) sollten sich in meinen Augen zumindest mit dem Funktionsprinzip eines von ihnen täglich genutzten Werkzeuges (Wikipedia) vertraut machen.

Vielleicht auch auf Grund des graphischen Editors entstand bei einem Großteil (immerhin rund 80%) der Eindruck, ein Wiki sei einfach zu bedienen. Ob dieses Ergebnis so deutlich wäre, hätten wir nicht den graphischen Editor genutzt, muss offen bleiben.

Im Hinblick auf lernpsychologische Aspekte empfand ebenfalls eine große Mehrheit unserer Teilnehmer das Wiki als hilfreich beim Lernen. Durch die Dokumentation aller Ergebnisse für alle in einer gemeinsamen Umgebung wurde der Einzelne natürlich vom Dokumentationsprozess weitgehend entlastet. Diese gefühlte Entlastung – eben nicht jederzeit alles mitschreiben zu müssen – könnte dazu geführt haben, dass sich ebenfalls eine große Mehrheit (ebenfalls ca. 75%) der Teilnehmer in späteren Projekten den Einsatz eines Wikis vorstellen kann. Vergleicht man diese Zahlen mit den eher skeptischen Werten vor dem Seminar, ist dies als ganz klarer Erfolg zu werten.

Funktionsweise eines Wikis

Alles in allem: Das Feedback der Teilnehmer hat mich weiter davon überzeugt, dass ein Wiki sehr lohnenswert in Bildungskontexten eingesetzt werden kann. Allerdings: Wir waren auf dem Seminar keineswegs in einer  alltäglichen Schulsituation. Alle Teilnehmer waren freiwillig dort, die Motivation ist allgemein als sehr hoch zu bezeichnen. Solch günstige Randbedingungen wird man in der Schule nur selten vorfinden. Allerdings ist in der Schule ein weiterer, wichtiger Faktor in größerem Maße vorhanden: Zeit. Die Einführung des Wikis kann dort ganz behutsam, über mehrere Tage oder gar Wochen hinweg, erfolgen.

Zu guter Letzt: Das Wiki auf DVD

Wie bekommt man nun so ein Wiki auf DVD? Sehr gut funktioniert hat es mit der Open-Source-Software “HTTTrack Website Copier“.  Diese speichert – ausgehend von einem Stammverzeichnis – alle Links, Bilder usw. auf der Festplatte, schreibt die Links entsprechend auf die lokalen Dateien um und speichert alles geordnet.

Die Software speichert wirklich alles. Ich habe daher die durch das Programm erzeugte Ordnerstruktur nochmal von Hand durchforstet und einige nicht benötigte Dateien aussortiert. Das Wiki kann nun auf DVD bzw. CD gebrannt werden oder als passwortgeschützte Zip-Datei zum Download zur Verfügung gestellt werden.